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Anleger können viel Geld beim Fondskauf sparen

Seit sieben Jahren können Anleger Fondsanteile über die Börse handeln. Dennoch ist vielen von ihnen diese Möglichkeit immer noch unbekannt. Dabei bietet der börsliche Fondshandel gegenüber dem Kauf bei der Kapitalanlagegesellschaft viele Vorteile: wie geringere Kosten und mehr Flexibilität.

BÖRSE am Sonntag

Die Kaufentscheidung für einen Fonds ist gefallen, der Auftrag an die Kapitalanlagegesellschaft (KAG) erteilt. Doch ein paar Tage später sind viele Anleger erstaunt, wenn sie die Kaufabrechnung ihrer Bank in den Händen halten. Zum einen steht jetzt erst der Kaufkurs fest und kann von den Erwartungen abweichen. Zum anderen reduzieren Ausgabeaufschläge von bis zu sechs Prozent die Investitionssumme. Das macht bei größeren Anlagesummen schnell ein paar hundert Euro aus, die die Rendite schmälern und zunächst wieder erwirtschaftet werden müssen. Diese Nachteile können ganz einfach vermieden werden – wenn Anleger Fonds über die Börse kaufen.

Fondshandel auch an der Börse möglich

Seit 2002, als die Börse Hamburg den börslichen Fondshandel einführte, ist es möglich, Fonds wie Aktien über die Börse zu handeln. Dazu müssen die Anleger lediglich bei Orderaufgabe über ihre Bank eine Börse als Handelsplatz angeben. Dieser Handelsweg ist jedoch immer noch vielen Fondsanlegern unbekannt. Laut einer Umfrage der Börse Hamburg weiß selbst von den befragten gut informierten Online-Tradern fast ein Viertel nicht, dass sie Fonds auch über die Börse handeln können. Dabei bietet der börsliche Fondshandel wesentliche Vorteile: Fondskurse werden an der Börse zum Beispiel fortlaufend während der Handelszeit festgestellt – die Investmentgesellschaft ermittelt hingegen nur einmal täglich einen Kurs. Anleger wissen beim Kauf über die Börse deshalb sofort, zu welchem Kurs ihre Order ausgeführt wird. Jederzeit können sie auf Marktbewegungen reagieren, sind also schnell und flexibel. Außerdem können sie bei der Orderaufgabe ein Kurslimit setzen und damit vermeiden, zu einem schlechteren, also höheren Kurs als gewünscht zu kaufen. Zudem besteht die Möglichkeit, eine Stop-Loss- Order aufzugeben. Damit wird automatisch ein Verkauf ausgelöst, wenn der Kurs eines Fonds unter eine bestimmte Marke fällt. In Zeiten unruhiger Märkte ist dies ein wichtiges Instrument zur aktiven Depotsteuerung.

Preisvorteil: Kein Ausgabeaufschlag

Der größte Vorteil des börslichen Fondshandels ist jedoch der Wegfall des Ausgabeaufschlags von bis zu 6 Prozent. Stattdessen fällt an der Börse nur die Maklercourtage in Höhe von 0,08 Prozent des Kurswertes an, zuzüglich der individuellen Bankprovision und dem im Wertpapierhandel üblichen Spread (eine Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs, max. 1% bei Aktienfonds mit Schwerpunkt DAX). Den Sparvorteil zeigt eine Beispielrechnung für den Kauf des Stuttgarter-Aktien-Fonds (WKN A0Q72H). Dieser war im ersten Halbjahr der meistgehandelte Aktienfonds an der Börse Hamburg. Bei einem Odervolumen von 10.000 Euro verfügen Anleger beim börslichen Fondshandel nach Abzug der Kosten über einen mehr als 400 Euro höheren Anlagebetrag als beim Kauf über eine KAG. Unter www.boersenag.de können Anleger das Sparpotenzial mit Hilfe des „Fondsrechners“ für jeden der rund 3.600 an der Börse Hamburg gelisteten Fonds berechnen.

Dr. Thomas Ledermann
Geschäftsführer der Börse Hamburg