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bugatti: Modeimperium für den Mann



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Hinter dem Unternehmen mit Sitz im ostwestfälischen Herford steht mit den beiden Gesellschaftern Klaus und Wolfgang Brinkmann bereits die zweite Generation der Familie Brinkmann. Gegründet wurde das Unternehmen von Friedrich Wilhelm Brinkmann im Jahr 1947. Gestartet als Betrieb mit Lohnkonfektion für Damen- und Herrenbekleidung brachte die Firma schon bald eine eigene Kollektion von Hosen und Mänteln auf den Markt. Schon bald stellte sich der Erfolg ein, das Unternehmen wuchs und zählte im Jahr 1953 bereits 260 Mitarbeiter. In den 1960er-Jahren etablierte sich Brinkmann erfolgreich auf einem in modischer Hinsicht sehr anspruchsvollen Markt: Italien. Außerdem wurden diverse Bekleidungshersteller in Deutschland übernommen, wobei es sich in der Regel um traditionsreiche Häuser mit langjähriger Erfahrung im Bereich Herrenmode handelte. Ab 1986 unterstützten Klaus und Wolfgang Brinkmann ihren Vater bei der Leitung des Unternehmens. Beide sind übrigens erfolgreiche Reitsportler: So holte Wolfgang Brinkmann bei den Olympischen Spielen in Seoul 1988 Gold im Mannschafts-Springreiten, zusammen mit Ludger Beerbaum, Dirk Hafemeister und Franke Slothaak. Er ist darüber hinaus Präsident des Deutschen Reiter- und Fahrerverbands. Sein Bruder Klaus teilt die Begeisterung für Pferde und den Reitsport, und so überrascht es kaum, dass seit 1990 die Reitsportmarke Pikeur zum Unternehmen gehört. Pikeur ist offizieller Ausrüster des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei und unterhält Sponsoring-Verträge mit vielen Weltklassereitern wie der amerikanischen Dressurreiterin Lisa Wilcox und dem brasilianischen Springreiter Rodrigo Pessoa. Eskadron, ein Hersteller von Reitzubehör wie Pferde- und Satteldecken sowie Pflegeprodukten wie Huföl, gehört ebenfalls zur Brinkmann-Gruppe. Nachdem der Firmengründer 1994 starb, leiten die beiden Brinkmann-Brüder die Firma ihres Vaters gemeinsam, die inzwischen zu einem Modeimperium geworden ist.

Auf Wachstumskurs

Neben bugatti als wichtigster Marke und der Reitsportausrüstung von Pikeur/Eskadron ist man an der Firma Wilvorst beteiligt. Das Unternehmen aus Northeim ist bekannt für festliche Herrenkleidung wie Anzüge zur Hochzeit, Smoking und Cuts. Die Linie Tziacco steht für stilvolle Anzüge mit einem etwas extravaganteren Anstrich, während das Label atelier torino Herrenmode im italienischen Stil schneidert. Corpus Line fertigt festliche Kleidung und individuelle Anzüge nach Maß. Auch die Dressler Bekleidungswerke gehören zur Brinkmann-Gruppe. Hinter dem Label Eduard Dressler steht die Philosophie zeitloser, hochwertiger Mode mit Stil in Verbindung mit aktuellen Trends. Dabei spielt Handarbeit noch eine wichtige Rolle, um Sakkos, Hosen, Mänteln und Anzügen den letzten Schliff zu verleihen. Dressler produziert auch die Lizenzmarke DAKS sowie Etienne Aigner. 2009 war indes für die Brinkmann-Gruppe kein leichtes Jahr. Als Folge der weltweiten Wirtschaftskrise gingen insbesondere im Export die Umsätze zurück. Dank einer Neuausrichtung sowie Sparmaßnahmen blieb der Umsatz im Jahr 2010 mit 210 Mio. Euro nahezu stabil. Nach Unternehmensangaben bekam man vor allem in der ersten Jahreshälfte die Wirtschaftskrise in Russland und Großbritannien zu spüren. Doch mit dem Ergebnis zeigte man sich zufrieden: Es habe sich im Vergleich zu 2009 nochmals verbessern können, hieß es. Der Exportanteil lag bei 45%, nachdem er im Vorjahr noch bei 47% gelegen hatte. Zu den wichtigsten Exportländern gehören Italien, Frankreich und die Niederlande. Künftig will das Unternehmen weiter wachsen. So wird für 2011 ein Umsatzplus von 4% bis 5% ins Auge gefasst. Dazu soll auch die Einführung von Damenschuhen und Damentaschen der Marke bugatti beitragen.

09.03.2011 | 00:00

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