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Kann sich IOTA wieder erholen?

IOTA ist zuletzt unter Druck geraten: Ein interner Streit und ein Hack haben ernste Probleme verursacht.


Rund um die Kryptowährung IOTA gab es zuletzt viel Wirbel. Ein Hack sorgte lange Zeit für Verunsicherungund Probleme, was sich wiederum auf den IOTA Kurs ausgewirkt hat. Dieser fiel deutlich und viele Anleger fürchten nun, ihre Investition in den Sand gesetzt zu haben.

Aber was genau ist passiert? Welche Chancen hat IOTA, sich wieder zu erholen und was sollten Anleger bei einem Einstieg bedenken?

IOTA: Was war eigentlich passiert?

Im deutschsprachigen Raum zählt IOTA nach wie vor zu den vielversprechendsten Projekten aus dem Krypto-Bereich. Und dass, obwohl es rund um die neuartige Währung zuletzt einiges an Ärger gab. Zunächst sorgte ein Hack (Trinity Attack) dafür, dass die IOTA -Macher das komplette System lahmlegen mussten. Allein, dass dies möglich ist, zeigt die Problematik mit der Zentralisierung.

Offiziell heißt es seitens IOTA zwar, man hätte das System nach dem Hacker-Angriff nicht offline nehmen müssen – unklar ist jedoch, ob dies der Realität entspricht. Laut IOTA habe man sich lediglich dazu entschieden, Transaktionen vorerst zu pausieren. Dies solle dem Schutz der Nutzer gedient haben.

Doch nicht nur der Hack hat bei den Anlegern für Unsicherheit gesorgt, auch unter den Gründern der Kryptowährung gab es Streit. Eine Übersicht:

2014 gründeten David Sønstebø und Sergey Ivancheglo Jinn Labs – daraus ging später IOTA hervor. David Sønstebø und Sergey Ivancheglo wurden hierdurch zu Millionären. Dennoch gibt es zwischen den beiden einen heftigen Streit. Einen Streit, der sich zuletzt auch auf IOTA ausgewirkt hat, nach es im Februar zu einer Eskalation kam.

Worum geht’s im Streit der Gründer?

Der Streit zwischen den Gründern David Sønstebø und Sergey Ivancheglo schwelt indessen weiter. Während Ivancheglo bereits 2019 aus dem Unternehmen ausschied, allerdings als Entwickler weiterhin dabeiblieb, ist David Sønstebø weiterhin für die Geschicke IOTAs zuständig.  

Nachdem es zwischen den Gründern zum Bruch kam, äußerte sich Ivancheglo öffentlich und teilte mit, nicht mehr mit Sønstebø zusammenarbeiten zu wollen. Dieser wiederum beruhigte die Anleger mit einem Blogpost und hatte damit zunächst Erfolg: der Kurs stieg an.

Der Streit geht – wie so oft – um Geld. 20 Millionen Dollar stehen im Raum, die für den Ärger sorgen sollen. Hierbei steht die Finanzierung der IOTA Stiftung in Berlin im Fokus, gleichermaßen aber auch Token, die 2015 gegen Bitcoin verkauft, allerdings erst später generiert und ausgegeben wurden.

65 der Token wurden trotz Bezahlung später nicht mehr beansprucht, die Gründer verwahrten diese somit bei Jinn Labs. Und dort soll der Norweger David Sønstebø die Kontrolle über die Token haben, während Sergey Ivancheglo seinen Anteil einforderte.

IOTA wird von namhaften Konzernen unterstützt

IOTA hat inzwischen eine große Community und wird beispielsweise vom Konzern Bosch unterstützt. Bosch investierte in den Token und auch mit Volkswagen kooperiert man – die Kooperationen mit der Realwirtschaft haben vielen Anlegern lange Sicherheit gegeben.

Schließlich sind die Ziele hochgesteckt: Im Internet der Dinge soll das Projekt zum wichtigsten Zahlungsmittel aufsteigen. Das Führungsproblem, das durch den Streit der beiden Gründer immer deutlicher wird, ist hierbei nicht unbedingt förderlich. Es brodelt also unter der IOTA Haube.

Hat IOTA Potential für die Zukunft?

Grundsätzlich ist hiervon erst einmal auszugehen. Dies zeigt beispielsweise die Investition seitens Bosch und auch die Zusammenarbeit mit Volkswagen veranschaulicht das Zukunftspotenzial. Auch Experten sind sich generell einig, dass sich der IOTA Kurs wieder erholen wird und die Kryptowährung somit auch in Zukunft durchaus eine interessante Alternative für Anleger darstellt.

Insgesamt betrachtet sind die Prognosen für IOTA somit durchweg positiv und es ist zu erwarten, dass die Währung auch noch in einigen Jahren am Kryptomarkt mitmischen kann. Sinnvoll wäre es dafür allerdings in jedem Fall – das sollte nachvollziehbar sein -, dass sich der Streit zwischen den Gründern der Währung beruhigt und dass verstärkt in die Sicherheit investiert wird.

IOTA konnte abseits dieser Probleme nämlich in jüngster Vergangenheit für weitere gute Nachrichten sorgen:

-    Zukunftspläne in Trondheim: Die norwegische Stadt Trondheim soll zur Smart-City werden. Hierzu haben die Verantwortlichen eine noch engere Kooperation zwischen der Stadt und der IOTA Foundation ins Leben gerufen. IOTA erhält somit eine optimale Testumgebung für Anwendungen für die Digitalwährung.

-    Neue Parkhaus-App für IOTA-Zahlungen: Das Unternehmen EDAG hat eine Parkhaus-App entwickelt, mit der Nutzer ihre Parkgebühren über IOTA bezahlen können. Noch ist die App nicht auf dem Markt, aber auch hier zeigt sich, dass die Währung ihre Nutzungsbasis verbreitert.

Es bleibt jedoch abzuwarten, ob die IOTA-Macher die vielversprechenden Projekte letztlich auch in fertige Produkte umsetzt.

Was sollten Anleger bei IOTA beachten?

Wer als Anleger IOTA kaufen möchte, sollte jetzt vor allem eines: Ruhe bewahren und nicht überstürzt handeln. Der Kursabfall sorgt dafür, dass aktuell ein relativ kostengünstiger Einstieg möglich ist.

Anleger können IOTA über Kryptobörsen unkompliziert und zumeist mit nur wenigen Klicks kaufen. In Zukunft könnte dies auch (wieder) über Trinnity möglich sein. Hier gilt es aktuell abzuwarten.

Fazit: Großer Streit, Probleme bei der Sicherheit – aber dennoch Potential

Betrachtet man die Probleme bei IOTA im gesamten Kontext, wird schnell klar, dass die Streitigkeiten zwischen David Sønstebø und Sergey Ivancheglo schon seit einer ganzen Weile schwelen. Bereits 2018 gab es einen großen Zwist. Jetzt kam es Ende des vergangenen Jahres zum großen Bruch und zur öffentlichen Auseinandersetzung. Zumindest dies tat der Kursentwicklung IOTAs allerdings keinen großen Abbruch.

Anders sieht es beim Trinity Hack aus dem Februar 2020 aus. Dieser sorgte für große Verunsicherung und Aufregung – vor allem unter den Anlegern. Dazu kommt, dass IOTA die ganze Sache als gar nicht so dramatisch betrachtete und die Abschaltung der Systeme gar nicht einmal als erforderlich bezeichnete. Lediglich dem Schutz der Anleger sollte die Maßnahme gedient haben.

Für die Zukunft hat IOTA durch Investitionen durch Bosch und eine Zusammenarbeit mit dem Automobilkonzern Volkswagen zwar ein großes Potential, dieses muss allerdings auch genutzt und ausgeschöpft werden. Lässt sich zudem der Streit zwischen den Gründern beruhigen, kann IOTA durchaus zu einem der großen Player im deutschsprachigen und internationalen Bereich der Kryptowährungen werden – und seine Position dann auch auf lange Sicht behaupten. So sehen es nach aktuellem Stand zumindest Experten in der Branche.





24.03.2020 | 13:43

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