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Unternehmen > Mega-Zahlen

Nvidia-Aktie kennt kein Halten

(AP Photo / Vincent Tian)

Nvidia ist auf dem besten Weg wertvollster Konzern der Welt zu werden. Nach überragenden Zahlen haben die Papiere des Chipherstellers wieder mal ein Rekordhoch erklommen.

Ein Anstieg von mehr als neun Prozent infolge glänzender Quartalsergebnisse hat Nvidia-Aktien unter der Woche erstmals über die Marke von 1.000 US-Dollar katapultiert. In der Spitze kosteten die Titel 1.063 Dollar. Allein mit dem Kursplus von Donnerstag erhöhte sich die Marktkapitalisierung des Chipherstellers um 230 Milliarden US-Dollar. Das entspricht in etwa dem vierfachen des Börsenwerts von Deutschlands größtem Chiphersteller Infineon. Nvidia ist damit inzwischen rund 2,5 Billionen Dollar wert, nur noch Apple (2,9 Billionen) und Microsoft (drei Billionen) liegen vor dem Halbleiter-Entwickler. Blickt man auf die Entwicklung des Aktienkurses und die Analysteneinschätzungen, könnte es nur noch eine Frage der Zeit sein, bis Nvidia zum wertvollsten börsennotierten Unternehmen der Welt wird.

Nvidia-Aktie

Allein in den ersten knapp fünf Monaten des Jahres hat sich der Kurs einmal mehr verdoppelt. Auf Dreijahres-Sicht hat er sich versechsfacht, auf Fünfjahressicht steht ein Kursplus von 2.700 Prozent zu Buche. Intakter als die Rally der Nvidia-Aktie kann eine Rally kaum sein. Von Quartal zu Quartal übertrifft der Konzern die hohen Erwartungen der Analysten, erhöht Prognosen, brennt schlichtweg ein fundamentales Wachstumsfeuerwerk ab. Anleger honorieren das mit einem stetig steigenden Aktienkurs. Nach den jüngsten Quartalszahlen haben viele Analysten ihre Kursziele erneut angehoben, Stacy Rasgon von Bernstein Research beispielsweise von 1.100 auf 1.300 Dollar. Die Aktien seien trotz der Kursrally immer noch recht günstig, begründete er seinen Optimismus.

Tatsächlich schafft Nvidia Quartal um Quartal solch gewaltige Gewinnsprünge, dass ein Blick auf das aktuelle KGV kaum noch eine Aussagekraft hat. Auf Jahressicht kann sich dieses bei Nvidias Zahlen schnell halbieren. Im abgelaufenen Quartal stieg der Nettogewinn des Konzerns um 600 Prozent auf 14,9 Milliarden Dollar, der Umsatz legte um 262 Prozent auf 26 Milliarden Dollar zu. Das laufende Quartal soll dann nochmal etwas bessere Ergebnisse liefern. Den Umsatz erwartet Konzernchef Jensen Huang bei 28 Milliarden Dollar.

Die Erwartungen von Anlegern und Analysten sind inzwischen hoch, aber Nvidia hat es erneut geschafft selbst diese hohen Erwartungen noch zu übertreffen. „Nvidia hat das Potenzial, den Gesamtmarkt zu beflügeln. Chipaktien gelten als frühzyklische Aktien. Wenn es ihnen gut geht, dann folgt oft zeitlich nachgelagert ein Aufschwung in der gesamten Volkswirtschaft“, schrieb CMC Markets-Analyst Jochen Stanzl in einer Analyse.

Nvidia profitiert weiter vom boomenden Markt für KI-Chips. Im Hochleistungssegment hat sich der Konzern eine Beinahe-Monopolstellung geschaffen, in etwa 80 Prozent der Highend KI-Prozessoren auf der Welt stammen von Nvidia. Der „Blackwell B200“, das derzeitige Top-Modell, kostet 20.000 Dollar. Aktuell kommt man in der Produktion nicht hinterher, bis Mitte 2025 dürfte die Nachfrage das Angebot übersteigen. Tech-Konzerne wie Microsoft oder Alphabet reißen sich um die speziellen Halbleiter im Rennen um die besten KI-Entwicklungen. Diese Markstellung weiß Nvidia zu nutzen, will von nun an jedes Jahr eine neue Chip-Version auf den Markt bringen. Wer im KI-Wettrennen nicht hinterlaufen will, wird sich die neuen Chips Jahr für Jahr kaufen müssen. Business Insider titelte „Jensen Huangs Chips werden zum iPhone der KI-Welt“. Die Chipsysteme von Nvidia kommen hauptsächlich in modernsten Rechenzentren zum Einsatz. Allein in dieser Konzernsparte verfünffachte sich der Umsatz auf 22,6 Milliarden Dollar.

Neben den Ergebnissen, dürfte auch die Ankündigung eines Aktiensplits im Verhältnis 1:10 bei Investoren für Kursfantasie gesorgt haben. Damit wird die Aktie für Kleinstanleger wieder erschwinglicher. Darüber hinaus wurde auch die Dividende auf 0,10 Doller ja Aktie mehr als verdoppelt.

Nvidia ist ganz klar der Konzern der Stunde an der Börse. Wie einst Apple stellt der Konzern einen Kursrekord nach dem nächsten auf, und liefert die passenden Geschäftszahlen dazu. Dieser Erfolgsstory steht zunächst auch weiterhin nur wenig im Weg. DZ-Bank-Analyst Ingo Wermann hat das berühmte Haar in der Suppe allerdings auch bei Nvidia ausgemacht. Mit der Zeit, so Wermann, würde die Gefahr steigen, das finanzstarke Kunden ihre eigenen KI-Chips entwickelten. Nvidia ist stark von diesem einen Geschäftsfeld abhängig und Konzerne wie Microsoft oder Amazon arbeiten schon länger an eigenen Chips, die bislang zwar noch nicht mit denen von Nvidia mithalten können, es aber vielleicht in Zukunft können.

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