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Rational: Hier wird heiß gekocht


Die eigenen Kochkünste mit Rational-Geräten auf ein höheres Niveau zu bringen, ist allerdings im privaten Bereich schlecht möglich: Das Unternehmen aus Landsberg am Lech produziert Küchenausrüstungen für Großküchen. Wer für Hunderte von Menschen Mahlzeiten zubereiten muss, beispielsweise in der Kantine eines Unternehmens, eines Krankenhauses oder in einem Hotel, der steht vor ganz anderen Herausforderungen als beim Kochen für die Familie oder für ein paar Freunde. In Großküchen gehören Hektik und Zeitdruck zum Alltag und auch der Platz ist meist begrenzt. Dennoch müssen große Mengen an Speisen zubereitet werden und in der Regel verschiedene Gerichte gleichzeitig. Das Kochen darf aber nicht ewig dauern, die Geräte müssen unkompliziert zu bedienen und belastbar sein. Da hohe Anforderungen an die Hygiene gestellt werden, müssen sämtliche Küchengeräte auch möglichst leicht zu reinigen sein. Auch Kostenfaktoren, wie zum Beispiel der Energieverbrauch und der Personaleinsatz, müssen im Blick behalten werden. Und ganz besonders wichtig: Qualität und Geschmack der Speisen müssen natürlich stimmen. Das hängt nicht nur von der Frische und der Qualität der Zutaten ab, sondern auch von einer möglichst schonenden Zubereitung.

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Rational entwickelt und verkauft seit 1973 Profi-Küchengeräte. Inzwischen verfügt das Unternehmen nach eigenen Angaben über einen Weltmarktanteil von 54%. Weiter heißt es, täglich würden über 100 Mio. Portionen Essen in allen Teilen der Welt in Rational-Geräten zubereitet. Die Spezialität des Hauses sind sogenannte Heißluftdämpfer. 1976 erfand das Unternehmen den patentierten Rational Combi-Dämpfer. Diese Geräte verfügen nicht nur über die Funktion eines Umluft-Backofens, sondern können auch heißen Dampf erzeugen. Dies ermöglicht schonendes Garen von Gemüse, Fleisch und Fisch und ist auch zum Backen geeignet. Temperatur und Luftfeuchtigkeit lassen sich dabei gut steuern, zudem lassen sich Garzeiten reduzieren. Das Verfahren gilt außerdem als besonders schonend, sodass kaum Vitamine und Nährstoffe verloren gehen. Das Unternehmen versteht sich als „Unternehmen der Köche“, daher arbeiten Köche und Ernährungswissenschaftler bei der Entwicklung der Geräte eng mit Ingenieuren und Wissenschaftlern zusammen. Wie die Geräte genau benutzt und welche Ergebnisse damit erzielt werden, können sich potenzielle Käufer beim sogenannten TeamGaren Live zeigen lassen. Und auch nach dem Kauf werden Küchenteams nicht im Stich gelassen. Seit 2006 bietet der sogenannte Club Rational nach kostenloser Registrierung Küchenprofis ein Forum zum Austauschen von Erfahrungen, Tipps und Tricks oder Rezepten, Aktualisieren von Software sowie die Möglichkeit, Kontakte zu anderen Köchen herzustellen. Club-Mitglieder können auch an Seminaren teilnehmen und erhalten dort Antworten auf ihre Fragen rund um die Gargeräte.

Doch in Zeiten wirtschaftlicher Schwäche legen viele Restaurants, Hotels oder Kantinenbetreiber die Anschaffung moderner Küchentechnik erst einmal auf Eis. Auch Rational bekam dies im ersten Quartal zu spüren. Das im MDAX notierte Unternehmen setzte mit 73,3 Mio. Euro 8% weniger um als im Vorjahresquartal, während das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 19% auf 15,2 Mio. Euro einbrach. Die Ebit-Marge kam mit 21% allerdings auf einen guten Wert. In Asien legte Rational mit einem Zuwachs von 8% indes erfreuliches Wachstum an den Tag. Eine Prognose für 2009 gab das Unternehmen wegen der wirtschaftlichen Unsicherheiten jedoch nicht.

05.11.2009 | 00:00

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