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Urlaubslust statt Dieselfrust: Öl-Investments für die Tankfüllung

Marcus Landau empfiehlt, gestiegene Kraftstoffpreise durch Rohstoff-Investments zu kompensieren.

Wer da kein Fernweh kriegt .... Kloster Edschmiatsin in Armenien, nur durch die von der Türkei widerrechtlich annektierten westarmenischen Gebiete vom Meer getrennt... (Bild: Fotolia / Saiko3)


Wer sich zu Ferienbeginn über hohe Spritpreise ärgert, sollte seinen Blickwinkel ändern: Denn die verantwortlichen Mineralölkonzerne bieten vielfach interessante Anlagechancen. Zum Beispiel in der Urlaubsregion Mittelmeer.

Von Marcus Landau

Die Ferienzeit naht. Bevor sie allerdings die ersehnte Erholung finden, werden sich auch in diesem Jahr zahlreiche Urlauber einem alljährlichen Ärgernis ausgesetzt sehen: Pünktlich zum Ferienstart steigt der Spritpreis und die Tankfüllung für den Trip an das Mittelmeer, die Nord- oder Ostsee belastet die Urlaubskasse stärker als erwünscht. Das gilt umso mehr, als Benzin und Diesel ohnehin um einiges teurer sind als noch vor Jahresfrist. Kostete der Liter Super vor der letztjährigen Feriensaison etwa 1,30 Euro, sind es heute bereits 1,45 Euro. Diesel ist von 1,10 Euro auf 1,30 Euro geklettert.

Wesentlicher Grund ist der deutlich gestiegene Ölpreis. So hat sich das Fass Rohöl der Nordseesorte Brent auf Jahressicht um fast 50 Prozent auf über 75 US-Dollar verteuert. Damit geraten die 80-, 90- und 100-Dollar-Marken wieder in den Blick einiger Marktbeobachter. Auch wenn zurzeit ungewiss ist, ob sie recht behalten werden: Keinesfalls ist zu erwarten, dass die Fahrt in den Urlaub nach der „Sommer-Depression 2017“ am Ölmarkt in diesem Jahr günstiger werden wird.

Clevere Anleger sorgen vor und bleiben an der Zapfsäule gelassen, auch wenn die Mineralölkonzerne wie jedes Jahr kräftig an der Preisschraube drehen. Denn schon mit einem kleinen Öl-Investment lässt sich im aktuellen Umfeld mehr herausholen als ein paar Tankfüllungen. Interessanter als ein Direktinvestment, dessen Erfolg maßgeblich von den Erwartungen der Marktteilnehmer mitgeprägt wird, erscheint dabei der Fokus auf die Aktien der Mineralölgesellschaften selbst. Die Futures-Kurve sowie mögliche Rollgewinne, aber auch –verluste, welche die Anlagen in den Rohstoff schwerer planbar machen, spielen dabei eine wesentliche Rolle.

Etliche Mineralölgesellschaften haben ihren Hauptsitz in den beliebtesten Urlaubsländern der Deutschen – ein gedanklicher Abstecher zur Ferienzeit erscheint da so naheliegend wie lohnenswert. Wer an der Adria, in Ligurien oder auf Sizilien Urlaub macht, sollte einen Blick in die italienische Hauptstadt werfen. In Rom hat Eni seine Zentrale. Dank seines Schwerpunkts auf Förderung und Exploration profitiert der Konzern stark von der Normalisierung des Ölpreises. Eine der höchsten Sensitivitäten der Branche gegenüber dem Ölpreis macht Eni dabei zu einer interessanten indirekten Alternative zum Direktinvestment in Öl.

Spanien-Urlaubern wird Repsol nicht fremd sein. Der Konzern, der an über 3.000 Standorten in seinem Heimatland Spanien mehr als jede vierte Tankstelle betreibt und zudem stark auf dem lateinamerikanischen Markt vertreten ist, gehört ebenfalls zu den großen Öl- und Gasförderern und sollte von der Stabilisierung des Rohölpreises profitieren. Gerade Repsols Stärke im Raffinerien-Geschäft, das derzeit ein günstiges Umfeld mit starken Margen aufweist, könnte dem Kurs der Aktie weiteren Auftrieb verleihen.

Wer schnell ans Urlaubsziel kommen will, tritt aufs Gas und nutzt den Turbo. Das kann sich auch im übertragenen Sinn lohnen: Gerade mit Blick auf eine durchaus denkbare Korrektur am Ölmarkt im Spätsommer könnte ein kurzfristiges Engagement in einen Endlos Turbo Long auf Eni oder Repsol Erfolg versprechend sein. Schon kleine Kursanstiege der Ölaktien lassen sich mit den Papieren durch die Hebelwirkung überproportional nutzen.

Wer stattdessen ganz entspannt ein Ferienziel in der näheren Umgebung ansteuert, greift auch beim Investment möglicherweise eher zur gemächlicheren Gangart. Hier empfehlen sich beispielsweise die Aktienanleihen auf die Ölaktien. Sie versprechen je nach Ausstattung auch dann einen Ertrag, wenn die Kurse wider Erwarten stagnieren oder sogar mäßig nachgeben. Dafür ist der maximale Ertrag zwar attraktiv, aber begrenzt.

16.06.2018 | 11:20

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