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Sojaöl: Neuer Aufwärtsimpuls?



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Als stützender Faktor erwies sich jüngst zum einen die Schließung von Short-Positionen. Dazu könnte eine kurzfristig erhöhte Nachfrage aus dem Nahrungsmittelsektor beigetragen haben, dem größten Verbraucher des Öls, aus dem Margarine, Back- und Frittierfett sowie Speise- und Tafelöle hergestellt werden. Daneben half wohl jüngst auch der sich wieder stabilisierende Rohölpreis. Auf den ersten Blick ein wenig logischer Zusammenhang. Sojaöl wird jedoch auch zur Erzeugung von Biodiesel, insbesondere in den USA, genutzt, auch wenn der Kraftstoff gerade einmal 3% am gesamten Verbrauch von Sojabohnen ausmacht, aus dem das Öl gewonnen wird. Entsprechend gibt es neben der sehr großen Korrelation mit dem Preis für Sojabohnen auch eine kleine mit dem Rohölpreis.

Neue Subventionen?

Einen positiven Einfluss hatte jüngst wohl auch US-Präsident Barack Obama, der noch einmal den stärkeren Einsatz regenerativer Energiequellen forderte. Nicht zuletzt die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko dürfte ihm dazu Anlass genug geben. Neben Solar- und Windenergie setzt er auf Biodiesel, der in den USA zum Großteil aus Sojaöl gewonnen wird. Allerdings ist die Biodieselindustrie eigenen Angaben zufolge noch sehr stark von Steuervergünstigungen abhängig. Und hier herrscht nach wie vor Unsicherheit darüber, ob und wann die Subventionen wieder eingeführt werden, die Ende 2009 ausliefen. Bis dahin steuerte der Staat einen US-Dollar je Gallone bei. Ohne die Subventionen ist Biodiesel aus Sojaöl meist deutlich teurer als fossiler Diesel, was auf die Nachfrage drückt. Sollten aber neue Subventionen verabschiedet werden, könnte ein größerer Aufwärtsimpuls starten. Vielleicht haben sich die Investoren auch in diesem Zusammenhang jüngst bereits etwas positioniert. Für weitere Abgaben spräche indes ein Bruch des Aufwärtstrends.

28.05.2010 | 00:00

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