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Discounter auf Deutsche Post : Zweistellige Rendite mit wenig Risiko

Der Konjunkturmotor in Deutschland brummt. Getrieben von höheren Exporten dürfte die Wirtschaft in diesem Jahr deutlich wachsen. Davon wird auch einer der größten Logistikkonzerne Europas, die Deutsche Post, massiv profitieren. Bereits im ersten Quartal 2010 lief das Geschäft besser als geplant. Die konjunkturelle Erholung ist allerdings noch recht fragil, ein Aktieninvestment entsprechend riskant. Eine renditeträchtige Alternative ist ein Discount-Zertifikat auf die Deutsche Post.

BÖRSE am Sonntag

"Wir haben die Krise erfolgreich gemeistert und unsere Position als weltweit führender Logistikdienstleister und Europas größtes Postunternehmen in einem sehr widrigen Umfeld weiter gefestigt“, sagte Deutsche-Post-Vorstandschef, Frank Appel, auf der Hauptversammlung Ende April. Deshalb werde der Konzern überdurchschnittlich von der Belebung der Weltwirtschaft profitieren. Das zeigte sich Mitte Mai bei den Zahlen zum ersten Quartal: Der Umsatz wuchs um 4,4% auf 12 Mrd. Euro. Sogar um 85% auf 1,75 Mrd. oder 1,44 Euro je Aktie kletterte der Gewinn. Dieser wurde allerdings von Sondererträgen verzerrt. Das um Einmaleffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) legte um 81,4% auf 566 Mio. Euro zu. Für das Gesamtjahr erwartet der Vorstand ein EBIT von 1,6 Mrd. bis 1,9 Mrd. Euro. Obwohl Appel eher mit einem Wert am oberen Ende der Spanne rechnet, halten manche Analysten das Ziel für zu pessimistisch. JPMorgan-Experte Damian Brewer zum Beispiel sieht den Logistiksektor zwar generell vorsichtig, errechnet aber trotzdem ein Kursziel für die Deutsche Post von 19,50 Euro – ein Plus von 61% gegenüber der aktuellen Notiz von 12,09 Euro. Seine Empfehlung lautet „Übergewichten“. Mit 15 Euro weit weniger bullisch ist Commerzbank-Analyst Frank Skodzik, auch wenn er den DAX-Titel zum Kauf empfiehlt.

Limitiertes Aufwärtspotenzial

Nach den herben Sanierungsmaßnahmen, mit denen das Unternehmen auf die Wirtschaftskrise reagiert hat, ist der Brief- und Logistikkonzern wieder auf dem besten Weg zu einer nachhaltigen Ertragskraft. Zumal ein höheres Briefporto nicht auszuschließen ist. Die Tiefstkurse des Jahres 2009 von unter 7 Euro wird die Aktie wohl so bald nicht mehr sehen. Durchaus möglich, dass der Kurs seinen Aufwärtstrend fortsetzt und den Widerstand um 13 Euro knackt. Ein kurzer heftiger Einbruch ist aber nie auszuschließen. Doch die massive Unterstützungszone zwischen 11 und 12 Euro dürfte eine Abwärtsbewegung ebenso bremsen wie die ansehnliche und zuletzt steuerfreie Ausschüttung von 60 Cent. Daraus errechnet sich eine Dividendenrendite von fast 5%. Viel Aufwärtspotenzial hat die Aktie allerdings auch nicht, obwohl die Deutsche Post mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 11 nicht teuer ist. Denn die KfW würde ihre Beteiligung von 30,5% gern abbauen. Das drückt auf den Kurs des DAX-Titels. Als ersten Schritt hatte die staatseigene Förderbank im Juli 2009 eine Umtauschanleihe begeben, die bei Kursen über 13,86 Euro in 54,1 Mio. Deutsche-Post-Aktien getauscht werden kann. Mit einem Discount-Zertifikat fahren Anleger deshalb wohl am besten: So bietet das Commerzbank-Papier auf die Deutsche Post mit einem Cap von 11 Euro eine annualisierte Verzinsung von 10,4%. Und diesen Gewinn streichen Anleger selbst dann ein, wenn der Kurs bis zur Fälligkeit im März 2011 um maximal 9% fällt.