Beitrag teilen

Link in die Zwischenablage kopieren

Link kopieren
Suchfunktion schließen
Märkte >

Amazon und Alibaba enteilen

Die beiden E-Commerce-Giganten Alibaba und Amazon ziehen der Konkurrenz davon. Beide expandieren mit Hochdruck, die Pandemie sorgt für eine gigantische Sonderkonjunktur. Analysten kommen mit den Anpassungen ihrer Schätzungen kaum hinterher.

Amazon verschickt immer mehr Pakete und verdient mit seiner Cloud-Sparte Milliarden. In Asien steht Alibaba dem in nichts nach. (Foto: Shutterstock)

Die beiden E-Commerce-Giganten Alibaba und Amazon ziehen der Konkurrenz davon. Beide expandieren mit Hochdruck, die Pandemie sorgt für eine gigantische Sonderkonjunktur. Analysten kommen mit den Anpassungen ihrer Schätzungen kaum hinterher.

Die beiden Branchengrößen Alibaba und Amazon sind derzeit nicht nur die dominierenden E-Commerce-Plattformen, sondern expandieren schon seit geraumer Zeit mit Hochdruck in neue Geschäftsbereiche. Hierbei haben sich die beiden Techgiganten in jüngerer Vergangenheit vor allem auf das ertragreiche Cloud-Geschäft fokussiert. Auch bei der Vorlage der aktuellen Unternehmenszahlen sind durchaus Parallelen zwischen Alibaba und Amazon zu erkennen. Beinahe erwartungsgemäß wurden die Voraussagen der Analysten bei weitem übertroffen. Das sich nun die beiden Unternehmensgründer Jack Ma und Jeff Bezos aus der Führungsspitze ihres jeweiligen Unternehmens zurückziehen werden, ist eine weitere erstaunliche Gemeinsamkeit der beiden erfolgsverwöhnten Konzerne.

Alibaba überzeugt in allen Bereichen

Der chinesische Internet-Riese Alibaba bleibt nach den gewohnt starken Zahlen für das dritte Geschäftsquartal auf Erfolgskurs. Das Unternehmen mit Sitz im chinesischen Hangzhou legte trotz der Krise deutlich zu und übertraf wiedermal die Erwartungen der Analysten. Wie Alibaba-Chef Daniel Zhang mitteilte stiegen die Erlöse im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp 37 Prozent auf EUR 28,3 Mrd. (CNY 221,1 Mrd.). Das starke Wachstum ist insbesondere auf die schnelle Erholung der chinesischen Wirtschaft zurückzuführen. Des Weiteren legte die Cloud-Sparte von Alibaba in den drei Monaten bis Ende Dezember um 50 Prozent zu und erreichte somit erstmalig die Gewinnzone. Im Eiltempo gelang es der chinesischen IT-Firmengruppe, im Bereich des Cloud-Geschäfts zu wachsen und somit sogar das Wachstum der Cloud-Sparte des größten Konkurrenten, Amazon AWS, zu übertreffen. Auch Alibabas Geschäfte mit Kunden aus dem Einzelhandel und dem öffentlichen Sektor treiben die Erlöse nach oben. Aufgrund dieser positiven Entwicklungen stieg der auf die Aktionäre entfallende Gewinn im Vergleich zum Vorjahr um 52 Prozent auf insgesamt CNY 79,4 Mrd..

Die Volksrepublik China hat sich mittlerweile zu einem der bedeutendsten E-Commerce-Märkte weltweit entwickelt und einer der größten Profiteure hiervon ist Alibaba. Auch wenn die Pandemie und die daraus resultierenden Maßnahmen das Land hart getroffen haben, erlebte der Online-Handel einen deutlichen Aufschwung und so gelang es Alibaba, auch während der Pandemie ein starkes Umsatzwachstum zu erreichen. Die Gewinne investiert das Unternehmen in zahlreiche Akquisitionen: So wurde die Singapurer E-Commerce-Plattform Lazada und die chinesische Videoplattform Youku Tudou übernommen. Außerdem investierte Alibaba in die US-amerikanische Ride-Sharing-App Lyft. Alles in allem trotzt das E-Commerce-Konglomerat nicht nur der aktuellen Krise, sondern nutzt diese, um das eigene Wachstum voranzutreiben.

Amazon Chef Jeff Bezos tritt zurück - Zahlen gigantisch

Der 57-jährige Manager des amerikanischen Unternehmens Amazon Jeff Bezos gab am Dienstagabend, nach Börsenschluss, seinen Rücktritt als CEO des größten Online-Händlers der Welt bekannt. Bezos war nicht nur seit 27 Jahren an der Spitze des Unternehmens tätig, sondern hat dieses im Jahr 1994 auch selbst gegründet. Er schaffte es aus dem damaligen Online-Buchladen, einen der weltweit wertvollsten Konzerne mit einem geschätzten Wert von USD 1,69 Bio. zu schaffen. Bezos wird dem Unternehmen noch bis zum dritten Quartal 2021 als CEO erhalten bleiben. Danach wird er weiterhin, als geschäftsführender Vorsitzender des Verwaltungsrates, die Möglichkeit haben, wichtige Entscheidungen für das Unternehmen zu treffen. Ab Juli soll dann Andy Jessy, der derzeitige Verantwortliche der Cloud-Sparte AWS, den Posten des CEOs übernehmen.

Zeitgleich mit der Bekanntgabe des Rücktritts von Jeff Bezos veröffentlichte Amazon die Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr 2020. Das Unternehmen konnte die Markterwartungen nicht nur erfüllen, sondern sogar übertreffen. Aufgrund der weltweiten Pandemie und dem damit verbundenen höheren Aufkommen an Online-Bestellungen, verdiente der Konzern im Jahr 2020 USD 21,3 Mrd.. Das entspricht nicht nur einem Anstieg von fast 84 Prozent gegenüber dem Vorjahr, sondern stellt auch die Bestmarke des Unternehmens dar. Vor allem auch der Bereich des neuen CEOs Andy Jessy, das Cloud-Geschäft, hat enorm zu diesem Ergebnis beigesteuert. Das Geschäftsmodell von AWS beruht zum einen darauf, Speicherplatz im Internet als sogenannte Cloudlösung anzubieten. Als Ertragstreiber gilt aber vor allem die AWS-Plattform, welche von unzähligen Unternehmen für die Entwicklung und den Betrieb ihrer Internetanwendungen verwendet wird. Mit Hilfe von AWS konnte der Quartalsumsatz des vierten Quartals 2020 um knapp 28 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesteigert werden. Auch konnte im Geschäftsjahr 2020 die Mitarbeiterzahl von rund 798.000 im Jahr 2019 auf stolze 1.298.000 angehoben werden.

Eine Analyse von Vontobel

Lesen Sie auch:  Grenke-Aktie: Zocken statt Anlegen