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Gruppe Deutsche Börse erzielt weiteres Wachstum und schließt SimCorp-Übernahme ab

Am 22. September 2023 gab die Deutsche Börse das endgültige Ergebnis für die öffentliche Übernahme von SimCorp A/S (SimCorp) bekannt. Demnach hält die Deutsche Börse inklusive der direkt im Markt getätigten Aktienkäufe 94 Prozent aller SimCorp-Aktien (ausgenommen Treasury-Aktien von SimCorp).

(Foto: Deutsche Börse)

Am 22. September 2023 gab die Deutsche Börse das endgültige Ergebnis für die öffentliche Übernahme von SimCorp A/S (SimCorp) bekannt. Demnach hält die Deutsche Börse inklusive der direkt im Markt getätigten Aktienkäufe 94 Prozent aller SimCorp-Aktien (ausgenommen Treasury-Aktien von SimCorp).

Nach dem erfolgreichen Abschluss der öffentlichen Übernahme am 29. September 2023 hat die
Deutsche Börse von ihrem Recht Gebrauch gemacht, alle SimCorp-Aktien der verbleibenden
Minderheitsaktionäre zu erwerben.

Am 28. September 2023 hat die Deutsche Börse AG erfolgreich drei Unternehmensanleihen in Höhe
von insgesamt 3,0 Mrd. € zur Finanzierung der Übernahme von SimCorp platziert. Die Anleihen haben
eine Laufzeit von drei bis zehn Jahren und Kupons zwischen 3,75 Prozent und 3,875 Prozent jährlich.

Vergleichbarkeit von Angaben

Veränderungen im Konsolidierungskreis

Seit dem 29. September 2023 wird SimCorp einschließlich der Tochtergesellschaften in der Gruppe
Deutsche Börse vollkonsolidiert. Ab dem vierten Quartal 2023 wird das Geschäft von SimCorp dem
neuen Segment Investment Management Solutions zugeordnet, in dem zusätzlich die Aktivitäten des bisherigen Segments Data & Analytics berichtet werden. Aus Gründen der Wesentlichkeit wurde auf die
anteilige Erfassung von Erträgen und Aufwendungen in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung des
dritten Quartals 2023 verzichtet.

Ertragslage

Im dritten Quartal standen die Entwicklungen wichtiger Konjunkturindikatoren im Fokus der
Marktteilnehmenden. Die Erwartung auf ein Ende des Zinserhöhungszyklus in naher Zukunft nahm auf
den US-Märkten aufgrund rückläufiger Inflationszahlen zu, wodurch die Risikoneigung anstieg.
Währenddessen führten die getrübten Konjunkturaussichten in Europa in Verbindung mit weiteren
Zinsanhebungen zu allgemein schwierigeren Finanzierungsbedingungen. Die EZB erhöhte den
Einlagenzins im Juli und September um jeweils 25 Basispunkte auf zuletzt 4,0 Prozent. Die US-
Notenbank Federal Reserve erhöhte die Zinsspanne in ihrer Juli-Sitzung auf 5,25-5,50 Prozent.

Trotz leicht niedrigerer Bareinlagen führte dies zu einer deutlichen Steigerung unseres
Nettozinsergebnisses im Segment Securities Services. Insgesamt nahm die Unsicherheit auf den
Märkten spürbar ab. Gegenüber dem Vorjahresquartal notierte der Volatilitätsindex VSTOXX
durchschnittlich 35 Prozent tiefer. Entsprechend niedriger waren auch die Handelsvolumina und die
damit einhergehenden Nettoerlöse in den Bereichen Finanzderivate und Wertpapiere. Auch die Volatilität
an den Strom- und Gasmärkten nahm zum Vorjahresquartal spürbar ab, was den Handlungsspielraum
der Marktteilnehmenden erweiterte. Im Vorjahresquartal erreichte der US-Dollar Parität mit dem Euro
und sorgte somit für leichten Rückenwind insbesondere im Segment Data & Analytics, in dem ein
Großteil der Erlöse in US-Dollar erzielt werden. In diesem Jahr zeigte sich der US-Dollar etwas
schwächer.

Vor diesem Hintergrund stiegen unsere Nettoerlöse im dritten Quartal um 9 Prozent auf 1.188,3 Mio. €
(Q3/2022: 1.090,2 Mio. €). Wesentliche Treiber waren strukturelles Wachstum sowie ein deutlich
höheres Nettozinsergebnis als im Vorjahresquartal. Zum strukturellen Wachstum haben vor allem das
Repo-Geschäft im Segment Trading & Clearing sowie Vertragserneuerungen mit Bestandskunden im
Segment Data & Analytics beigetragen.

Beim zyklisch bedingten Wachstum stiegen aufgrund des höheren Zinsniveaus die Nettozinseinnahmen
trotz niedrigerer Bareinlagen deutlich an. Dies hat den zyklischen Gegenwind in den Bereichen
Wertpapiere und Finanzderivate überkompensiert, in welchen eine niedrige Volatilität die
Handelsentgelte und Margin-Erlöse geschmälert hat.

Unsere operativen Kosten beliefen sich im Berichtszeitraum auf 504,9 Mio. € (Q3/2022:
445,6 Mio. €), ein Anstieg von 13 Prozent. Hiervon entfallen 5 Prozent auf einen organisch bedingten
Kostenanstieg. Haupttreiber waren neben einer höheren Anzahl von Mitarbeitenden hauptsächlich
Inflationseffekte. Darüber hinaus entfielen 18 Mio. € auf Transaktionskosten im Rahmen der Übernahme
von SimCorp und 19 Mio. € auf Sondereffekte in den Kosten zur Hebung von Synergiepotential im neu
geschaffenen Segment Investment Management Solutions. In diesem berichten wir ab dem vierten
Quartal über die Aktivitäten von SimCorp sowie des bisherigen Segments Data & Analytics.
Unser Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg somit um 7 Prozent (bereinigt
um Sondereffekte: 13 Prozent) auf 684,8 Mio. € Q3/2022: 642,3 Mio. €). Das im EBITDA enthaltene
Ergebnis aus Finanzanlagen lag bei 1,4 Mio. € (Q3/2022: –2,3 Mio. €).

Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen beliefen sich auf 114,8 Mio. € (Q3/2022:
92,6 Mio. €). Der Anstieg resultiert aus einer Wertminderung von immateriellen Vermögenswerten der
Crypto Finance AG von rund 25 Mio. € im Segment Trading & Clearing.

Der den Anteilseignern der Deutsche Börse AG zuzurechnende Periodenüberschuss lag somit im dritten
Quartal 2023 bei 400,3 Mio. € (Q3/2022: 373,3 Mio. €). Das Ergebnis je Aktie stieg um 6 Prozent
(bereinigt um Sondereffekte: 20 Prozent) und betrug 2,16 € (Q3/2022: 2,03 €) bei durchschnittlich
185,1 Mio. Aktien. Das Ergebnis je Aktie vor Kaufpreisallokationseffekten (Cash EPS) lag bei 2,28 €
(Q3/2022: 2,15 €).

Gregor Pottmeyer, Finanzvorstand der Deutsche Börse AG, kommentierte das Ergebnis wie folgt: „Trotz
des guten Vorjahresquartals haben wir unsere Nettoerlöse erneut deutlich gesteigert. Unsere
strukturellen Wachstumsbereiche und das Zinsumfeld haben hierzu entschieden beigetragen. Mit der
nun erfolgten Übernahme von SimCorp werden wir unser Daten-, Analytik- und Softwaregeschäft ab
dem vierten Quartal im neuen Segment Investment Management Solutions bündeln und uns damit neue
Wachstumschancen erschließen. Mit der Konsolidierung von SimCorp rechnen wir nun damit, unsere
ursprüngliche Prognose für das Gesamtjahr 2023 deutlich zu übertreffen und Nettoerlöse von rund
5,0 Mrd. € sowie ein EBITDA von rund 2,9 Mrd. € zu erzielen.“

Risikobericht

Die Gruppe Deutsche Börse stellt in ihrem Geschäftsbericht 2022 auf den Seiten 60 bis 87
Rahmenbedingungen, Strategie, Grundsätze, Organisation, Prozesse, Methoden und Konzepte ihres
Risikomanagements sowie Maßnahmen zur Steuerung bzw. Verringerung von Risiken umfassend dar.
Eine ausführliche Darstellung des aktuellen Standes der Rechtsstreitigkeiten ist
im Geschäftsbericht 2022 auf den Seiten 236 bis 239 bzw. im Halbjahresfinanzbericht 2023 auf
der Seite 37 enthalten. Im dritten Quartal 2023 haben sich keine wesentlichen Änderungen ergeben.
In Anbetracht des anhaltenden russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine bleiben die ergriffenen
Maßnahmen sowie Sanktionsumsetzungen weiterhin bestehen. Die Gruppe steuert dieses Risiko
weiterhin aktiv durch konstante Überwachung und Sensibilisierung.
Darüber hinaus ist zum jetzigen Zeitpunkt keine wesentliche Änderung der Risikosituation des
Konzerns für den Vorstand erkennbar.

Prognosebericht

Angesichts der positiven Geschäftsentwicklung in den ersten neun Monaten 2023 und des erwarteten
Erlösbeitrags von SimCorp im vierten Quartal 2023 rechnen wir damit, unsere ursprüngliche Prognose
aus dem Geschäftsbericht 2022 für das Geschäftsjahr 2023 deutlich zu übertreffen. Wir erwarten
nunmehr einen Anstieg der Nettoerlöse auf rund 5,0 Mrd. €. Treiber hierfür sind neben dem Erlösbeitrag
von SimCorp starkes strukturelles Wachstum und zyklischer Rückenwind durch höhere Zinseinnahmen.
Beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) rechnen wir nunmehr mit einem
Anstieg auf rund 2,9 Mrd. €, darin enthalten sind Transaktionskosten und Sondereffekte in den Kosten
zur Hebung von Synergiepotentia