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BB Biotech investiert Übernahme-Erlöse in neue Technologien

(Foto: deepadesigns / shutterstock.com)


BB Biotech behauptete sich 2018 in einem herausfordernden Aktienmarktumfeld. Die Gesamtrendite fiel mit Minus 5,2 Prozent in Schweizer Franken zwar negativ aus, lag aber über der Portfolioperformance von Minus 14,5 Prozent, was das anhaltende Vertrauen der Aktionäre in BB Biotech widerspiegelt. Im Jahresverlauf erzielte BB Biotech durch den Verkauf von drei Portfoliopositionen beachtliche Gewinne.

Die Verluste auf bestehenden grösseren Portfoliobeteiligungen sowie die allgemein schwache Aktienmarktentwicklung konnten dadurch jedoch nicht vollständig kompensiert werden. Die deutliche Korrektur an den Aktienmärkten im Dezember übertraf die zuvor seit Jahresanfang erzielten Gewinne.

Die Aktie verlor im vierten Quartal 18,8 Prozent, während das Portfolio im gleichen Zeitraum ein Minus von 18,2 Prozent verzeichnete. In Zahlen bedeutet dies einen Verlust von 643 Millionen Schweizer Franken und für das Gesamtjahr 2018 von 471 Millionen. Das Management setzt die Repositionierung des Portfolios mit Blick auf den kommenden Wachstumszyklus im Biotechnologiesektor fort. Ungeachtet der schwierigen Lage an den Finanzmärkten verzeichnet die Biotechnologiebranche beachtliche fundamentale Fortschritte. Die jüngste Marktkorrektur hat attraktive Einstiegsmöglichkeiten geschaffen und so wurde das Portfolio um drei neue Unternehmen erweitert. Der Verwaltungsrat setzt die Dividendenpolitik der letzten Jahre fort und schlägt der Generalversammlung vom 21. März 2019 wiederum eine ordentliche Dividende im Umfang von fünf Prozent des volumengewichteten Durchschnittskurses der Aktie im Dezember 2018 von 3,05 Schweizer Franken pro Aktie vor.

Alle führenden globalen Aktienindizes gaben 2018 nach. Ursächlich dafür waren die weltweite Konjunkturabkühlung infolge der Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China sowie Sorgen um eine Straffung der US-Fiskalpolitik. Die Europäische Union war mit Unsicherheiten betreffend des bevorstehenden Brexit und Haushaltssorgen einiger Mitgliedstaaten konfrontiert. Dow Jones, Nasdaq Composite, DAX und SPI büssten an Wert ein. Der Nasdaq Biotech Index (NBI) verlor im Berichtsjahr rund 8,9 Prozent an Wert. Das Gros dieser Verluste ist auf ein schwaches viertes Quartal zurückzuführen, in dem die meisten dieser Leitindizes in Prozent zweistellig nachgaben.

Abgesehen von der allgemeinen Lage an den Märkten und dem schwierigen Jahresende an den Börsen kann das Management dem letzten Jahr viel Positives abgewinnen. So sah man beachtliche Fortschritte bei der Medikamentenentwicklung und im gesamten Biotechnologiesektor. Im vierten Quartal 2018 hat die US-Zulassungsbehörde FDA 18 neue Arzneimittel zugelassen, womit die Gesamtzahl der Zulassungen im Berichtsjahr auf einen Rekordwert von 59 stieg. Der Kapitalbedarf der zahlreichen Börsengänge und Kapitalerhöhungen überstieg die Mittelzuflüsse in die auf Biotechnologie spezialisierten Anlageprodukte. Dadurch fanden viele der Kapitalerhöhungen im Berichtsjahr unter ungünstigen Bedingungen statt. Dennoch wurde der Grossteil dieser Transaktionen umgesetzt, da die fundamentalen technologischen Fortschritte und die zugrundeliegenden Marktbedürfnisse Wertpotenzial bereithalten. Die Bewertungskorrekturen fast aller Biotechfirmen dürften 2019 neue Chancen für Wertsteigerungen und mögliche Übernahmen bieten.

Starkes Aktionärsvertrauen untermauert BB Biotechs relative Stabilität im Geschäftsjahr 2018
Für 2018 wies die Aktie von BB Biotech eine Gesamtrendite von 5,2 Prozent aus, ein Verlust, der dank des anhaltend starken Vertrauens ihrer Aktionäre geringer als der Verlust des zugrundeliegenden Portfolios ausfiel. Die in Euro erzielte Gesamtrendite wurde durch die Abwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar begünstigt. Der Innere Wert (NAV) des Portfolios sank um 14,5 Prozent in Schweizer Franken beziehungsweise 11,1 Prozent in Euro und 15 Prozent in US-Dollar.

Seit der Aufnahme von BB Biotech in den SPI und den SMIM Index am 24. September 2018 stieg die kurzfristige Volatilität zuerst aufgrund der breiteren Aktiennachfrage, gefolgt von Schwankungen eines schwierigen Marktumfelds. Der NAV des Portfolios von BB Biotech spiegelt für den gleichen Zeitraum die allgemeine Börsenkorrektur mit einem Minus von 18,2 Prozent wider. Dabei schnitt das Portfolio im vierten Quartal aus Performancesicht besser ab als die Benchmark (NBI).

Die konsolidierten, aber noch nicht geprüften Viertquartalszahlen 2018 zeigen einen Nettoverlust von 643 Millionen Schweizer Franken gegenüber einem Vorjahresverlust von 156 Millionen Schweizer Franken. Das konsolidierte, aber noch nicht geprüfte Zahlenwerk für das Gesamtjahr 2018 weist einen Nettoverlust von 471 Millionen Schweizer Franken gegenüber einem Vorjahresgewinn von 688 Millionen Schweizer Franken aus.

Dividendenvorschlag von 3,05 Schweizer Franken pro Aktie

Der Verwaltungsrat wird der Generalversammlung am 21. März 2019 eine reguläre Dividende von 3,05 Schweizer Franken pro Aktie vorschlagen. Das entspricht einer Dividendenrendite von fünf Prozent auf den volumengewichteten Durchschnittskurs der Aktie von BB Biotech im Dezember 2018 - im Einklang mit der 2013 eingeführten Ausschüttungspolitik.

Portfolioanpassungen im vierten Quartal 2018

Im vierten Quartal trennte sich BB Biotech von drei Positionen. Dazu zählte die Aktie von Tesaro im Rahmen einer Übernahme. Bevor Glaxo Smith Kline eine Offerte von 75 US-Dollar pro Tesaro Aktie annoncierte, was insgesamt einen Kaufpreis von fünf Milliarden US-Dollar ausmacht, hatte BB Biotech ihr Engagement bei tiefer Bewertung aufgebaut. BB Biotech veräusserte die gesamte Position zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Transaktionsdokumente, woraufhin der Cash-Anteil des Portfolios um acht Prozent stieg, und erzielte damit einen beachtlichen Gewinn zu einer Zeit, als die Aktienmärkte unter massivem Druck standen. Darüber hinaus verkaufte BB Biotech die restlichen Beteiligungen an Novo Nordisk und Achillion.

Zu Beginn des vierten Quartals wurden weitere Gewinne bei anderen Large Caps realisiert, nämlich Celgene, Gilead und Regeneron. Diese Erlöse wurden im Rahmen der angekündigten strategischen Portfolioreallokation reinvestiert - dabei galt der Fokus bestehenden Small- und Mid-Cap-Positionen und einigen vielversprechenden neuen Unternehmen. BB Biotech nutzte das Marktumfeld für die Aufstockung ihrer bestehenden Beteiligungen an mittelgrossen Firmen wie Neurocrine, Agios, Alnylam und Sage zu attraktiven Bewertungen und zum Ausbau ihrer Engagements in Argenx, Nektar, Myokardia und G1 Therapeutics. Ferner investierte BB Biotech in Moderna Therapeutics sowohl durch Partizipation am Rekordbörsengang (600 Millionen US-Dollar) als auch durch den Kauf von weiteren Aktien, deren Kurs infolge des Ausverkaufs nach dem IPO gesunken war und die daher eine attraktive Kaufgelegenheit darstellten.

Eine weitere Investition wurde in Kezar Life Sciences getätigt. Das Unternehmen, eine neue Position von BB Biotech, fokussiert sich auf Autoimmunerkrankungen. Kezars führender Produktkandidat KZR-616 ist ein Immunproteasom-Inhibitor und wird in Kürze Phase-II-Versuche als Wirkstoff zur Behandlung von Patienten mit Lupus Nephritis durchlaufen.

21.01.2019 | 16:18

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