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Vaude: Bergsportexperte mit Familiensinn


Der etwas ungewöhnliche Name des Spezialisten für Bergsport-Ausrüstung leitet sich von den Initialen des Unternehmensgründers ab: Albrecht von Dewitz, der die Berge liebte, beschloss 1974, aus seinem Bergsporthobby einen Beruf zu machen, und begann, in Tettnang am Bodensee Funktionsbekleidung, Rucksäcke und Ausrüstung für Wanderer, Kletterer, Tourengeher und andere Bergsportler herzustellen. Seit 2009 ist Dr. Antje von Dewitz, die Tochter des Gründers, Chefin des väterlichen Unternehmens, nachdem sie dort bereits einige Jahre in der Geschäftsführung tätig gewesen war. Das Familienunternehmen mit 1.500 Mitarbeitern gliedert sich in die drei Bereiche Bergsport, Radsport sowie Gepäck und Taschen. Hosen und Schuhe fürs Wandern, Bike-Trikots, Jacken, die vor Wind und Wetter schützen – Männer, Frauen und Kinder können sich hier rundum einkleiden und finden auch ein großes Angebot an Zelten, Schlafsäcken, Rucksäcken, Fahrradtaschen oder Reisegepäck. Außerdem gehört die auf den Klettersport spezialisierte Tochterfirma Edelrid zu Vaude. Die Produkte genügen nicht nur den Ansprüchen von Freizeitsportlern, sondern auch denen ambitionierter Bergsportprofis. So unterstützt Vaude verschiedene Mountainbike-Teams, Bergführer und Bergsteiger sowie Kletterer, die bei ihren Aktivitäten auf die hochwertige Ausrüstung vertrauen. Darüber hinaus bietet Vaude auch Taschen an, mit denen man nicht nur beim Outdoor-Abenteuer, sondern auch beim Stadtbummel modisch glänzen kann.

Öko-Gewissen plus Schwimmbad

Nicht nur die Funktionalität der Produkte ist wichtig. Auch ökologische Gesichtspunkte spielen für Vaude eine immer größere Rolle – kein Wunder, schließlich steht Natur als Erlebnis bei Aktivitäten wie Trekking oder Klettern im Vordergrund. Das Unternehmen bemüht sich daher, seine Produkte mit möglichst geringen ökologischen Fußabdrücken herzustellen. So werden Artikel aus der Öko-Kollektion besonders umweltfreundlich produziert. Für sie gelten besonders strenge Maßstäbe, was beispielsweise die Materialien oder die Farben angeht. 1% aus der sogenannten Green-Shape-Kollektion sind für die Kinder- und Jugendarbeit des WWF Deutschland bestimmt. Das sogenannte Vaude ecosystem stellt sicher, dass möglichst umweltfreundliche Materialen verwendet werden, eine möglichst umweltfreundliche Produktionstechnologie zum Einsatz kommt und auch bei der Entsorgung der Produkte Umweltaspekten Rechnung getragen wird. 2008 wurde ein zertifiziertes Umweltmanagement-System eingeführt. Regelmäßig überprüft ein unabhängiger Umweltgutachter das Umweltprogramm der Firma. Zwar produziert Vaude auch in Deutschland, doch im Ausland gibt es ebenfalls Produktionsstätten, so zum Beispiel seit 1991 in China. Da es insbesondere in Asien oft nicht zum Besten steht mit den Arbeitsbedingungen, bemüht sich Vaude, hier Verbesserungen zu schaffen und Missstände zu beheben. Das Unternehmen trat dazu der Fair Wear Foundation bei, die die Arbeitsbedingungen in den ausländischen Produktionsbetrieben überprüft. Dass sich Vaude als Familienunternehmen versteht, zeigt sich unterdessen auch daran, dass bereits im Jahr 2001 am Firmensitz in Tettnang ein eigener Betriebskindergarten für den Nachwuchs der Mitarbeiter eingerichtet wurde. Das kommt nicht von ungefähr: Die Unternehmenschefin ist selbst Mutter von vier Kindern. Ehrensache, dass die Kinder hier auch viel zum Thema Natur und Umwelt lernen. Sogar für das örtliche Freibad engagiert sich Vaude: Als das Bad von der Schließung bedroht war, sprang das Unternehmen 2006 als Pächter ein, um den Badespaß für Groß und Klein auch weiterhin zu erhalten.

05.10.2011 | 00:00

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