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Was machen Gold, Silber und Co.?

Edelmetalle in Wartestellung. (Bild: Fotolia / Taras Vyshnyra)


Die Seitwärtsbewegung bei Gold hält an, Aluminium ist so viel Wert wie seit sieben Jahren nicht mehr und beim Öl geht es weiter aufwärts. Aktien von Minengesellschaften konnten im Schnitt leicht zulegen. Ein Blick auf aktuelle Entwicklungen am Rohstoffmarkt.

Der Rohstoffsektor knüpfte im April im Großen und Ganzen an seine Entwicklung der letzten Monate an. Gold tendierte mit einem Minus von 1,2 Prozent leicht abwärts und schloss den Monat bei 1.316 US-Dollar pro Feinunze. Erneut konnte das gelbe Metall die Marke um 1.350 US-Dollar nur zwischenzeitlich überwinden und korrigierte im Anschluss nach unten. Auch der kleine Bruder Silber kletterte nur kurzfristig auf ein neues Drei-Monatshoch auf 17,34 US-Dollar pro Feinunze. Letztlich beendete das weiße Metall den Monat mit 16,32 US-Dollar, was einem minimalen Minus von 0,5 Prozent entspricht. „Gold ist erneut kein Ausbruchversuch gelungen und setzt seine Seitwärtsbewegung weiter fort. Silber hinkt erneut Gold hinter her, wobei auch dieser Monat deutlich volatiler verlief als bei Gold. Insgesamt befinden sich die Edelmetallmärkte aber nach wie vor in Wartestellung“, sagt Martin Siegel, Edelmetallexperte und Geschäftsführer der Stabilitas GmbH.

Platin und Palladium entwickelten sich im April gegensätzlich. Platin setzte seinen Mitte Februar begonnen Abwärtstrend fort und verlor auf Monatssicht 2,1 Prozent. Es notierte zum Monatsende bei 905 US-Dollar und damit so schwach wie seit Mitte Dezember nicht mehr. Palladium entwickelte sich im Vergleich extrem volatil. Das Metall bewegte sich innerhalb einer Handelsspanne von bis zu zehn Prozent und rutschte zwischenzeitlich auf ein Acht- Monatstief. Es beendete den Monat aber schließlich mit einem Plus von 4,2 Prozent bei 966 US-Dollar. „Bei Palladium war die Volatilität zuletzt

klar höher als bei Platin. Grundsätzlich folgen beide Industriemetalle aber ihrem mittelfristigen Abwärtstrend“, sagt Siegel.

Die Aktien der Minengesellschaften konnten im April leicht zulegen. „Es ist derzeit eine Stabilisierung

im Markt zu erkennen und die Gewinner- und Verliereraktien halten sich die Waage. Obwohl der Marktbereits eine vorsichtige relative Stärke zu den Metallpreisen entwickelt, ist jedoch noch kein Kaufsignal abzuleiten“, sagt Siegel.

Die Basismetalle entwickelten sich im vergangenen Monat uneinheitlich. Zink und Blei verloren 4,4 und zwei Prozent an Wert, während Kupfer mit einem Plus von einem Prozent und Nickel mit einem von 3,1 Prozent Kursgewinne verbuchten. Monatssieger war Aluminium mit einem Plus von 11,7 Prozent, das zwischenzeitlich um 27 Prozent zulegte und auf über 2.500 US-Dollar pro Tonne stieg, was ein 7-Jahreshoch markiert. Gegen Monatsende gab der Kurs wieder etwas nach und schloss bei 2.222 US-Dollar. „Die Diskussion um Sanktionen und mögliche Zölle auf Aluminium hat die Volatilität zuletzt sichtbar befeuert. Nicht vergessen sollte man aber die Korrelation zu den Energiepreisen. Steigende Preise wie derzeit bei Öl sind ein zusätzlicher Kurstreiber für Aluminium, bei dem der Energieanteil den größten Teil der Produktionskosten ausmacht“, sagt Siegel.

Brent-Öl verzeichnete erneut einen starken Monat, gewann sechs Prozent hinzu und schloss bei 73,80 US-Dollar pro Barrel. Damit hat Öl die wichtige Marke von 70 US-Dollar geknackt. Mit 74,94 US-Dollar notierte das schwarze Gold kurzzeitig auf einem neuen Drei-Jahreshoch. „Der Ölpreis klettert immer weiter und bemerkenswerterweise ohne, dass dies auf besonders großes öffentliches Interesse stößt “, kommentiert Siegel abschließend. Anleger sollten die Ölpreisentwicklung und von ihr ausgehende Inflationssignale allerdings aufmerksam verfolgen.

Stabilitas Fonds Edelmetall- und Rohstoff-Report

 

 

 

03.05.2018 | 14:50

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