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Das Momentum des Biotech-Sektors bleibt stark

(Bild: Shutterstock)



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Die Biotech-Branche hat in 2021 ein durchwachsenes Jahr hinter sich, die fundamentale Stärke sollte sich 2022 aber wieder deutlich zeigen. Wir erwarten im Biotech-Sektor einige überzeugende Rebounder.

Von Daniel Koller, Head Investment Management Team BB Biotech bei Bellevue Asset Management

Die momentane Rotation macht auch vor der Biotechnologie-Branche nicht halt, mit Ausnahme von einigen wenigen Largecaps. Die Gründe sind aber weniger inhaltlich-fundamentaler Natur, sondern dem börsen-technischen Verhalten geschuldet. Die Growth-Value-Debatte wird aktuell von der anhaltenden Inflation und den angekündigten Zinsschritten durch die US-Notenbank bestimmt. Dabei gibt es viele Biotech-Unternehmen aus dem Midcap-Bereich, wie Incyte oder Neurocrine, die stabil und profitabel sind und ein klares Wachstumspotenzial haben. Sie werden von Zinssteigerungen nicht betroffen sein.

Der wichtigste Erfolgs-Faktor im Biotech-Sektor wird weiterhin die Attraktivität und das Alleinstellungsmerkmal einer Technologie oder eines Produktes sein. Hieran hat sich nichts verändert. Dabei sind die aktuellen Marktsignale vielversprechend. Die Aufnahme von Patienten in klinische Studien ist mittlerweile höher als vor dem Beginn der Corona-Pandemie. Zudem gibt es Rekordzahlen bei der Beantragung von klinischen Studien und Produktzulassungen bei der US-Arzneimittelbehörde. Dies spricht dafür, dass das Momentum des Sektors stark bleibt.

Gelingt es den Biotech-Unternehmen zudem, bei der Kommerzialisierung ein gutes bis hohes Umsatz- und Gewinnwachstum zu liefern, wird sich die fundamentale Stärke wieder vermehrt durchsetzen. Es gibt zahlreiche gut aufgestellte Unternehmen mit spannenden Plattformen, die über ein starkes Rebound-Potenzial verfügen. Dazu zählt beispielsweise der Bereich genetische Arzneimittel. Ein konkretes Beispiel ist der Wirkstoff CTX001 der Unternehmen Vertex und Crispr Therapeutics gegen Sichelzellenanämie, eine erbliche Erkrankung der roten Blutkörperchen, und Beta-Thalassämie, eine Störung der Bildung von roten Blutkörperchen. Hier erwarten wir im zweiten Halbjahr sowohl die Zulassungsdaten als auch die Einreichung des Zulassungsantrages. Dies könnte dann das erste breiter einsetzbare Genscherenmedikament sein. Weitere Erfolgsmeldungen sollten auch in anderen Biotech-Segmenten erfolgen, darunter Kombinationsansätze in der Immunonkologie.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Rahmenbedingungen für gut aufgestellte Biotech-Unternehmen ein positives Börsenjahr 2022 bedeuten sollten.

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25.02.2022 | 14:17

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