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Unternehmen > Münchner mit schwachen Zahlen

BMW unter Druck

| Redaktion Börse am Sonntag

BMW-Mechaniker bei der Arbeit.
Auch BWM trifft der schwindende Absatz in China. (Foto: Tursk Aleksandra / Shutterstock)

Die Bayern gelten im internationalen Vergleich als robust. Doch schwache China-Geschäfte, steigende Kosten und ein vorsichtiger Ausblick für 2026 belasten die Aktie.

Die Autoindustrie steht weltweit unter Druck – und auch BMW kann sich diesem Abwärtssog derzeit nicht entziehen. Nach der Vorlage der Geschäftszahlen reagierten Anleger zurückhaltend, die Aktie gab zeitweise nach. Der Grund: Zwar präsentiert sich der Premiumhersteller stabiler als manche Wettbewerber, doch der Ausblick für das laufende Jahr fällt vorsichtig aus.

Im Geschäftsjahr 2025 musste BMW einen deutlichen Ergebnisrückgang hinnehmen. Der operative Gewinn sank um rund 11,5 Prozent auf etwa 10,2 Milliarden Euro – der niedrigste Wert seit der Corona-Pandemie. Unter dem Strich verdiente der Konzern rund 7,5 Milliarden Euro, während der Umsatz auf etwa 133,5 Milliarden Euro zurückging.

Absatz in China schrumpft

Besonders belastend war dabei das wichtige China-Geschäft. In der Volksrepublik brachen die Verkäufe von BMW und der Marke Mini im vergangenen Jahr um mehr als zwölf Prozent ein. Gleichzeitig verschärft sich dort der Wettbewerb: Lokale Hersteller gewinnen Marktanteile, häufig mit aggressiven Preisstrategien und technologisch konkurrenzfähigen Elektrofahrzeugen.

Hinzu kommen geopolitische Risiken und steigende Handelsbarrieren. Zölle könnten die operative Marge im Autogeschäft laut Unternehmensprognose 2026 um rund 1,25 Prozentpunkte belasten. Entsprechend erwartet BMW für seine wichtigste Sparte nur noch eine Rendite zwischen vier und sechs Prozent – deutlich unter der langfristig angestrebten Zielspanne von acht bis zehn Prozent.

BMW-Aktie

BMW profitabler als die Konkurrenz

Auch der Gesamtausblick für das laufende Jahr fällt gedämpft aus. Der Konzern rechnet mit stagnierenden Auslieferungen und einem moderaten Rückgang des Vorsteuerergebnisses. Damit verabschiedet sich BMW vorerst von der Wachstumserwartung vieler Investoren und stellt sich auf ein Übergangsjahr ein.

Dabei steht der Autobauer strategisch mitten in einem tiefgreifenden Wandel. Die Münchner investieren massiv in neue Technologien und die kommende Modellgeneration „Neue Klasse“, mit der ab Mitte des Jahrzehnts eine neue Elektroplattform eingeführt werden soll. Gleichzeitig setzt BMW weiterhin auf technologische Offenheit – also eine Mischung aus Verbrennern, Hybrid- und Elektroantrieben.

Trotz der aktuellen Schwäche sehen manche Beobachter BMW im Branchenvergleich weiterhin gut positioniert. Der Konzern bleibt profitabler als einige Konkurrenten und punktet bei Anlegern mit einer attraktiven Dividende. Für das vergangene Geschäftsjahr soll die Ausschüttung sogar leicht steigen – auf rund 4,40 Euro je Aktie, was einer Dividendenrendite von über fünf Prozent entspricht.

Qualitätsaktie mit kräftig Gegenwind

Für Investoren ergibt sich damit ein gemischtes Bild. Kurzfristig dürfte der Sektor weiterhin von konjunkturellen Risiken, geopolitischen Spannungen und der Transformation zur Elektromobilität geprägt sein. Langfristig könnten gerade diese Umbrüche jedoch Chancen eröffnen – vorausgesetzt, BMW gelingt es, seine technologische Stärke und die hohe Markenloyalität der Kunden in die neue Ära der Mobilität zu übertragen.

Ob der aktuelle Kursrückgang daher nur eine Momentaufnahme im schwierigen Branchenumfeld ist oder der Beginn einer längeren Durststrecke, hängt letztlich davon ab, wie schnell sich die globalen Automärkte – insbesondere China – wieder stabilisieren. Für Anleger bleibt BMW damit eine klassische Qualitätsaktie im zyklischen Umfeld: solide aufgestellt, aber derzeit spürbar im Gegenwind.

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