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BB Biotech: Gewinnrealisierungen infolge der COVID-19-Impfauffrischungs-Neuigkeiten ermöglichen Aufstockung in Onkologie und ZNS

(Foto: BB Biotech)



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Der Gesundheitssektor verzeichnete im Juli und August Gewinne, gab jedoch im September nach und schloss das 3. Quartal in Einklang mit dem breiten Markt. Die Aktie von BB Biotech erzielte im 3. Quartal 2021 eine Rendite von -3.3% in CHF und -2.0% in EUR.

Für die ersten neun Monate des Jahres bedeutet dies eine Gesamtrendite inkl. Dividende von 18.2% in CHF und 19.0% in EUR. Als Investor der ersten Stunde hat BB Biotech die fundamentale Stärke von Moderna für gezielte Gewinnmitnahmen genutzt, bleibt aber gewichtig im Titel investiert. Das Investment Team trennte sich darüber hinaus nach 11 Jahren von Halozyme und realisierte einen Gewinn von USD 235 Mio. Der Grossteil dieser Mittel floss in Onkologieunternehmen mit attraktiven Pipelines wie etwa Revolution Medicines, Relay Therapeutics, Fate Therapeutics, Essa Pharma, Macrogenics, Molecular Templates und Mersana Therapeutics. Börsengänge haben sich im Biotechsektor jüngst von ihrem Rekordniveau etwas abgekühlt, während Übernahmeaktivitäten weiterhin auf einem tiefen Niveau erfolgen. Im Gegensatz dazu umfasst die Industriepipeline zahlreiche innovative Neuzulassungen und klinische Studien.

In den ersten neun Monaten des Jahres kam es zu einer Konsolidierung des MSCI World Healthcare Index (+1.1%, in USD) und des Nasdaq Biotech Index (-1.1%, in USD). Innerhalb dieser Indizes wich die Performance der einzelnen Titel jedoch deutlich voneinander ab, vor allem im NBI Index. Kleinere und mittlere Biotechunternehmen setzten ihre Underperformance im 3. Quartal fort. Das spiegelt sich beispielsweise im XBI wider, einem Biotech-ETF von S&P, der 7.2% im Minus schloss (in USD). Die begrenzte Nachfrage nach jungen, kleineren und mittleren Biotechfirmen führte zu einem Rückgang und einer Abkühlung der zuvor robusten IPO-Aktivitäten.

Performance von BB Biotech im Jahresverlauf


Die Aktie von BB Biotech erzielte im 3. Quartal 2021 eine Negativrendite von 3.3% in CHF und 2.0% in EUR. Der Net Asset Value (NAV) des Portfolios sank um 5.2% in CHF, 3.5% in EUR und 6.1% in USD. Daraus resultiert für das 3. Quartal 2021 ein Nettoverlust von CHF 208 Mio. gegenüber einem Nettoverlust von CHF 395 Mio. im gleichen Vorjahresquartal. Ungeachtet des Dämpfers im 3. Quartal wies die BB Biotech-Aktie für die ersten neun Monate 2021 eine Gesamtrendite einschliesslich Dividende von 18.2% in CHF und 19.0% in EUR aus. Sie liegt damit deutlich über dem NAV des Portfolios, der um 3.2% in CHF und 3.5% in EUR stieg resp. um 2.0% in USD sank. Der Reingewinn in dieser Periode belief sich auf CHF 141 Mio. gegenüber CHF 26 Mio. im Vorjahreszeitraum. Wechselkursschwankungen beim Währungspaar USD/CHF trugen ungefähr 5.3% zur 9-Monats-Performance der BB Biotech-Aktie bei.

Gezielte Anpassungen im Portfolio

Das Investment Team setzte die Portfolioanpassungen fort. Modernas Aufnahme in den S&P 500 und die Ausbreitung von SARS-CoV-2-Varianten beflügelten den Aktienkurs. Die Aktie stieg im August auf ein Allzeithoch, wodurch Moderna zum wertvollsten Biotechunternehmen avancierte. BB Biotech nutzte Modernas vielversprechenden Ausblick und die dominierende Stellung der mRNA-Technologie für Gewinnmitnahmen bei diesem langfristigen Investment. Das Investment Team trennte sich darüber hinaus nach 11 Jahren von Halozyme und realisierte beachtliche Gewinne (USD 235 Mio.).

Die Erlöse aus dem Verkauf von Moderna und Halozyme wurden in drei Subsektoren reinvestiert. Der Grossteil dieser Mittel floss in Unternehmen mit einer attraktiven Onkologie-Pipeline wie etwa Revolution Medicines, Relay Therapeutics, Fate Therapeutics, Essa Pharma, Macrogenics, Molecular Templates und Mersana Therapeutics. Zudem ergänzte das Investment Team sein Engagement im ZNS-Bereich durch Aufstockung der bestehenden Positionen in Sage Therapeutics und Intra-Cellular Therapies. Darüber hinaus baute BB Biotech ihre Beteiligungen an kleineren kommerziellen Unternehmen aus - darunter Myovant und Radius.

Das Portfolio umfasst 32 Positionen und der Investitionsgrad sank während des 3. Quartals 2021 geringfügig von 107.5% auf 106.8%. Dies bedeutet, dass gemäss den festgelegten Vorgaben des Investitionsgrads ausreichend Spielraum für Investitionen in neue Anlagechancen besteht.

Neuigkeiten von Portfolio-Holdings im 3. Quartal 2021


Moderna legte beeindruckende Daten zu seiner COVID-19-Drittimpfung vor. Das Unternehmen präsentierte eine Strategie, wie es seine mRNA-Plattform auch für die Entwicklung neuer prophylaktischer Impfstoffe einsetzen kann. Es teilte zudem Erkenntnisse, wonach die Booster-Impfung, die mit 50 Mikrogramm der halben Dosis der Zweitimpfung entspricht, einen noch stärkeren Anstieg der Antikörpertiter als die zweite Impfung bewirkt hat. Das VRBPAC-Gremium der FDA hat einstimmig beschlossen, die Booster-Impfung des COVID-19-Impfstoffs von Moderna für bestimmte Risikogruppen zu unterstützen.

Die US-Zulassungsbehörde FDA hat zwar die strittige Diskussion um Biogens Alzheimer-Medikament Aduhelm beigelegt, es ist nun aber unter Patienten, Ärzten und Versicherern eine heftige Debatte entfacht. Biogen hat in Anbetracht des Marktwiderstandes gegenüber dem Präparat kürzlich seine bereits vorsichtige Markteinführungsprognose für 2021 drastisch gesenkt. Die kommerziellen Hürden für die intravenöse und wohl teure Infusion sind hoch. Die Verwaltung der US-Gesundheitsfürsorge (CMS) hat mit ihrer National Coverage Determination (NCD) begonnen. BB Biotech erwartet eine klärende Entscheidung im Jahr 2022.

Neurocrine meldete eine Wachstumserholung für sein führendes kommerzielles Produkt Ingrezza. Vorliegende Verschreibungszahlen deuten auf eine Wachstumssteigerung im 2. Halbjahr 2021 hin nach einer zögerlichen Entwicklung während der Pandemie. Ähnlich ergeht es Intra-Cellular Therapies, Radius und Esperion. Auch deren Produkte Caplyta, Tymlos und Nexlitol/Nexlizet sehen sich mit Gegenwind beim Wachstum konfrontiert, der sich aber im 4. Quartal 2021 legen dürfte.

Ausblick bis Ende Jahr


Anleger dürften den globalen Einsatz von Impfauffrischungen gegen COVID-19 im Blick haben. Zudem werden zahlreiche Produktlancierungen und wichtige Ergebnisse klinischer Studien erwartet. Besagte Impfauffrischungen - vor allem mit mRNA-Vakzinen - werden auf der nördlichen Halbkugel während der Wintersaison eine wichtige Rolle spielen. Darüber hinaus werden Anleger aufmerksam verfolgen, ob neue SARS-CoV-2-Varianten auftreten und ob daher neuartige, variantenspezifische Impfstoffe nötig sein werden.

Unter den Produktlancierungen dürften innerhalb unseres Portfolios folgende Medikamente das Interesse der Anleger auf sich ziehen: Biogens Aduhelm zur Behandlung der Alzheimer-Krankheit sowie Myovants zwei Produktkandidaten Orgovyx gegen Prostatakrebs und Myfembree bei starken Menstruationsblutungen im Zusammenhang mit Uterusmyomen. Nach der eher enttäuschenden Lancierung von Monjuvi werden Anleger Incyte und seinen Partner Morphosys fest im Auge behalten. Dasselbe gilt für Incyte und dessen Salbe Opzelura, die vor kurzem zur Behandlung atopischer Dermatitis zugelassen wurde.

Im Weiteren stehen regulatorische Meilensteine der folgenden Portfoliounternehmen an: Argenx (FDA-Zulassung von Efgartigimod), Intra-Cellular Therapies (FDA-Zulassung von Caplyta), Moderna (Notfallzulassung (EUA) für Auffrischungsimpfung mRNA-1273 gegen COVID-19) und Alnylams Partner Novartis (US-Zulassung Inclisirans).

Bis dato haben diverse Nachrichtenquellen Robert Califf als potenziellen Anwärter der Biden Regierung für den FDA-Chefposten benannt. Califf war bereits unter Präsident Obama FDA Commissioner und gilt als moderat, industrienah und durch seine Laufbahn als Kardiologe sowie Erfahrungen mit Digitalisierung im Gesundheitswesen als fähiger und vielversprechender Kandidat. Allerdings könnte gerade seine Industrienähe zu Komplikationen mit dem progressiven Flügel der demokratischen Partei beim Bestätigungsverfahren im Senat führen.

Zweifelsohne hat die Biotechbranche mit der Entwicklung wichtiger Lösungen zur Bekämpfung der Pandemie beigetragen. BB Biotech sieht dies als wichtigen Beleg für die Produktivität und den Innovationsgrad der Industrie und setzt darauf, dass viele weitere bedeutende Produkte zur Behandlung schwerwiegender und chronischer Krankheiten im Markt lanciert werden. Damit stellen Biotechnologiefirmen weiterhin den Motor für die Entwicklung klinisch differenzierter Arzneimittel für Patienten mit hohem medizinischem Bedarf dar. Dieses Wertversprechen wird kosteneffizient gestaltet werden können und müssen, zu Preisen, die für Kostenträger und folglich auch die Gesellschaft erschwinglich sind.

22.10.2021 | 12:16

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