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Das Internet macht Nachrichten und Informationen weltweit und nahezu ohne Zeitverzögerung verfügbar. Einen echten Informationsvorsprung haben daher heute praktisch nur noch Insider. Mit der Fülle und Allverfügbarkeit erlangen daher Verarbeitungskapazitäten beziehungsweise -mechanismen und Transparenz eine zunehmende Bedeutung. In diesem Umfeld wird es für die etablierten Finanzportale immer schwieriger, sich zu differenzieren. Umso mehr, da Neulinge, wie ficoba und StockTwits, mit neuen Angeboten, Funktionen und modernen Internettechnologien völlig neue Möglichkeiten bieten.

Etablierte Angebote

Führendes deutsches Börsenportal ist mit rund 530.000 Nutzern (Unique User) pro Monat nach wie vor OnVista (Stand AGOF internet facts 2009-II). Knapp dahinter rangieren finanzen.net mit 490.000 Nutzern und wallstreet:online mit 470.000 Nutzern (Unique User) (Stand AGOF internet facts 2009-II). Komplettiert werden die Top 5 durch die Angebote ariva.de, das Deutschlands umfangreichste Datenbank für strukturierte Anlageprodukte betreibt, und finanztreff.de. Der Marktführer OnVista kann vor allem mit seinem breiten Informationsangebot punkten. Gleichgültig, ob Aktien, Derivate, Währungen oder Indizes, hier findet der Anleger alle nur erdenklichen Daten zu den verschiedenen Finanzinstrumenten, aber auch aktuelle News und Analysen. Seit der Übernahme durch die französische Boursorama verfügt das Portal zudem über eine eigene Transak tionsplattform, die Onvista Bank. Eine treue Gemeinde konnte sich auch das Portal telebörse. de aufbauen, das Portal gilt – dank der Zugehörigkeit zum Nachrichtensender n-tv – als Vorreiter in Sachen Bewegtbildmaterial.

Während man bei finanzen.net und finanztreff. de vor allem auf redaktionell erstellte Inhalte setzt, leben die Portale wallstreet:online und ariva von ihren umfangreichen Diskussionsforen. In diesem Bereich tobt jedoch auch der härteste Konkurrenzkampf.

The next Generation

Zu den Herausforderern der zweiten Generation gehören Angebote wie tradingbird, ficoba. fidor.de oder sharewise.com. Sie setzen neben den technischen Features vor allem auf sogenannten User-generated-Content, also Inhalte, die von den Nutzern selbst erstellt werden. Indem dieses Know-how zusammengetragen, aggregiert und laufend analysiert wird, versuchen die Portale die „kollektive Intelligenz“ nutzbar zu machen. Bei den neuen Angeboten handelt es sich damit um eine Weiterentwicklung der klassischen Foren. Erklärtes Ziel ist es, die Qualität der Empfehlungen nachträglich überprüfbar zu machen und beispielsweise mit denen von Transakprofessionellen Analysten zu vergleichen. Auf diese Weise sollen die Mitglieder vom Knowhow der Nutzergemeinde profitieren und Missbrauch bekämpft werden. So werden auf sharewise.com zu jedem Nutzer ein Zuverlässigkeitsindex und dessen durchschnittliche Rendite ausgewiesen, um dem Leser eine schnelle Einordnung der Empfehlungen zu erlauben. Besonders rührig auf diesem Gebiet ist die Fidor Bank AG. Sie hat seit April 2009 eine Vollbanklizenz und betreibt gleich mehrere Finanz- Communities und –Plattformen. Laut eigenen Angaben sollen diese dem User eine verbesserte Informationsbasis für anstehende Entscheidungen liefern und ihm gleich dazu passende Finanzdienstleistungen anbieten. In diesem Segment ist der Dienst sharewise.com klarer Marktführer (AGOF internet facts 2009-II). Allerdings ist der Abstand zu den klassischen Finanzportalen noch erheblich: Pro Monat wird das Portal von rund 20.000 Usern (Unique User) besucht.

Realtime Community

Gerade weil ein möglicher Informationsvorsprung für den Börsenhandel so wichtig ist, nutzen auch immer mehr Anleger den Kurznachrichtendienst Twitter. Mittlerweile haben sich zahlreiche Anbieter darauf spezialisiert, Finanznachrichten und Aktientipps über diesen Kanal unter das Volk zu bringen. Wie in den Foren der ersten Generation ist jedoch auch hier kaum nachvollziehbar, ob die Nachricht Substanz hat oder lediglich der Kursmanipulation dient. Der Reiz der meist kostenfreien Angebote liegt darin, dass man sich mit einer riesigen Masse an Gleichgesinnten rund um die Uhr in Echtzeit austauschen kann. Besonders erfolgreich ist der Dienst StockTwits.com, der Kurznachrichten mit wirtschaftlichem Bezug bündelt.

Behalten Sie den Überblick

Sie sind viel unterwegs und möchten auch auf den kleinen Bildschirmen von iPhone & Co. Zugriff auf wichtige Marktdaten haben? Dann sollten Sie einen Blick auf das mobile Angebot der FTD werfen. Der Dienst markets:mobil wurde im Mai gestartet und ist speziell für geringe Bandbreiten und eine Navigation ohne Maus optimiert. Wer dagegen weiß, was er handeln will und sich einen Überblick über die unterschiedlichen Konditionen und Angebote der Onlinebroker und Onlinebanking-Anbieter verschaffen will, wird bei broker-Test.de fündig. Auf dem unabhängigen Ratingportal findet sich eine Vielzahl an umfangreichen Zins- und Leistungsvergleichen sowie Transaktionskosten- Rechner für die wichtigsten Online-, Discount-, Forex- und Daytrade-Broker. Für Anleger, die vor lauter Angeboten Angst haben, etwas zu verpassen, kommt das neue Finanzportal Finanzen100.de von Tomorrow Focus gerade recht. Der Neuling aggregiert schlichtweg die Markt- und Firmeninformationen aus 12.500 Quellen. Mit einem Klick gelangt man dann zu den jeweiligen Daten oder Texten. „Wir stellen Anlegern damit deutlich mehr Infos zur Verfügung als die Konkurrenz“, so Geschäftsführer Oliver Eckert. Sein Ziel: In zwei Jahren soll das Angebot unter den Top-3-Anleger-Sites stehen. Kommt Ihnen bekannt vor? Kein Wunder. Im Grunde ist das Portal nichts anderes als eine Suchmaschine. Allerdings sieht man sich selbst erst am Anfang, denn aufgrund der Komplexität rechnet der Anbieter damit, dass die Entwicklung erst in zwei, drei Jahren abgeschlossen sein wird.

Tief eintauchen

Je nach persönlichem Interesse oder Finanzprodukt gibt es aber auch noch eine ganze Reihe an Spezialseiten, die zwar in puncto Reichweite nicht mit den Branchegrößen mithalten können, dafür aber für einzelne Nischen besonders interessante Informationen liefern. Wer sich beispielsweise einen Überblick über die Transaktionen der Insider verschaffen will, sollte einmal auf dem Angebot insiderdaten.de vorbeischauen. Anleger, die die Rentenmärkte bevorzugen, sollten sich dagegen einmal auf bondboard.de umsehen. Und Anhänger der technischen Analyse sowie Daytrading-Interessierte dürften GodmodeTrader besonders interessant finden. Im Vergleich zu anderen Finanzportalen steht hier, neben der Informationsvielfalt rund um Börse und Finanzen, der aktive Beratungsansatz im Vordergrund. Erfahrene Börsenexperten bieten Lesern mittels Webinaren und Handlungsleitfäden konkrete Hilfestellung bei ihrer Investitionsentscheidung. Hautnah dabei sind Anleger auch mit dem „Deutsches Anleger Fernsehen“ (DAF). Das DAF berichtet börsentäglich 10 Stunden live aus den Studios in Kulmbach sowie von der Deutschen Börse in Frankfurt und der New York Stock Exchange (NYSE). Das Programm ist über das eigene Online-Portal www.anleger- fernsehen.de und über die Finanzportale OnVista.de, finanztreff.de, wallstreet:online sowie aktiencheck.de zu sehen.

21.10.2009 | 00:00

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