boerse am sonntag - headline

Steuern sparen mit den richtigen Geldanlagen


Seit der Einführung der Abgeltungsteuer zum 1. Januar 2009 ist das Steuersparen bei vielen Geldanlagen nicht mehr möglich. Zum einen werden nun Erträge aus Kapitalvermögen einheitlich mit 25% besteuert. Zum anderen sind nun aber auch Kursgewinne aus verschiedenen Investments wie Aktien, Fonds oder Anleihen selbst ab einer Haltedauer von über einem Jahr nicht mehr steuerfrei, wie es früher der Fall war. Es müssen inzwischen alle Spekulationsgewinne (Kursgewinne) ohne Einschränkungen voll versteuert werden. Somit fällt ein sehr großer Teil der Geldanlagen weg, die bisher als legale Steuersparmodelle genutzt werden konnten. Investoren müssen sich also nach Alternativen umschauen.

Steuersparen mit geschlossenen Fonds

Auch wenn durch die Abgeltungsteuer die Möglichkeiten zur steuerlichen Optimierung der eigenen Anlagestrategie stark reduziert wurden, so gibt es dennoch verschiedene Finanzprodukte, mit denen man einen zum Teil hohen Steuerspareffekt erzielen kann. Dazu zählen unter anderem die geschlossenen Fonds. In diesem Bereich sind insbesondere die Schiffsfonds und die Private-Equity-Fonds interessant. Bei den Schiffsfonds besteht die Möglichkeit Steuern zu sparen darin, dass man zwar durchschnittlich sehr gute Erträge zwischen 6% bis zu 10% pro Jahr erzielen kann. Aufgrund der sogenannten Tonnagesteuer ist aber der Ertrag vor Steuern nahezu identisch mit dem Ertrag nach Steuern. Die Tonnagesteuer ist eine Gewinnermittlungsart und nimmt die Nettoraumzahl (Ladegewicht) des jeweiligen Schiffs als Berechnungsgröße, unabhängig von der tatsächlichen Auslastung und Gewinnerzielung. Da man als Inhaber von Anteilen an dem geschlossenen Schiffsfonds selber zum Mit-Gesellschafter wird, wirkt sich dieses Modell in der Praxis so aus, dass die erzielten Jahreserträge für den Anleger zu rund 98% steuerfrei sind. Bei Private- Equity-Fonds wird in der Regel in junge und aufstrebende Unternehmen investiert, bei denen besonders in den ersten Jahren Verluste anfallen können, was dann steuermindernd wirkt. Der Steuerspareffekt besteht nun darin, dass diese Verluste mit späteren Gewinnen verrechnet werden dürfen. Auch bei anderen geschlossenen Fonds kann man nach wie vor steuerliche Vorteile in Anspruch nehmen, diese sind im Vergleich zu den zuvor genannten Fonds aber deutlich geringer.

Immobilien als Steuersparmodell

Der Erwerb von Immobilien gilt schon seit vielen Jahren als klassisches Steuersparmodell, sei es über den direkten Erwerb von Immobilien oder indirekt durch den Kauf von bestimmten, zumeist ausländischen Immobilienfonds. Während Immobilienkäufer für die selbstgenutzte Immobilie staatliche Zulagen bzw. steuerliche Vorteile in Form des „Wohn-Riester“ nutzen können, gilt vor allen Dingen das Vermieten oder das Verpachten der eigenen Immobilie als Steuersparmodell. In diesem Fall können zum Beispiel die Schuldzinsen als Werbungskosten steuerlich abgesetzt werden. Auch die Abschreibung der Immobilie wird steuerlich positiv für den Eigentümer der Immobilie berücksichtigt. Beim Vermieten an Verwandte ist der Spareffekt sogar noch größer, weil diese nur rund 75% der üblichen Ortsmiete zahlen „müssen“. Somit erhöhen sich für den Immobilienbesitzer die steuermindernden Verluste. Das Steuersparmodell Immobilie ermöglicht sichere Einnahmen in Form der Mietzahlungen, erlaubt es aber gleichzeitig auch, viele Ausgaben als Werbungskosten oder sonstige Aufwendungen steuerlich abzusetzen. Später haben Investoren zum Beispiel nach Abzahlung des Immobilienkredites die Möglichkeit, die Immobilie selber als private Altersvorsorge zu nutzen. Außerdem konnten sie zuvor viele Jahre schon deutlich mehr Steuern als bei vielen anderen Formen der Kapitalanlage sparen. Da die Alternativen der Steueroptimierung im Bereich Geldanlagen deutlich geringer geworden sind, ist ein Investment in Immobilien somit für immer mehr Anleger eine sehr interessante Möglichkeit, um auch die Rendite nach Steuern zu erhöhen.

Im Ausland Steuern sparen

Wenn man von steuerlich günstigen Geldanlagen im Ausland spricht, muss man zunächst ein verbreitetes Missverständnis aufklären: Wenn von den sogenannten Steueroasen die Rede ist bzw. von Steuerhinterziehung durch Geldanlagen im Ausland, dann ist nicht die Anlage im Ausland an sich das Problem, sondern die Tatsache, dass manche Anleger die im Ausland erzielten Erträge nicht ordnungsgemäß im Inland (nach)versteuern lassen. Vom Grundsatz her ist eine Anlage im Ausland völlig legal und kann dem Anleger helfen, auf legale Art und Weise Steuern zu sparen. Denn nach deutschem Recht darf jeder Anleger völlig frei wählen, wo und wie er sein Kapital anlegen möchte. Wer sich für eine Anlage im Ausland mit dem Ziel des Steuersparens entscheidet, sollte auf jeden Fall darauf achten, ein Land zu wählen, mit dem ein Doppelbesteuerungsabkommen besteht. Ist dieses nämlich nicht der Fall, müssten die erzielten Erträge sowohl im Ausland als auch nochmals im Inland versteuert werden. Konkret kann man zum Beispiel Steuern sparen, indem man in Immobilien aus dem EU-Ausland investiert. Dies kann zum Beispiel durch geschlossene Immobilienfonds geschehen. In diesem Fall ist es aufgrund des Doppelbesteuerungsabkommens so geregelt, dass nach inländischem Recht die Erträge hierzulande zum Großteil steuerfrei sind. Die Erträge müssen also nur im Ausland versteuert werden. Es findet im Inland dann durch die Anrechnung der Einkünfte nach Steuerprogression oftmals nur eine sehr geringe „Nachbelastung“ statt. Hinzu kommen die sogenannten Auslandsfreibeträge, sodass Einkünfte erst ab einer bestimmten Höhe überhaupt besteuert werden.

Fazit :

Die erfreuliche Nachricht für alle Anleger ist, dass es auch nach Einführung der Abgeltungssteuer noch diverse Möglichkeiten gibt, wie man bei der Kapitalanlage auf legalem Wege einiges an Steuern sparen kann. Der Aufwand für den Anleger, solche Steuersparmodelle zu finden, ist allerdings deutlich größer geworden. Denn der zuvor große Bereich der steuerfreien Kursgewinne ist nun endgültig weggefallen, zumindest wenn es um inländische Geldanlagen geht. Im Fokus werden sicherlich auch in den nächsten Jahren Immobilien im In- und Ausland und geschlossene Fonds stehen, die nach wie vor eine gute Möglichkeit zur Steuerersparnis bieten.

03.11.2009 | 00:00

Artikel teilen: