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1,5 Grad-Ziel: Unternehmen machen kaum Fortschritte

(Foto: Shutterstock)



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Die größten Unternehmen der Welt versagen beim Klimaschutz. Seit dem Pariser Klimaabkommen 2015 hat sich fast nichts getan. In einigen Fällen wurden die Anstrengungen sogar zurückgefahren.

Zu diesem ernüchternden Ergebnis kommt die neue ESG Book-Analyse, die vom Vermögensverwalter Arabesque entwickelt wurde. Die Studie vergleicht die Klimadaten der größten Unternehmen in den Börsenindizes der sechs reichsten Volkswirtschaft der Welt.

Im britischen Leitindex FTSE 100 hätten sich ursprünglich 21 Prozent der gelisteten Unternehmen auf eine maximale Erderwärmung von 1,5 Grad Celsius bis 2050 festgelegt. 2021 hat sich daran nichts geändert. Noch immer planen also offenbar nur ein Fünftel der größten börsennotierten Unternehmen in Großbritannien mit weitreichenden Klimaschutzmaßnahmen. Im DAX sind es mit 28 Prozent zwar insgesamt mehr Unternehmen, die dem in Paris festgelegten Erderwärmungs-Ziel Folge leisten wollen, allerdings ist das ein leichter Rückgang zu den 29 Prozent von 2015. Auch im indischen Börsenindex BSE 30 wurden aus 25 nun 24 Prozent. Das sind beide Male nur geringe Rückgänge, aber das Entscheidende ist: Es ist eine Stagnation. Den Studienergebnisse nach, hat sich seit 2015 also nichts getan.

Etwas besser sieht es in den USA, Japan und China aus. Im S&P500 stiegt die Anzahl der Unternehmen, die den Daten nach das 1,5 Grad-Ziel einzuhalten versuchen, von 14 auf 22 Prozent, im Nikkei 225 von 24 auf 30 Prozent, im SSE50 von null auf vier Prozent. „Sieben Jahre nach dem Pariser Abkommen werden Klimaverpflichtungen nicht mehr ausreichen, die größten Unternehmen der Welt werden nun an ihren Taten gemessen“, erklärt Daniel Klier, President der Arabesque-Group.

Der größte Fortschritt liegt vielleicht darin, dass inzwischen immer mehr Unternehmen ihre Klimadaten offenlegen. Aber, sagt Klier: „Verbesserungen bei den Offenlegungen seit 2015 und bei den Klimaauswirkungen insgesamt sind vielversprechend. Aber da die Emissionen bis 2030 um 45 Prozent reduziert werden müssen, braucht es drastischer Maßnahmen für den Aufbau einer nachhaltigen Weltwirtschaft.“


10.03.2022 | 15:25

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