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Rüdiger Grube: Stets um Haltung bemüht

Gegenüber den Medien bleibt der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn – ganz im Gegensatz zu seinem Vorgänger Hartmut Mehdorn – stets sachlich, wenn er die jüngsten Entwicklungen im Tarifstreit kommentieren soll.

BÖRSE am Sonntag

Gegenüber den Medien bleibt der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn – ganz im Gegensatz zu seinem Vorgänger Hartmut Mehdorn – stets sachlich, wenn er die jüngsten Entwicklungen im Tarifstreit kommentieren soll.

„Die Person, deren Namen ich nicht in den Mund nehmen will“, sagt Rüdiger Grube dann nur. Man kann seine Enttäuschung über den Bundesvorsitzenden der GDL, Claus Weselsky, nur erahnen. Persönliche Beleidigungen sind nicht sein Stil, auch wenn die GDL seinen jüngsten Vorschlag eines neutralen Beobachters bei den Tarifverhandlungen als PR-Gag zurückweist. Zu viel steht auf dem Spiel. Der 63-jährige Manager, der seit sechs Jahren an der Spitze der Deutschen Bahn steht, will die Chance auf eine Einigung nicht zerstören.

Schon 2014 Jahr beliefen sich die Streikkosten auf 160 Millionen Euro. In diesem Jahr droht die Summe deutlich höher auszufallen. Der Arbeitskampf, der laut Grube auch der Wettbewerbsfähigkeit des Gesamtstandortes Deutschland schadet, dürfte bereits die Zahlen für das zweite Quartal deutlich belasten.

An seinen ambitionierten Plänen hält Grube dennoch fest: „Die Investitionen werden 2015 nicht unter das Rekordniveau des Vorjahres von 4,4 Milliarden Euro fallen.“ Die Mittel sind dringend notwendig, um das Schienennetz zu modernisieren. Auch gilt es, eine Antwort auf die zunehmende Konkurrenz der Fernbusse zu finden.  Über die notwendige fachliche Qualifikation, um diese enormen Herausforderungen zu meistern, verfügt Grube zweifelslos. Nach einer Lehre zum Metallflugzeugbauer studierte er Fahrzeugbau und Flugzeugtechnik.

Managementerfahrungen sammelte er unter anderem bei DaimlerChrysler. 2001 wurde er zum Vorstandsmitglied für die Konzernentwicklung ernannt. Ein weiteres Plus kommt hinzu: Grube braucht, so wird berichtet, nur vier Stunden Schlaf. Sollte er künftig persönlich die Verhandlungen mit Weselsky führen, wird er einen Vorteil haben. Denn da dürfte es spät werden.