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Reis: Spekulation auf geringeres Angebot



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Verantwortlich für das jüngste Aufbäumen sind wohl Spekulationen auf ein geringeres Angebot. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) der UNO geht davon aus, dass die Reisproduktion der beiden weltweit größten Exporteure Thailand und Vietnam aufgrund des trockneren als des normalerweise auftretenden Wetters, verursacht durch das El-Niño-Phänomen, beeinträchtigt werden könnte. Der Fluss Mekong als wichtige Lebensader in Südostasien, der sich beginnend in China durch Myanmar, Laos, Thailand, Kambodscha und Vietnam erstreckt, führt so wenig Wasser wie seit 90 Jahren nicht mehr. Dies dürfte die Reiserzeugung in der Region beeinträchtigen. Laut FAO könnte demnach in Thailand die in diesem Monat beginnende letzte Ernte im Wirtschaftsjahr 2009/10, die rund 25% der Jahresproduktion ausmacht, zum Vorjahr von 8,4 auf 7 Mio. Tonnen sinken. Und auch in Vietnam sind Einbußen nicht ausgeschlossen.

Wachsender Bedarf

Die prognostizierten Auswirkungen sind zwar im Moment noch gering, größere Ausfälle könnten jedoch die derzeit noch relativ hohen Lagerbestände in der Region schmälern, was sich schließlich auch auf das weltweite Angebot auswirken wird. Hier zeigt sich ohnehin eine sinkende Tendenz angesichts einer Produktion, die nicht mit dem stetig wachsenden Bedarf mithalten kann. In vier der vergangenen acht Jahre übertraf die Nachfrage das Angebot. Gründe sind schwindende Anbauflächen, aber auch Naturkatastrophen sowie schlechtes Wetter. Angesichts des niedrigen Wasserstandes des Mekong scheinen die Investoren nun darauf zu spekulieren, dass auch die nächste Erntesaison in Südostasien beeinträchtigt werden könnte, sollte es im Mai und Juni nicht kräftig regnen. Dies könnte das weltweite Angebot verknappen und damit auch den Preis für US-Reis stützen. Vielleicht ist das jüngste Aufbäumen daher der Beginn eines ausgedehnteren Aufwärtsimpulses.

09.04.2010 | 00:00

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