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Aurubis-Discount: Gewinnwarnung drückt auf die Stimmung

Nach der Kapitalerhöhung vor wenigen Wochen meldete der Kupferverarbeiter Aurubis nun einen überraschenden Verlust, der vor allem auf einmaligen Sondereffekten beruht. Zunächst verlor der MDAX-Titel deutlich an Wert, erholte sich in der Folge aber wieder ein wenig. Dank dieser heftigen Kursschwankungen sind Discount-Zertifikate günstig zu haben. Selbst ein Papier mit konservativer Obergrenze bietet fast eine zweistellige Rendite per annum.

BÖRSE am Sonntag

Im 1. Quartal des Geschäftsjahrs 2009/10 (Ende Dezember) erwirtschaftete der Kupferverarbeiter Aurubis vorläufig nach IFRS ein Ergebnis vor Steuern von 135 Mio. Euro. Die eigene Definition für das operative Ergebnis weicht jedoch von diesem internationalen Rechnungslegungsstandard ab. Danach schrieb der Konzern rote Zahlen von 21 Mio. Euro, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Ertrag von 47 Mio. Euro angefallen war. Ursächlich für den Rückgang waren vor allem zwei Sondereffekte: Zum einen kostete eine zweiwöchige Abschaltung eines Schwebeschmelzofens in Hamburg etwa 10 Mio. Euro. Zum anderen führten Bewertungseffekte des angekauften Kupferschrotts zu einer Ergebnisbelastung von rund 50 Mio. Euro. Diese werden sich aber in den kommenden Quartalen wieder ausgleichen. Deshalb geht der Vorstand des Unternehmens für das Gesamtjahr weiterhin von einer Verbesserung der Ertragslage aus. Trotzdem reagierten die Anleger enttäuscht und warfen Aurubis-Aktien auf den Markt. Daraufhin fiel der Kurs um mehr als 5%.

Analysten reagieren mit Skepsis

Einige Analysten stuften den MDAX-Titel zwar herab, wirklich überrascht schienen die Banker aber nicht zu sein. Commerzbank-Analyst Ingo-Martin Schachel beispielsweise rät nun, die Aktie zu halten. Bisher lautete seine Einschätzung „Hinzufügen“. Sein neues Urteil beruht allerdings nicht auf der Gewinnwarnung. Vielmehr hat Aurubis sein Kursziel von 44 Euro erreicht. Im Januar betrug der Höchstkurs fast 46 Euro. Unzufriedener als die Finanzexperten dürften Investoren sein, die Mitte Januar neue Titel aus der Kapitalerhöhung gezeichnet hatten. Schließlich notiert der Kupferverarbeiter nun spürbar unter dem Bezugspreis von 41,50 Euro. Mittelfristig dürfte sich der Kurs aber wieder fangen. Denn Aurubis profitiert von höheren Schrottpreisen ebenso wie von festeren Schmelzlöhnen. Zudem erklomm der Kupferpreis an den internationalen Rohstoffbörsen zuletzt ein neues Rekordhoch von fast 10.000 US-Dollar je Tonne. Aus charttechnischer Sicht könnte die Aktie in den kommenden Wochen weiter korrigieren. Spätestens bei rund 35 Euro sollte jedoch die Konsolidierung zu Ende gehen: Auf diesem Niveau befindet sich eine massive Unterstützung. Fundamental ist die Aktie ohnehin nicht teuer. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2011 liegt bei rund 11. Mittelfristig dürfte der Überschuss wachsen, da dank der hohen Preise verstärkt Kupferschrott zum Einschmelzen angeliefert wird. Zudem lässt sich die bei der Raffinierung anfallende Schwefelsäure zu guten Konditionen verkaufen.

Wegen der hohen Kursschwankungen der vergangenen Tage sind Aurubis-Optionen relativ teuer. Entsprechend hohe Gewinnchancen bieten Discount-Zertifikate. So wird ein Papier der Commerzbank mit einem Cap von 35 Euro auf jährlicher Basis mit 9,2% verzinst. In die Verlustzone rutscht ein Anleger erst, wenn der Aktienkurs um mehr als 20% sinkt.