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Was treibt den Zinkpreis?



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Seitens der fundamentalen Daten gibt es nicht gerade klare Kaufargumente. Nach dem jüngsten Bericht des World Bureau of Metals Statistics zeigte der Zinkmarkt im Zeitraum Januar bis Mai 2010 einen Überschuss von 241.000 Tonnen und damit mehr als im Vorjahreszeitraum mit 210.000 Tonnen. Zwar stieg die weltweite Nachfrage um 556.000 Tonnen, dies wurde durch eine höhere Minenproduktion aber mehr als ausgeglichen. Auch die anhaltende starke Nachfrage des weltweit größten Verbrauchers, China, konnte diesen Effekt nicht kompensieren. Dort hat die Wachstumsdynamik beim Bedarf gegenüber den Rekordwerten aus dem Vorjahr zudem nachgelassen. Ferner schwollen die Lagerbestände der Terminbörsen in London und Schanghai im Zeitraum Januar bis Mai binnen Jahresfrist um 246.000 Tonnen an. Und auch die jüngsten Lagerdaten der London Metal Exchange (LME), scheinen auf den ersten Blick nicht gerade zu Käufen einzuladen. Dort befinden sich aktuell mehr als 618.000 Tonnen des Metalls. Die Vorräte liegen somit nur knapp unter dem Wert von Ende Mai als mit 620.475 Tonnen das höchste Niveau seit mehr als fünf Jahren erreicht wurde.

Forward-Kurve und Shorteindeckungen

Warum legte der Zinkpreis zuletzt dennoch so kräftig zu? Eine Erklärung könnte die steigende Forward-Kurve (Contango) sein. Kommerzielle Investoren, die das Metall bereits am Terminmarkt zu einem späteren Zeitpunkt verkauft haben, könnten einen Teil der Bestände halten, um das Zink zum vereinbarten Termin zu liefern, was das Bild verzerrt. Eine zweite Ursache für den jüngsten Preisanstieg könnten Shorteindeckungen im Vorfeld der Lieferung am 21. Juli gewesen sein, die im Zuge der kräftigen Korrektur eingegangen wurden. Dass sich die Erholung fortsetzt, ist somit nicht sicher und die zuletzt eingetrübten Konjunkturaussichten könnten den Preis wieder belasten.

23.07.2010 | 00:00

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