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Es ist nie zu spät: Private Altersvorsorge ab 50


Wenn der 60. Geburtstag langsam näher rückt, machen sich viele erstmals Gedanken über ihre Altersversorgung. Oft droht die Erkenntnis, dass die gesetzliche Rente sehr spärlich ausfallen wird. Das sollte allerdings kein Grund zur Resignation, sondern ein Ansporn sein: Denn auch mit 50+ ist die private Altersvorsorge für Beschäftigte noch lohnenswert.

Finanzielle Bedrohung: Die Rentenlücke

Rentner benötigen im Ruhestand durchschnittlich 80 Prozent ihres letzten Nettoeinkommens, um über die Runden zu kommen. Viele von ihnen bekommen in Zukunft allerdings deutlich weniger. Das liegt an der Versorgungs- oder Rentenlücke: Das ist die Differenz zwischen dem letzten Nettogehalt und der Höhe des monatlichen Rentenbezugs. Diese Lücke wird sich für zukünftige Generationen vergrößern, da die gesetzliche Rente aufgrund der demografischen Entwicklung immer geringer ausfallen wird.

Wer nicht frühzeitig in langfristige Vorsorge-Optionen wie die Rürup-Rente, die Riester-Rente oder die betriebliche Altersvorsorge (bAV) investiert hat, muss ab dem 50. Lebensjahr Geld aus dem eigenen Nettoeinkommen ansparen, wenn er seine Rentenlücke schließen will.

Eine Immobilie kommt als private Altersvorsorge ab 50 nur selten infrage, denn sie setzt ein hohes Investitionsvolumen voraus – Kapital, das viele nicht haben.

Im Fokus: Eine hohe Rendite

Weil ab 50 nur wenig Zeit bis zur Rente verbleibt, ist eine möglichst hohe Rendite bei der Anlage das Ziel. Deshalb ist es empfehlenswert, so viel wie möglich zu investieren – allerdings: Der Inhalt des eigenen Kühlschranks und die laufenden Kosten sollten nicht unter den Ausgaben für die private Altersvorsorge leiden. Sorgsames Kalkulieren ist also gefragt.

Ebenso wichtig ist es, zwischen 50 und dem Renteneintritt strategisch anzusparen: Je nach Anlegertyp und vorhandenem Kapital kann das Geld zunächst in risikoreichen Anlageformen angelegt werden. Rückt der Renteneintritt näher, steht immer weniger Zeit zum Sparen zur Verfügung – deshalb sollten Anleger in diesem Zeitraum das Portfolio auf konservative Anlageformen umstellen, um Verluste kurz vor Beginn der Rente auszuschließen.

Steht der Vorsorgesparer vor der Entscheidung für die eine oder andere Anlageform, gilt es, hohe Abschlusskosten und Gebühren zu vermeiden – sie schmälern die Rendite. Finanzprodukte mit langer Laufzeit sind ebenfalls nicht sinnvoll, wenn sie über das Renteneintrittsalter hinausgehen.

Wichtig: Eine gute Beratung

Viele sind mit der Auswahl geeigneter Finanzprodukte für die Vorsorge ab 50 überfordert. Hier helfen entweder die Kundenberater der Banken und Sparkassen, freie Finanzberater oder Finanzberatungsfirmen wie die OVB Vermögensberatung AG oder Swiss Life Select. Oft haben diese Unternehmen bereits eine besonders geeignete Vorauswahl aus der Fülle von Anlageprodukten für ihre Klientel getroffen: Bei Swiss Life Select heißt dieser Auswahlprozess „Best-Select-Prinzip“.

Das Portfolio: Der Mix entscheidet

Je mehr Risiko, desto mehr Rendite, je weniger Risiko, desto weniger Rendite – in diesem Spannungsfeld bewegt sich die private Vorsorge ab 50. Dabei ist auch von Bedeutung, welcher Anlegertyp vorsorgt: ein konservativer, ein moderat risikofreudiger oder ein ganz und gar risikofreudiger? Die persönliche Einstellung hat auf die Gestaltung des Portfolios großen Einfluss.

Dasselbe gilt für die individuelle Lebenssituation: Ein kinderloser Single hat andere Pläne für seine Rentenzeit als ein Familienvater, der Frau und Kinder bestmöglich versorgen will. Dementsprechend verschieden kann die Risikobereitschaft und die Auswahl der Finanzprodukte ausfallen. Auf jeden Fall ist es wichtig, das Portfolio breit zu streuen, damit Gewinne in einem Anlagebereich Verluste in einem anderen ausgleichen können.

Für konservative Anleger empfehlen sich risikoarme Anlagen wie Banksparpläne, Festgeld oder Tagesgeld. Allerdings: Diese Anlageformen werfen durch die aktuellen Niedrigzinsen kaum Rendite ab. Für moderat risikofreudige Anleger bieten sich Fondssparpläne an, etwa in Form von Exchange Traded Funds (ETFs). Sie zeichnen sich durch günstige Konditionen aus.

Wer hingegen das Risiko liebt, kann sein Geld an der Börse gezielt renditestark in Aktien, Wertpapieren oder Rohstoffen anlegen. Das ist aber nur Anlegern zu raten, die im ungünstigsten Fall mit hohen Verlusten ihres Anlagekapitals leben können.

30.10.2019 | 09:29

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