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Unternehmen > Autobauer toppt Analystenschätzungen

Trotz Gewinneinbruch: Anleger feiern Mercedes-Benz

| Redaktion Börse am Sonntag

Mercedes-Stern auf der Motorhaube.
Mercedes-Stern. Schafft der Konzern die Wende, um wieder zu glänzen? (Foto: Shutterstock)

Die Gewinne schrumpfen. Die Kosten aber auch. Und im wichtigen PKW-Segment steigt die Marge minimal. Anleger greifen bei der Aktie der Stuttgarter deshalb zu.

Der Konzerngewinn fiel im dritten Quartal um fast ein Drittel. Trotzdem greifen Anleger bei der Mercedes-Benz-Aktie unter der Woche beherzt zu. Die schlimmsten Befürchtungen der Analysten nämlich sind nicht eingetreten. 

Wie der DAX-Konzern am Mittwoch mitteilte, fiel der Nettogewinn im Vergleich zum Vorjahr um rund 31 Prozent auf 1,19 Milliarden Euro. Hauptursache sind hohe Sonderbelastungen infolge des laufenden Spar- und Restrukturierungsprogramms, das unter anderem den Abbau von Stellen vorsieht.

Vor Zinsen und Steuern (EBIT) verbuchte Mercedes Sonderaufwendungen in Höhe von 1,35 Milliarden Euro – allein 876 Millionen Euro entfielen dabei auf ein freiwilliges Personalabbauprogramm in Deutschland. Ziel der Maßnahmen ist es, die Konzernstruktur zu verschlanken und die Profitabilität langfristig zu sichern. Bereinigt um diese Sondereffekte lag das operative Ergebnis (EBIT) bei 2,1 Milliarden Euro, ein Rückgang von 17,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Neben den Restrukturierungskosten machten dem Konzern auch ungünstige Wechselkurse und gestiegene Zölle zu schaffen. Vor allem die Abschwächung wichtiger Exportmärkte sowie höhere Kosten in der Lieferkette belasteten die Marge.

In der Pkw-Sparte, dem wichtigsten Geschäftsbereich des Konzerns, konnte Mercedes-Benz seine bereinigte operative Marge leicht auf 4,8 Prozent steigern – ein Plus von 0,1 Prozentpunkten. Analysten hatten nach jüngsten Aussagen des Managements allerdings mit einem Wert am unteren Ende der Jahresprognose (4 bis 6 Prozent) gerechnet.

Der Konzernumsatz sank im Quartal um 6,9 Prozent auf 32,1 Milliarden Euro. Weltweit lieferte Mercedes-Benz rund 12 Prozent weniger Fahrzeuge aus als im Vorjahreszeitraum. Dennoch stieg der Anteil teurerer und margenstärkerer Modelle wie der S-Klasse, der vollelektrischen EQS-Reihe und der AMG-Varianten – ein Beleg für die fortgesetzte Premiumstrategie des Konzerns. Auch im Transportersegment verzeichnete Mercedes einen Absatzrückgang, unter anderem wegen der anhaltend schwachen Nachfrage in Europa.

Trotz des schwächeren Quartals hält Mercedes-Benz an seiner Jahresprognose fest. Das Management rechnet weiterhin mit einer operativen Marge im Pkw-Geschäft zwischen 4 und 6 Prozent sowie einem soliden Free Cashflow. Die Nachfrage nach Luxusmodellen und E-Autos soll sich im vierten Quartal stabilisieren, während das Effizienzprogramm schrittweise Wirkung zeigen dürfte.

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