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Lifta: Mobil im eigenen Haus



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Kaum jemand möchte darüber nachdenken, doch im Alter schwinden häufig die Kräfte. Natürlich heißt das nicht gleich, dass man zum Pflegefall wird, der per ambulantem Dienst oder im Heim versorgt werden muss. Doch auch rüstige ältere Menschen stehen vor dem Problem, dass sich der Alltag manchmal nicht mehr so leicht bewältigen lässt wie früher. Nicht zuletzt sind enge steile Treppen auch tückische Stolperfallen und damit ein Sicherheitsrisiko für Menschen, die nicht mehr gut zu Fuß sind. Auch für jüngere Menschen können Treppen plötzlich zum Problem werden, beispielsweise nach einem Unfall oder einer Krankheit. Die Vorstellung, aus dem eigenen Haus ausziehen zu müssen, nur weil man die Treppe ohne Hilfe nicht mehr schafft, ist für viele allerdings alles andere als verlockend. Die Idee, Stufen mithilfe von Technik zu überwinden, ist nicht neu. Angeblich soll sogar schon der englische König Heinrich VIII. einen Vorläufer heutiger moderner Treppenlifte benutzt haben, nachdem er sich bei einem Reitunfall am Bein verletzt hatte. Offenbar per Flaschenzug hievten Diener ihren stark übergewichtigen König die Palasttreppen hoch und herunter. Zwar entwickelte in den 1920er-Jahren ein Amerikaner für einen gehbehinderten Freund eine Art Stuhl, der Treppen erklimmen konnte, doch in Deutschland etablierten sich Treppenlifte einige Jahrzehnte später. 1977 wurde die Firma Lifta gegründet, die aus dem Kölner Aufzugsbau-Unternehmen L. Hopmann hervorgegangen war. Im ersten Jahr baute die Firma zwar nur neun Lifte ein, doch inzwischen sind es Unternehmensangaben zufolge rund 6.500 pro Jahr. Muskelkraft ist bei modernen Treppenliften indes nicht mehr nötig. Man nimmt auf einem bequemen Sitz Platz und fährt in sanftem Tempo die Treppe hoch oder herunter. Ein Gurt sorgt für Sicherheit während der Fahrt. Sollte sich ein Gegenstand auf der Treppe befinden, hält der Lift automatisch an. Darüber hinaus sind Plattformlifte und Hublifte für verschiedene Arten von Treppen erhältlich, die auch Rollstuhlfahrer nutzen können.

Lifte nach Maß

Kunden steht eine große Auswahl unterschiedlicher Modelle für die verschiedensten Ansprüche zur Verfügung – und auch beim Design sind Variationen möglich, sodass der Treppenlift möglichst harmonisch zur Wohnungseinrichtung passt. Spröden Krankenhauscharme muss niemand fürchten. Da Treppenhäuser sehr unterschiedlich sind, steht am Anfang eine ausführliche und persönliche Beratung beim Kunden zu Hause. Anschließend wird das Treppenhaus vermessen und der Treppenlift nach Maß angefertigt. Fachleute bauen den Lift anschließend ein und sollte der Lift einmal nicht funktionieren, ist der Kundenservice rund um die Uhr erreichbar. Der Komfort eines eigenen Lifts zu Hause hat allerdings seinen Preis. Auch wenn ein Zuschuss durch die Pflegeversicherung möglich ist, kann ein solcher Lift je nach Modell und Bauweise des Treppenhauses mehrere Tausend Euro kosten, wobei ein Lift für eine kurvige Treppe in der Regel teurer ist. Allerdings bietet Lifta auch Finanzierungs- und Mietmöglichkeiten an. Da die Lifte aber individuell angefertigt werden, ist eine Vermietung nur möglich, wenn die Treppe keine außergewöhnliche Form hat und der Lift in einem anderen Haus wieder eingebaut werden kann. Von den insgesamt vier Geschäftsführern der Firma Lifta stammen zwei aus der Gründerfamilie Seick. Eigenen Angaben zufolge ist das in der vierten Generation geführte Unternehmen mit ca. 250 Mitarbeitern Marktführer in Deutschland. Über 80.000 Treppenlifte wurden demnach verkauft.

28.02.2011 | 00:00

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