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Festakt für die Macher aus dem Mittelstand

Die Preisträger und Laudatoren sowie Verleger der WEIMER MEDIA GROUP feiern den Mittelstand im Rahmen der glamourösen Preisverleihung (Foto: WEIMER MEDIA GROUP).

Hier trifft sich jährlich das Who is Who der Wirtschaft (Foto: WEIMER MEDIA GROUP).

Das Verlegerehepaar Christiane Goetz-Weimer und Wolfram Weimer (Foto: WEIMER MEDIA GROUP).

Die hessische Staatsministerin für Digitale Strategie und Entwicklung Kristina Sinemus hält eine flammende Rede für den deutschen Mittelstand (Foto: WEIMER MEDIA GROUP).

Festliches Dinner in der Alten Oper Frankfurt (Foto: WEIMER MEDIA GROUP).

Das noch junge Unternehmen "Rehub" wurde in der Kategorie "Mittelstands-Startup des Jahres" ausgezeichnet (Foto: WEIMER MEDIA GROUP).

Die Verlegerin der WEIMER MEDIA GROUP Christiane Goetz-Weimer zusammen mit dem Präsidenten des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW) Mario Ohoven (Foto: WEIMER MEDIA GROUP).


Eine Gala für den Mittelstand in geschichtsträchtiger Kulisse: Mit der Vergabe des Mittelstandspreises der Medien 2019 in der Alten Oper Frankfurt würdigte die Verlagsgruppe WEIMER MEDIA GROUP besondere Akteure des Mittelstands. Die fünf Preisträger Mario Ohoven, Lambertz, KAMPA, Francotyp-Postalia und ReHub erhielten die Auszeichnung für ihre herausragenden unternehmerischen Leistungen im Rahmen der Marken Gala.

2019 verlieh die Unternehmerzeitung WirtschaftsKurier als Pate zum zweiten Mal den Mittelstandspreis der Medien im Albert Mangelsdorff Foyer in der Alten Oper. „In Frankfurt sind wir näher an den großen Mittelständlern als früher in Berlin, wo der Mittelstandspreis der Medien ehemals verliehen wurde“, erklärte Verlegerin Christiane Goetz-Weimer von der WEIMER MEDIA GROUP die Wahl des Veranstaltungsortes. Die Auszeichnung soll den Mittelstand und seine Akteure hervorheben und würdigen. „Mittelständler sind die wahren Helden unserer Gesellschaft. Wir müssen unsere Besten herzeigen, weil es ihnen in der Politik oft nicht leicht gemacht“, ergänzte der Verleger Dr. Wolfram Weimer.

Auf ihre enge Verbindung zum Mittelstand verwies die hessische Ministerin für Digitale Strategie und Entwicklung, Prof. Dr. Kristina Sinemus, in ihrer Keynote. „Der Mittelstand ist mir aus meiner Vergangenheit sehr nahe“, sagte sie. Sinemus war selbst einmal Unternehmerin und Präsidentin der Industrie- und Handelskammer Darmstadt. Um die Bedeutung des Mittelstands hervorzuheben, zitierte die Politikerin den ehemaligen US-Präsidenten John F. Kennedy. „Ein Vorsprung im Leben hat, wer da anpackt, wo die anderen erst mal reden.“ Und sie ergänzte: „Genau das sind Mittelständler!“ Die Mittelständler zeichnen sich für Sinemus durch Persönlichkeit, Innovationen und Mut aus, woraus letztlich erfolgreiche, starke Marken entstehen. Eine aktuell große Herausforderung für den Mittelstand bilde die Digitalisierung. „Wir brauchen nicht nur disruptive Ideen, sondern Produkte, die dann auch mal jemand kaufen soll, bei der es auch Wertschöpfung geben muss“, forderte Sinemus. Die Basis für die Digitalisierung bilde die Infrastruktur, die in Hessen jetzt aufgebaut werde. Gewerbegebiete werden dort als erstes mit der 5G-Technik ausgestattet. Der größte europäische Datenpunkt befinde sich laut Sinemus in Hessen, weshalb dieser ausgebaut werden müsse. „Es ist für uns wichtig, den Mittelstand so zu unterstützen, dass er die Digitalisierung meistert und gut im Wettbewerb bestehen kann. Der Mittelstand ist das Rückgrat unserer Wirtschaft“, betonte die Ministerin.

Kategorie „Lebenswerk“

Eine Person, die den Mittelstand in den vergangenen Jahrzehnten besonders geprägt hat, ist Mario Ohoven. Der Präsident des Bundesverbandes Mittelständische Wirtschaft (BVMW) erhielt den Mittelstandspreis der Medien 2019 in der Kategorie „Lebenswerk“. Ohoven stammt aus einer Familie, die schon seit 200 Jahren unternehmerisch tätig ist, betonte sein Laudator Prof. Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker, Ehrenpräsident des Club of Rome. Als Mario Ohoven Präsident des BMVW wurde, sei der Verband zwar vorhanden gewesen, aber unbedeutend. „Sie haben ihn dann zu einem Erfolgsmodell gemacht, sodass der Mittelstand in den Medien und in der Politik wahrgenommen wurde. Sie waren die Stimme des Mittelstands“, sagte von Weizsäcker. Durch diese Leistung wurde man auch in Europa auf Ohoven aufmerksam, sodass er nun Präsident des europäischen Mittelstandsverbands und mittlerweile auch Vizepräsident des Weltmittelstandsverbands ist. „Ich nehme den Preis stellvertretende für den deutschen Mittelstand an, der den Preis viel mehr verdient hat als ich“, sagte Ohoven bescheiden in seiner Dankesrede. „Ohne den Mittelstand gibt es keine Wirtschaft in Deutschland.“ 60 bis 70 Prozent aller Patente bundesweit würden aus dem Mittelstand stammen. Doch Ohoven sprach auch Problempunkte in Deutschland an, unter anderem die höchsten Energiekosten und Steuern in Europa, die wettbewerbsschädigend seien, 750.000 fehlende Facharbeiter, weshalb die deutsche Wirtschaft Aufträge für 35 Milliarden Euro ablehnen musste, oder die hohe Anzahl von 50.000 Schülern ohne Schulabschluss jedes Jahr sowie 7,2 Millionen partielle Analphabeten. „Wir müssen auch mehr an die Bildung denken“, forderte Ohoven. Und: „Wir stehen kurz vor einer Rezession: Der Mittelstand muss jetzt entlastet und nicht belastet werden.“

Kategorie „Unternehmen des Jahres“

Ein Unternehmen, das bereits seit 1688 erfolgreich agiert, ist die Henry Lambertz GmbH & Co. KG. Die Aachener Printen- und Schokoladenfabrik, vertreten durch Inhaber Prof. Hermann Bühlbecker, erhielt den Mittelstandspreis der Medien in der Kategorie „Unternehmen des Jahres“. „Gott sei Dank gibt es noch analoge Produkte, wie die Süßigkeiten von Lambertz“, sagte Laudator Jean Pütz, Wissenschaftsjournalist und TV-Moderator. „Hermann Bühlbecker hat aus der kleinen Firma, die ursprünglich nur Weihnachtsprodukte hergestellt hat, eine Weltmarke gemacht und hat für Nachhaltigkeit gesorgt.“ So steht die Lambertz-Gruppe mit ihrem umfangreichen Sortiment heute an der Spitze der Süßwarenhersteller. Bühlbecker, der den Preis für das Unternehmen entgegennahm, sagte: „Es erfüllt uns mit Stolz, dass Sie uns unter den vielen tollen Mittelständlern ausgesucht haben. Wir haben uns bemüht, einen anderen Weg zu gehen.“ Seine Firma habe im Gegensatz zu anderen Mitbewerbern weniger Geld für Werbung zur Verfügung, setze dafür aber mehr auf das Erzählen von Geschichten, um mit den Produkten die Menschen zu erreichen. „Wir machen eigentlich nur das, was wir gerne machen“, ergänzte er.

Kategorie „Digitale Innovation“

Um digitale statt um analoge Produkte ging es hingegen beim Preisträger Francotyp-Postalia Holding AG, der den Mittelstandspreis der Medien in der Kategorie „Digitale Innovation“ bekam. Das Unternehmen mit Sitz in Berlin ist ein international tätiger Hersteller von Frankiersystemen, Dienstleister für Postbearbeitung/-konsolidierung und Spezialist für sichere digitale Kommunikation. So hat der Mittelständler vielfältige kryptografische Lösungen für die hochsichere Übertragung von digitalen Daten entwickelt. Francotyp-Postalia komme historisch aus dem Briefsigniergeschäft und liefere heute digitale Signaturen für viele sicherheitsrelevante Bereiche wie Stromnetze, betonte Laudator Reinhard Schlieker, der ab Januar 2020 die BÖRSE am Sonntag als Chefredakteur leiten wird. „Francotyp-Postalia ist ein Beispiel dafür, wie alte Ökonomie den Sprung in die Internet-Realität schaffen kann.“ Den Preis für den Technologieführer nahm COO Sven Meise entgegen, der insbesondere die Leistung der gesamten Mitarbeiter würdigte: „Ich bin stolz auf mein Team, das war ihre Idee.“

Kategorie „Nachhaltigkeit im Hausbau“

Fortschritt in Form von Nachhaltigkeit hat sich die KAMPA GmbH auf die Fahne geschrieben, weshalb ihr der Mittelstandspreis der Medien in der Kategorie „Nachhaltigkeit im Hausbau“ verliehen wurde. Das Unternehmen, vertreten durch Geschäftsführer Josef Haas, gilt als eine der renommiertesten Hausbaumarken für ökologischen und qualitätsbewussten Holzbau in Europa. Der Fertighaus-Spezialist gibt eine handfeste Antwort auf die Frage, wie der Hausbau der Zukunft aussehen sollte: Jedes Haus verbraucht weniger Energie als es erzeugt. „Josef Haas hat früh erkannt, dass die ökologische Komponente im Hausbau sehr wichtig ist und früh auf die Wärmepumpe sowie Batterielösungen gesetzt“, sagte Laudator Dr. Frank Voßloh, Geschäftsführer Viessmann Deutschland GmbH, die auch Zulieferer von KAMPA ist. Ein Erfolg, den Haas seinen 550 Mitarbeitern verdanke, wie er erklärte. „Digitalisierung und Visualisierung der Energieströme – das ist unsere Kernbotschaft. Und wie man damit die Kosten für die Heizung herunterfahren oder mit einem Null-Energie-Haus auch ganz weg bekommen kann“, sagte der Geschäftsführer.

Kategorie „Mittelstands-Startup des Jahres“

Eine Teamleistung ist auch die Arbeit von ReHub, dem Preisträger in der Kategorie „Mittelstands-Startup des Jahres“. Die vier Gründer Philipp Zajac, Johannes Höfener, Melanie Schweis und Anika Ochsenfahrt entwickelten „Rehago“: eine Virtual Reality (VR)-Anwendung, die halbseitig gelähmte Menschen motiviert, häufiger und regelmäßiger zu trainieren. „Viele Menschen ereilt das Schicksal, dass sie einen Schlaganfall bekommen. ReHub hat dafür ein Produkt entwickelt, dass sie schneller wieder in den Alltag finden. Ein bemerkenswertes Unternehmen“, sagte Laudator Andreas Zimmermann, Vorstandsvorsitzender Die Vordenker AG. Für die Gründer des Startups war die Auszeichnung mit dem Mittelstandspreis der Medien verbunden mit Freude und Hoffnung zugleich: „Wir hoffen, dass wir auch einmal so groß werden wie die Mittelständler, die hier versammelt sind“, sagte Philipp Zajac, CEO von ReHub.

Glamouröser Abschluss

Nach der Präsentation der facettenreichen Preisträger zog Verlegerin Christiane Goetz-Weimer ein übergreifendes Fazit: „Diese Stunde hinterlässt sehr viele beeindruckende Momente, über die man gerne weiter diskutieren möchte. Es war eindrucksvoll, die Macher kennenzulernen“, sagte sie. Preisträger und Gäste feierten ihren Erfolg im Anschluss gemeinsam auf der glamourösen Marken Gala im Großen Saal der Alten Oper.

31.10.2019 | 10:38

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