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Kabel Deutschland: Fantasie treibt den Preis

Auch ohne Übernahmefantasien sind die Aktien von Kabel Deutschland durchaus einen Blick wert. Seit dem Börsengang 2010 kennt der Aktienkurs nämlich nur eine Richtung: nach oben. Vor rund einem Jahr notierte der Titel noch bei 47 Euro, heute steht er bei 84 Euro – ein Kursplus von knapp 80 Prozent. Das MDAX-Unternehmen aus dem bayerischen Unterföhring beschäftigt rund 3.600 Mitarbeiter und versorgt in Deutschland 8,5 Millionen Haushalte mit Fernseh-, Internet- und Telefonanschlüssen.

BÖRSE am Sonntag

Kabel Deutschland: Profitables Geschäft

Auch ohne Übernahmefantasien sind die Aktien von Kabel Deutschland durchaus einen Blick wert. Seit dem Börsengang 2010 kennt der Aktienkurs nämlich nur eine Richtung: nach oben. Vor rund einem Jahr notierte der Titel noch bei 47 Euro, heute steht er bei 84 Euro – ein Kursplus von knapp 80 Prozent. Das MDAX-Unternehmen aus dem bayerischen Unterföhring beschäftigt rund 3.600 Mitarbeiter und versorgt in Deutschland 8,5 Millionen Haushalte mit Fernseh-, Internet- und Telefonanschlüssen.

Damit ist Kabel Deutschland hierzulande der größte Kabelnetzbetreiber. Dass das Geschäft profitabel ist, zeigen die Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr 2012/13: Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg um 8,4 Prozent auf 862 Millionen Euro. Das Nettoergebnis verbesserte sich von 159 auf 247 Millionen Euro. Getrieben wurde die positive Geschäftsentwicklung vor allem durch kräftige Zuwächse im Breitband- und Premium TV-Geschäft.

Die ehemalige Telekom-Tochter entstand 2003 infolge eines Zusammenschlusses von sechs regionalen Kabelnetzbetreibern. Dass der vergleichsweise junge Konzern rentabel wirtschaftet, ist nicht selbstverständlich. In seiner Unternehmensgeschichte erzielte der Kabelnetzbetreiber erstmals im Geschäftsjahr 2011/12 einen Gewinn – der Überschuss betrug in dem Jahr 159 Millionen Euro. Das freut die Aktionäre, denn es winkt eine Dividende von 1,50 Euro je Titel.

Einen künftigen Wachstumsschub erhofft sich das Unternehmen mit dem im Februar dieses Jahres angekündigten Sonderinvestitionsprogramm „Alpha“. Dabei investiert Kabel Deutschland im laufenden und im darauf folgenden Geschäftsjahr 300 Millionen Euro in die Infrastruktur und Produktentwicklung. Mit „Alpha“ werden bislang für spätere Jahre vorgesehene Investitionen vorgezogen, um die erheblichen Wachstumspotenziale im deutschen Breitband- und TV-Markt für sich zu erschließen.

Nach dem Übernahmeangebot durch Vodafone wird das Eigenkapital von Kabel Deutschland mit rund 7,7 Milliarden Euro bewertet – das ist rund viermal so viel wie zum Börsengang im März 2010. Der gesamte Unternehmenswert von Kabel Deutschland, unter anderem inklusive Nettofinanzverbindlichkeiten, beläuft sich auf Basis des angekündigten Angebots auf rund 10,7 Milliarden Euro. Die Führung von Kabel Deutschland rät den Aktionären, dieses Gebot anzunehmen.

Die meisten Bankanalysten empfehlen derzeit, die Aktie von Kabel Deutschland zu „kaufen“ oder zu „halten“. Ob sich ein heutiger Aktienkauf für die Anleger lohnt, steht allerdings noch in den Sternen. Sicher ist nur so viel: Wer beim Börsengang von Kabel Deutschland vor rund drei Jahren eingestiegen ist und seine Papiere gehalten hat, hat seinen Einsatz so gut wie vervierfacht.