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Kontron: Neue Aufträge unterfüttern Zuversicht!

Kontron

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Ungeachtet der weltweiten Wirtschaftskrise verzeichnet Kontron weiterhin eine sehr starke Nachfrage in wichtigen Anwendungsfeldern, wie die jüngsten Aufträge zeigen. Die Gesellschaft wird demnach künftig Plattformen mit der neuesten ATCATechnologie an einen der größten internationalen Telekommunikations-Ausrüster liefern. Die Order hat ein Gesamtvolumen von mehr als 100 Mio. US-Dollar und eine Laufzeit von mindestens fünf Jahren. Außerdem hat das Unternehmen eine weitere konkrete Bestellung im klassischen Anwendungsbereich Gaming erhalten. Demnach will einer der weltweit führenden Hersteller von Spielautomaten seine neueste Produktgeneration mit Kontron-Technologie ausstatten. Der Auftrag über 18 Mio. USDollar umfasst Entwicklung und Produktion von entsprechenden Plattformen und soll bereits im nächsten Jahr anlaufen.

Kostengünstig und leistungsstark

Firmenchef Ulrich Gehrmann betonte, dass die jüngsten Bestellungen einmal mehr beweisen, dass Firmen gerade in Krisenzeiten auf die kostengünstigen und leistungsstarken Systeme von Kontron vertrauen und in zuverlässige Produkte investieren. Somit bleiben die eigenen Lösungen trotz der derzeit eher ungünstigen konjunkturellen Rahmenbedingungen offenbar weiterhin gefragt, und das Unternehmen profitiert weiterhin vom starken Outsourcing-Trend. Es setzt dabei auf die steigende Nachfrage nach kleinen elektronischen Gehirnen aus Hard- und Software, die unterschiedlichste Anlagen und Geräte mit „Intelligenz“ ausstatten. Die Einsatzgebiete sind äußerst vielfältig, und heute geht fast gar nichts mehr ohne diese elektronischen Gehirne. Sie lenken beispielsweise den Datenstrom in Mobilfunknetzen, sorgen für Sicherheit und Schnelligkeit im Internet oder werden in der Diagnoseelektronik von Fahrzeugen, in medizintechnischen Geräten und Geldkarten- Terminals eingesetzt. Andere Anwendungsbeispiele sind die permanente Überprüfung des Zustands von Gaspipelines oder die Steuerung von Atomkraftwerken.

Wachstumsstark

Angesichts der zu bewältigenden Aufgaben gibt es dabei immer komplexere Systeme. So steigt beispielsweise der weltweite Datenstrom durch neue Anwendungen wie Internetfernsehen, IP-Telefonie oder dem wachsenden Internethandel. Hinzu kommt die immer komplexer werdende Vernetzung von Firmen. Die immer größer werdenden Datenmengen verlangen somit nach leistungsfähigeren Rechnern. Ein weiteres Beispiel ist die stetige Zunahme der Automatisierung in der Industrie, um die Produktionsprozesse zu beschleunigen. Daneben gibt es eine Vielzahl von weiteren Bereichen, die schnelle, leistungsfähige und zuverlässige Computertechnologien nachfragen, was dazu führt, dass der Markt für diese sogenannte Embedded Computer Technologie (ECT) zu den weltweit wachstumsstärksten zählt. Kontron selbst ist dabei eigenen Angaben zufolge das Unternehmen mit den dynamischsten Steigerungsraten. Seit der Gründung 1962 hat sich das Unternehmen zu einem globalen Technologieführer gemausert und nimmt nach eigenen Angaben einen Marktanteil von 12% ein. Es beliefert führende OEMs, Systemintegratoren und Anwendungsanbieter in verschiedensten Segmenten, wie Daten- und Telekommunikation, Automatisierung, Mobile Computing, Medizintechnik, Militärtechnik, Aerospace sowie Mess- und Regeltechnik. Der Konzern setzt dabei auf die Strategie, seinen Kunden deutliche Wettbewerbsvorteile zu verschaffen, indem die Zeit von der Entwicklung bis zur Markteinführung der Produkte deutlich verkürzt wird.

Erfolgreiches Geschäftsjahr

Die Rechnung geht auf, wie auch die Ergebnisse 2008 zeigen. Kontron selbst sprach ebenfalls von einem erfolgreichen Geschäftsjahr. Trotz der globalen Finanzund Wirtschaftskrise wurden die Ziele, ein prozentual zweistelliges Umsatzplus, eine überproportionale Steigerung der Ertragskraft sowie eine sehr solide Liquidität, voll erreicht. Die Gesellschaft setzte damit den profitablen Wachstumskurs der vergangenen Jahre fort. Der Umsatz 2008 kletterte von 446,5 auf 496,9 Mio. Euro, was einem Wachstum von 11% entspricht. Selbst im vierten Quartal, in dem viele Unternehmen eine deutliche Abschwächung der Geschäftsentwicklung verbuchen mussten, erzielte Kontron mit 141 Mio. Euro Umsatz einen neuen Rekordwert. Aber nicht nur damit kann der Konzern überzeugen. Auch ein starker Auftragseingang sowie der wachsende Auftragsbestand zeugen von anhaltend guten Geschäften. Ende Dezember standen Bestellungen mit einem Volumen von 291,4 Mio. Euro in den Büchern und damit 8,8% mehr als im Vorjahr. Eine erfreuliche Entwicklung zeigten außerdem die Gewinne. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) verbesserte sich um 4,3% auf 48,3 Mio. Euro. Ohne Berücksichtigung der im Vorjahresergebnis enthaltenen Sondereffekte lag das Plus sogar bei etwa 18%. Nach Steuern verdiente Kontron 36,3 Mio. Euro, nach 32,6 Mio. Euro im Vorjahr. Das Ergebnis je Aktie (EPS) legte von 0,60 auf 0,69 Euro zu. Außer durch die Ergebnisse überzeugt Kontron auch mit einer gesunden Bilanz. Die Eigenkapitalquote liegt bei 73,1%.

Pluspunkte

Aber nicht nur zahlentechnisch weiß Kontron zu punkten. Das Unternehmen hat mit seinem Geschäftsmodell eine starke Basis, um auch künftig profitabel zu wachsen. Zwar sprach der Vorstand davon, dass sich auch Kontron nicht von den negativen Rahmenbedingungen abkoppeln kann und hielt sich angesichts der unsicheren weltweiten Konjunkturaussichten mit konkreten Prognosen zurück. Dennoch will man auch die aktuelle Wirtschaftsflaute profitabel überstehen. Die Gesellschaft hat dazu unserer Meinung nach einige Asse im Ärmel. Zum einen ist dies der anhaltende Outsourcing-Trend. Als klassischer Partner in diesem Bereich setzt die Gesellschaft auf den wachsenden Kostendruck seitens der Kunden, die mit den effizienten Embedded Computer Systemen Einsparungen realisieren können. Die jüngsten Aufträge untermauern diesen treibenden Faktor genauso wie andere Bestellungen im ersten Quartal in den Bereichen Telekommunikation, aber auch in Anwendungsgebieten, wie Infrastruktur und Infotainment. Die Gesellschaft will ihre Strategie zudem noch stärker auf die Potenziale im Bereich Outsourcing ausrichten, vor allem bei langfristigen Infrastrukturprojekten.

Breit diversifiziert

Außerdem ist Kontron bei seinen Kunden breit diversifiziert. Laut Vorstand erzielte der Konzern den Großteil der Erlöse in vergleichsweise defensiv ausgerichteten, relativ konjunkturunabhängigen Bereichen, wie Medizintechnik, Energie, Sicherheit, Telekommunikation und Infrastruktur, was gerade auch vor dem Hintergrund der weltweit eingeleiteten Konjunkturprogramme, die Geschäfte in dem aktuellen Umfeld stützen sollte. Schon 2008 konnten weniger starke Zuwächse im Anwendungsgebiet Automatisierung, besonders bei europäischen Maschinen- und Anlagebauern durch gestiegene Aufträge aus den defensiven und zukunftsträchtigen Bereichen, wie Infrastruktur, Energiewirtschaft oder Medizin- und Sicherheitstechnik, mehr als kompensiert werden.

Doppelboden komplettiert

Insgesamt betrachtet sind wir entsprechend zuversichtlich, was die weitere Geschäftsentwicklung von Kontron angeht. Investoren, die unsere Meinung teilen, können daher nun einerseits aus fundamentaler Sicht spekulative Käufe erwägen. Außerdem sieht es charttechnisch vielversprechend aus. In der Vorwoche sprang der Kurs über die Hürde bei 7,58 Euro, was einen Doppelboden komplettiert und somit eine Trendumkehr andeuten könnte. Sollte nun der Widerstand von 8,10 Euro, an dem das Papier jüngst bereits nagte, nachhaltig geknackt werden, spräche dies für weitere Zuwächse, die durchaus bis in den Bereich von 10,00 Euro gehen könnten.

OPTIONSSCHEIN-TRADING

Investoren, die sich der Risiken bewusst sind, können versuchen, nach einem nachhaltigen Sprung über die Marke von 8,10 Euro mögliche weitere Kurssteigerungen mit Derivaten zu hebeln. Auf den Basiswert Kontron gibt es dazu auch ein paar Hebelzertifikate. Interessant davon ist beispielsweise der Unlimited Turbo Bull der Commerzbank. Ausgestattet mit einer theoretisch unbegrenzten Laufzeit liegt die Knock-out-Schwelle aktuell bei 6,04 Euro und damit unter unserem bevorzugten Stop- Loss auf Aktienkursbasis von 6,50 Euro. Der Hebel beträgt aktuell etwa drei.

10.11.2009 | 00:00

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