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beyerdynamic sorgt für den guten Ton



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Die Wurzeln von beyerdynamic reichen zurück bis in die 20er-Jahre des vorigen Jahrhunderts. 1924 legte Firmengründer Eugen Beyer in Berlin den Grundstein für das Unternehmen. Allerdings nicht mit der Herstellung von Kopfhörern, sondern mit der Entwicklung und Produktion von Kinolautsprechern, die dank des gerade aufkommenden Tonfilms gefragt waren.    

Der Durchbruch kam einige Jahre später mit dem Produkt, für das beyerdynamic noch heute berühmt ist: dem dynamischen Kopfhörer. Mit dem Modell DT 48 wurde der erste Kopfhörer, der nach dem dynamischen Prinzip funktioniert, auf den Markt gebracht.  Damit setzte beyerdynamic einen Meilenstein: Heute ist die dynamische Technik die für Video- und Audiosysteme am häufigsten verwendete Schallerzeugungstechnik für Stereoübertragung. Nur zwei Jahre später folgte das Mikrofon M 19,  das als Reportagemikrofon der Reichsrundfunkgesellschaft Geschichte schreiben sollte.  

Nach der Zerstörung der Fertigungsstätten im Zweiten Weltkrieg siedelte die Firma 1948 von Berlin nach Heilbronn um, wo sie noch heute ihre Zentrale hat. In den Swinging Sixties konnte das Unternehmen erneut Maßstäbe setzen. 1962 ging das erste drahtlose Mikrofon, das Transistophone, in Produktion. Auch in der boomenden Musikszene der Zeit kam die Technik zum Einsatz. So verwendeten die Beatles auf ihrer ersten Deutschlandtournee 1966 Mikrofone von beyerdynamic. Im Bereich der Unterhaltungselektronik gelang mit dem DT 880 ein Verkaufsschlager. Der 1980 erstmals präsentierte und noch heute gebaute Kopfhörer galt lange Jahre als preiswerte Alternative zu vielfach teureren Lautsprechern und wurde zum Klassiker in der Oberklasse.

Konferenztechnik und Equipment für Piloten als weitere Standbeine

Neben Equipment für Studios und Musikliebhaber ist die Konferenztechnik ein weiteres wichtiges Standbein. Die Konferenzsysteme kommen weltweit zum Einsatz. So sind der  Deutsche Bundestag und das Bundeskriminalamt ebenso mit der Technik aus Heilbronn ausgerüstet wie das Gebäude der OECD in Paris und die Universität Moskau. Dolmetscherpulte machen mehrsprachige Tagungen und Kongresse möglich. Highlight der vergangenen Jahre war das erste drahtlose Konferenzsystem, das 1999 eingeführt wurde und seit 2001 auch mit digitaler Verschlüsselung angeboten wird, um so ein Höchstmaß an Sicherheit zu ermöglichen. Jüngster Geschäftsbereich ist das Segment „Aviation“. Wie der Name andeutet, geht es hier um Mikrofone, Headsets und Kopfhörer  für Piloten. Obwohl „Aviation“ erst 2006 an den Start gegangen ist, konnte beyerdynamic hier mit einem Headset mit digitaler Geräuschunterdrückung zur verbesserten Kommunikation im Cockpit Maßstäbe setzen.

Manufakturprinzip erlaubt individuelle Fertigung

Trotz der höheren Kosten setzt beyerdynamic mit seinen rund 300 Mitarbeitern nach wie vor auf „Made in Germany“. Die Premium-Produkte werden in Deutschland hergestellt, wobei der überwiegende Teil der Fertigung in Handarbeit erfolgt. Das Manufakturprinzip erlaubt ein hohes Maß an Individualität. Kunden können mit einem internet-basierten Kopfhörerkonfigurator die Spitzenmodelle nach eigenen Wünschen gestalten. Den Trend zu interaktiven PC-Spielen bedient beyerdynamic mit Headsets für PC-Gaming und im Home-Cinema-Bereich ist das Unternehmen mit einer mobilen Surround-Kopfhörerlösung vertreten. Dabei haben sich die Produkte von beyerdynamic aber nicht nur als richtungsweisend, sondern als enorm langlebig erwiesen. Das Richtmikrofon M 88 aus dem Jahr 1963 ist erst 2009 in neuem Design erschienen und der Grundstein des Erfolgs, der Studiokopfhörer DT 48, gehört nach wie vor zum Produktportfolio.

06.02.2012 | 00:00

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