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US Investment-Grade-Anleihen für europäische Anleger

(Foto: solarseven / Shuttestock)



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US-Investment-Grade-Anleihen litten im 1. Quartal 2021 unter den steigenden Treasury-Renditen. Die Nominalrenditen sind nun höher und die Spreads zu Staatsanleihen etwas breiter, was vor allem europäische Anleger ansprechen dürfte. Die Renditespreads zu Euro-Anleihen sind auf währungsgesicherter Basis auf Mehrjahreshochs. Eine Allokation in US-Anleihen ist also sinnvoll, aber um davon zu profitieren, wohin die Ströme fließen, sollten Sie sich auf ESG-Fonds konzentrieren.

Investment-Grade-Anleihen (IG) waren im Jahr 2020 der Liebling der Anleger. Die nach dem Ausverkauf im März drastisch gestiegenen Spreads zu Staatsanleihen und die Absicherung durch die Zentralbank machten IG-Anleihen zu einer einfachen Anlageentscheidung. Die positive Stimmung gegenüber dem Sektor hatte sich jedoch bis zum Jahresende weitgehend verflüchtigt. Steigende US-Treasury-Renditen, das Ende des Kaufprogramms der US-Notenbank und wenig Spielraum für eine weitere Spread-Kompression bedeuteten, dass das 1. Quartal 2021 für IG-Anleihen ein hartes Jahr war, mit negativen Renditen und einem Netto-Verkauf des Sektors durch die Anleger, während die US-Treasury-Renditen in die Höhe schnellten. Nichtsdestotrotz bietet jeder Preisrücksetzer eine Gelegenheit, den Wert neu zu bewerten, und im Fall von US IG-Anleihen sehen wir Gründe, wieder positiv zu sein.

Treasury-Renditen jetzt stabiler. Der Ansturm auf den Verkauf von Treasuries und IG-Anleihen während des Quartals (siehe den Abschnitt zu den Kapitalflüssen im Q2 2021 Bond Compass) und die Reduzierung des Durationsrisikos hat bei einigen Anlegern möglicherweise zu einer Untergewichtung dieser Engagements und des kurzen Durationsrisikos geführt. Da die Treasury-Renditen nun stabiler aussehen, besteht ein Anreiz, diese untergewichteten Positionen abzubauen. Da die Wirtschafts- und Inflationsdaten in den letzten Monaten positiv überrascht haben, gibt es eine ganze Reihe positiver Nachrichten, die von Risikoanlagen eingepreist werden. Das ist logisch: Es wird erwartet, dass sich die wirtschaftliche Reflation fortsetzt, aber es bedeutet, dass das Risiko-Ertrags-Verhältnis bei festverzinslichen Anlagen jetzt symmetrischer aussieht.

Die Preiskorrektur hat eine attraktivere Rendite geschaffen. Wie wir in Thema 1 im aktuellen Bond Compass aufzeigen, liegen die Renditen für einen US IG-Anleihenfonds für alle Laufzeiten deutlich über 2 Prozent.1 Dies ist besonders attraktiv für EUR-basierte Anleger, die bei einem ähnlichen EUR-Engagement etwas näher an 30 Basispunkten erwarten können. Bei Investitionen in US-Anleihen sind Anleger Währungsrisiken ausgesetzt und der USD wird wieder schwächer. Die Kosten für die Absicherung sind jedoch historisch niedrig und wenn man sie in die Gleichung einbezieht, sind die Spreads von fast 100 Basispunkten für EUR-basierte Anleger so günstig wie seit Anfang 2017 nicht mehr.

Es bestehen einige Risiken für festverzinsliche US-Vermögenswerte, wenn die Inflation weiterhin über den Erwartungen liegt, aber die Spread-Kompression zwischen US-Treasuries und deutschen Bundesanleihen deutet darauf hin, dass die Anleger ihr EUR-Engagement reduzieren und zu höher verzinslichen US-Vermögenswerten greifen wollen.

Greensleeves

Die Ankündigungen der britischen und der US-amerikanischen Regierung von letzter Woche zur Senkung der Kohlendioxidemissionen im Zuge der Vorbereitungen auf die COP 26 im November werden den Fokus auf Klima- und ESG-Themen verstärken. Für Anleger, die über einen Einstieg in US-IG-Anleihen nachdenken, ist es daher sinnvoll, ein ESG-Engagement in Betracht zu ziehen. Wie im Bond Compass beschrieben, war der bemerkenswerte Trend bei US-Anleihen für europäische Anleger in den letzten 12 Monaten in Richtung ESG-basierter Anlagestrategien.

Ein Hauptproblem für Anleger, die untergewichtete Positionen mit Anleihen abdecken, ist die Benchmark-Nachbildung, da viele ESG-Strategien nur eine geringe Ähnlichkeit mit den breiteren Anleihenengagements aufweisen. Beispielsweise beträgt die Allokation in Bankenanleihen im Bloomberg Barclays US Corporate Index 20,9 %, während der Durchschnitt für eine gleichgewichtete Mischung von sieben Bloomberg Barclays MSCI ESG-Indizes1 bei über 25 % liegt. Die unterschiedliche Sektorgewichtung kann so zu einem Tracking Error führen.

Der Bloomberg SASB US Corporate ESG Ex-Controversies Select Index sondert Unternehmen aus, die ihre Umsätze mit Tabak, Waffen und Kohle erzielen, und schließt auch Unternehmen aus, die in Kontroversen verwickelt sind oder gegen den Global Compact der Vereinten Nationen verstoßen haben. Der Index wird dann optimiert, um sowohl seinen ESG-Score zu maximieren als auch seine Eigenschaften an die des Mutterindex anzunähern. Das bedeutet, dass die Sektorgewichtungen stärker an den Bloomberg Barclays US Corporate Index angeglichen werden, wodurch die Tracking-Differenz begrenzt wird. Dies ist eine elegante Lösung für Anleger, die ihre Bestände in ESG-konforme Fonds umschichten und gleichzeitig nahe an der Benchmark bleiben wollen.

State Street Global Advisors

27.04.2021 | 16:26

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