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Reis quillt weiter auf



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Aus charttechnischer Sicht kletterte US-Reis in der Vorwoche über die etwas steilere Abwärtstrendlinie, die sich seit dem Hoch von April 2008 gebildet hat. Jüngst nahm er nun Anlauf auf den etwas flacheren Abwärtstrend. Wird auch dieser nachhaltig überwunden, dürften weitere Zuwächse folgen, wobei als erstes Kursziel dann der Bereich von 17 US-Dollar ins Visier rücken könnte. Ein nachhaltiges Überschreiten wäre eventuell gegeben, wenn die Hürde bei 14,56 US-Dollar geknackt wird.

Angebotssorgen

Genährt wurde die Rallye zuletzt durch anhaltende Sorgen, dass eine steigende Nachfrage und Ernteeinbußen bei wichtigen Erzeugern das globale Angebot verknappen könnten. Besorgt zeigte sich die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) der UNO vor allem für das nächste Jahr. Sie rechnet mit sinkenden Lagerbeständen bei den weltweit fünf größten Exporteuren, die etwa 80% des Welthandels ausmachen. Sie dürften in diesem Jahr 8,4% mehr ausführen als im Vorjahr, was die Bestände entsprechend schrumpfen lässt, zumal auch die erwarteten Ernten vielerorts geringer ausfallen dürften als erwartet. Beispielsweise wird gemutmaßt, dass in den USA der durchschnittliche Flächenertrag im laufenden Wirtschaftsjahr 2010/11 (bis Ende Juli) wegen des heißen Wetters auf den niedrigsten Wert seit der Saison 2005/06 fallen dürfte. Die USA sind zwar gemessen an der weltweiten Gesamtproduktion vergleichsweise ein Zwerg, liegen jedoch bei den Ausfuhren auf Rang 4. Und auch bei den drei größten Exporteuren Thailand, Vietnam und Pakistan gibt es Angebotssorgen, verursacht durch ungünstiges Wetter und Überschwemmungen, was Ernten und Bestände mindern dürfte. Angesichts dieser Sorgen herrscht derzeit Verunsicherung am Reismarkt, was die Preise weiter ansteigen lassen könnte.

22.10.2010 | 00:00

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