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Schweine in den Tatzen der Bären!

Mageres Schwein - August-Future (CME)

Mageres Schwein - August-Future (CME)


Offenbar gaben die Investoren die Hoffnung auf eine Erholung der Preise in den Sommermonaten auf. Grund für diese Annahme ist, dass derzeit viele Fleischproduzenten ihre Tiere verkaufen müssen, um Kapital lockerzumachen. Geld wird dringend benötigt, um die höheren Preise für Futter zu bezahlen. So hatten zuletzt die Notierungen für Mais oder Weizen neue Mehrmonatshochs erreicht, während die Preise für Schweinfleisch in den vergangenen Wochen weiter purzelten. Durch die verstärkten Verkaufsaktivitäten erhöht sich somit das Angebot und trifft dabei auf die Wurzel allen Übels, der in diesem Jahr schwachen Nachfrage aus den USA. Zudem sind die Exporte nach Mexiko zuletzt deutlich gesunken, was ebenfalls einen negativen Effekt auf das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage hatte. Im ersten Quartal konnten die steigenden Verkäufe in dem Nachbarland noch die rückläufigen Exporte nach Russland und China ausgleichen. Damit scheint nun Schluss zu sein.

Kurzfristige Erholung?

Alles zusammen waren es somit etliche Gründe, die die Preise für „Mageres Schwein“ (engl.: Lean Hog) zuletzt drückten. Als „Mageres Schwein“ werden lebende schlachtreife Schweine mit einem Alter von etwa einem halben Jahr und einem Gewicht von 220 bis 240 amerikanischen Pfund (lb) bezeichnet (1 Pfund etwa 0,453 kg). Charttechnisch betrachtet ist der bei den Zertifikaten aktuell als Basiswert fungierende August-Kontrakt (siehe Chart) deutlich unter das Zwischentief von Ende April bei 66,95 US-Cent gerutscht und befindet sich im freien Fall, womit die Bären klar den Ton angeben. Weitere Abgaben sind damit nicht ausgeschlossen. Allerdings zeigt der RSI eine „überverkaufte“ Situation an, und daher ist nun wie Anfang April zumindest eine kurzfristige Erholung denkbar, innerhalb derer vielleicht das jüngst verletzte April- Tief angesteuert werden könnte.

 

05.11.2009 | 00:00

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