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Rohstoff-Bären brüllen wie nie - beste Chancen für Anleger?

Rohstoffe

Rohstoffe: das Sentiment ist ganz, ganz unten. (Bild: Fotolia/artemegorov)


Das Sentiment befindet sich nahe dem all-time low, wobei es gerade jetzt überzeugende Gründe für einen Anstieg der Rohstoffpreise im heurigen Jahr gibt, so der Tenor der jährlichen Investorenkonferenz des Unternehmens. James Butterfill, ETF Securities’ Head of Research & Investment Strategy, meint: „Wenn man die Futures-Konstellation betrachtet, wird schnell klar, dass wir uns nahe der stärksten ,bearishen’ Positionierung der Geschichte befinden."

Der Stratege von ETF-Securities steht nicht allein. Für viele Fachleute ist das derzeitige Tief bei den Rohstoffen ein Zeichen dafür, dass die schlechte Stimmung möglicherweise ihren Gipfel erreicht hat. Das eröffne, so Butterfill, vielleicht nicht die beste Anlagechance eines Lebens, aber zumindest die beste Anlagechance innerhalb eines Wirtschaftszyklus.

Butterfill erklärte, dass viele Commodity-Preise bereits so tief gefallen sind, dass sie sogar unter ihren Produktionskosten gehandelt werden. Das wird globale Produzenten letztlich dazu zwingen, Einschnitte auf der Angebotsseite durchzuführen. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage zumindest stabil, wobei es zu einem „Snapback“ kommen könnte. Sprich, die niedrigen Ölpreise stimulieren das Wirtschaftswachstum und führen zu einer deutlichen Verbesserung der Gewinnmargen, was wiederum die Rohstoffnachfrage ankurbeln sollte.

Butterfill führte weiter aus, dass die Commodity-Märkte sich offensichtlich von den Fundamentaldaten verabschiedet hätten und ganz alleine vom Sentiment beherrscht würden. Aber die Stimmung folge logischwerweise dem Preis, und: „Die Vergangenheit hat bewiesen, dass in einem Umfeld steigender Zinsen die Preise für Öl und Industrierohstoffe im Normalfall ansteigen.“

Keine Angst vor China

Der Experte glaubt auch nicht, dass die Abschwächung des chinesischen Wirtschaftswachstums einen empfindlichen negativen Einfluss auf Commodities haben könnte. Er hob hervor, dass die chinesische Nachfrage nach den „großen vier“ unter den Metallen (Aluminium, Kupfer, Zink und Blei) noch immer mit 8,5 Prozent jährlich wächst.  „Viele der hitzig diskutierten Ängste – wie eine Abkühlung Chinas, Spannungen im Mittleren Osten, überzogene Aktien- und Anleihenmärkte sowie Ausfallsrisiken bei High-Yields – sind nicht wirklich neu. Neu ist nur die Frage, was nach neun Jahren unglaublich niedriger Zinsraten passieren wird“, so Butterfill.

Was die Sorgen rund um Dividendenrenditen im Rohstoffsektor betrifft, meint der Experte, dass einige Unternehmen ihre Ausschüttungen in diesem Quartal kürzen werden, während andere ihre Investitionen zurückfahren. Butterfill: „Die Befürchtungen lauten, dass die aggressiven Einschnitte bei den Ausgaben die zukünftige Infrastruktur und die Produktionskapazitäten der Unternehmen negativ beeinflussen könnten." Für mich mache es, so der Experte, derzeit generell mehr Sinn, Öl zu besitzen als die Mehrheit an Öl-Unternehmen zu halten.

02.02.2016 | 20:16

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