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Zucker: Produktionsengpass befürchtet

Zucker

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Regenfälle führen zu Ernteausfällen

In den letzten Jahren hat Zucker eine abwechslungsreiche Geschichte erlebt, während ein neues Gesundheitsbewusstsein in den westlichen Industrieländern eine Abkehr vom Zucker in der Lebensmittelbranche zelebrierte, stieg die Nachfrage in Asien aufgrund des wachsenden Wohlstandes. Darüber hinaus gewann die Nutzung des aus Zuckerrohr gewonnenen Ethanols als Benzinersatz immer mehr an Bedeutung. Vorreiter in diesem Bereich ist Brasilien, wo seit den 70er-Jahren die Verwendung von Ethanol als Treibstoffbeimischung durch Vorgaben an die Motorenbauer gefördert wird. Gleichzeitig ist Brasilien der größte Zuckerproduzent weltweit. Allerdings erwartet die Londoner Beratungsfirma Czarnikow, dass die Zuckerproduktion in Brasilien in dem seit April laufenden Erntejahr 2009/10 deutlich niedriger ausfällt als bislang erwartet. Aufgrund kräftiger Regenfälle und den damit verbundenen Ernteausfällen wurde die Produktionsprognose für die brasilianische Hauptanbauregion Mitte-Süd um 5% auf 29,2 Mio. Tonnen nach unten revidiert.

Technische Lage angespannt

Gleichwohl stehen die Zeichen für den Zuckerpreis aus charttechnischer Sicht derzeit auf Korrektur. Nachdem es im Juni zu einer beschleunigten Aufwärtsbewegung kam, in deren Verlauf der Preis aus dem Trendkanal nach oben ausbrach und auf 24,85 US-Cent zulegte, kam es im Anschluss zu deutlichen Abgaben. In dieser Woche traf Zucker auf Unterstützung in Form der oberen Begrenzung des früheren Aufwärtstrendkanals. Diese bewährte sich bereits Anfang September 2009 als Unterstützung, weshalb ein Rebreak in den Kanal umso bearisher zu werten wäre. Sobald Zucker unter das Zwischentief vom 04.09. 2009 bei 20,50 US-Cent zurückfällt, muss mit einem Test der unteren Kanalbegrenzung bei derzeit 18,64 US-Cent gerechnet werden. Ein Anstieg über den kurzfristigen Abwärtstrend bei 21,71 US-Cent und anschließend über das Zwischenhoch bei 22,89 US-Cent würde die Lage entspannen.

22.10.2009 | 00:00

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