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Grimme: Moderne Technik auf dem Feld


Der landwirtschaftliche Sektor gilt als Wachstumsmarkt, denn weltweit steigt die Zahl der Menschen, die ernährt werden müssen. Hinzu kommt, dass die Nachfrage nach Biotreibstoffen wächst. Doch Flächen, die sich zur landwirtschaftlichen Nutzung eignen, sind nur begrenzt vorhanden und schrumpfen sogar in vielen Ländern, weil zum Beispiel Städte wachsen oder sich Wüsten immer weiter ausdehnen. Moderne Agrartechnik kann dabei helfen, diese Flächen möglichst effizient zu bewirtschaften und dabei die Böden zu schonen. Was das Angebot an Produkten für den Anbau von Kartoffeln, Zuckerrüben und Gemüse angeht, macht der Firma Grimme so schnell keiner etwas vor. Im Bereich Kartoffelanbau ist Grimme sogar Weltmarktführer. Am Standort Damme werden Geräte wie Schüttbunker, die beim Entladen der Kartoffelernte Zeit sparen, Beetformer für exakt gezogene Beete oder Maschinen für die Rübenernte entworfen und produziert. Mit Vertriebs- und Servicegesellschaften ist das Unternehmen in allen wichtigen Märkten vertreten, um sich um die speziellen Bedürfnisse der Kunden zu kümmern, beispielsweise in Russland, Großbritannien oder China. Zwar gelten Kartoffeln als typisch deutsch und schmecken auch in Form von Pommes oder Chips, doch das Reich der Mitte gilt inzwischen als größter Kartoffelproduzent der Welt. Dabei erfolgen Anbau und Ernte häufig noch in Handarbeit, was das Land zu einem interessanten Absatzmarkt für landwirtschaftliche Maschinen macht.

Technik und Tradition

Insgesamt beschäftigt Grimme weltweit nach eigenen Angaben über 1.600 Mitarbeiter, davon etwa 1.300 in Damme. Zur Firmengruppe zählen neben der Landmaschinenfabrik noch vier weitere international aktive Unternehmen. Die US-Firma Spudnik fertigt Maschinen für die Märkte in Nordamerika, Russland und Asien. Die Niedersachsen hatten den traditionsreichen Experten für Kartoffeltechnik im Jahr 2003 übernommen. Außerdem gehört der Kunststoffspezialist Internorm zur Grimme-Gruppe, der Kunststofferzeugnisse für die Agrarindustrie, Druck- und Walzenhersteller, für Maschinenbauer sowie für die Holz- und Möbelindustrie produziert. Ricon konzentriert sich auf Sieb- und Fördertechnik für Landmaschinen, während Grimme Solutions Kunden bei der Planung und Realisierung von Projekten zur Lagerung und Verarbeitung von Kartoffeln und anderen Agrarerzeugnissen unterstützt. Für seine innovativen Maschinen erhielt Grimme bereits mehrfach Auszeichnungen. Bei der Entwicklung arbeitet das Unternehmen eng mit Anwendern, Vertriebspartnern und Fachleuten zusammen, damit die Produkte den Bedürfnissen und Anforderungen beim Einsatz in der Praxis entsprechen und auch länderspezifischen Besonderheiten gerecht werden, wie zum Beispiel speziellen Beschaffenheiten des Bodens. Ein zuverlässiger Kundendienst, der so schnell wie möglich bei technischen Problemen zur Stelle ist oder sich um Ersatzteile kümmert, soll dafür sorgen, dass die Kunden rundum gut betreut werden. Während Fortschritt und moderne Technik bei Grimme einen hohen Stellenwert genießen, legt man zugleich aber auch Wert auf Tradition und Bodenständigkeit. Seit Franz Carl Heinrich Grimme vor 150 Jahren den Betrieb als Schmiede in Damme gründete, befindet sich die Firma in Familienbesitz. 1980 übernahm mit Franz Grimme die dritte Generation die Firmenleitung. Obwohl aus der dörflichen Schmiede längst ein weltweit führender Hersteller von Landmaschinen geworden ist, legt man Wert auf Zusammenhalt und Loyalität gegenüber Kunden, Geschäftspartnern und Mitarbeitern. „Gemeinsam Erfolg ernten“, lautet entsprechend die Firmenphilosophie. Dazu gehört auch, dass man regelmäßig Betriebsfeste zusammen feiert, natürlich auch das 150-jährige Firmenbestehen im Mai dieses Jahres.

21.09.2011 | 00:00

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