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Elegant seitwärts

Thomas Fleck, Barclays Capital

Thomas Fleck, Barclays Capital


Thomas Fleck verantwortet bei Barclays Capital in Frankfurt das Zertifikategeschäft.

Rechts, links, rechts, links, vor und zurück. Beim Tanzen können mit dem richtigen Partner auch Seitwärtsbewegungen Freude bereiten. Anders sieht es an den Börsen aus. Hier steigen in den aktuell stark schwankenden Seitwärtsmärkten die Risiken, während sich ansprechende Renditen kaum noch erzielen lassen. Zwar heißt es, dass politische Börsen kurze Beine haben und sich politische Ereignisse in der Regel nur kurzfristig auf die Kurse auswirken. In diesem Jahr übt die Schuldenkrise jedoch nachhaltigen Einfluss auf die Märkte aus. Seit dem Kurssturz im August bewegt sich beispielsweise der DAX stark schwankend zwischen 5.000 und 6.000 Punkten. Auch für die Zukunft lässt sich kein klarer Trend erkennen.

Zertifikate für turbulente Aktienmärkte

In Zertifikaten finden Anleger auch für diese seitwärtsgerichteten Märkte attraktive Instrumente. Beispielsweise können sie mit Discount-Zertifikaten bei unveränderten und auch teilweise fallenden Kursen einzelner Aktien oder Aktienindizes profitieren. Im Gegensatz zu einer Direktanlage in den Basiswert ist der maximale Ertrag eines Discount-Zertifikats zwar begrenzt. Dafür lässt sich mit einem Abschlag in den Basiswert investieren. Dieser sorgt für einen Risikopuffer bei Verlusten des Basiswertes und ermöglicht bei Seitwärtsbewegungen eine attraktive Rendite. Anleger erleiden erst dann Verluste, wenn der Kurs des Basiswertes bei Fälligkeit unter dem Einkaufspreis steht. Bei den Discount-Zertifikaten ist allein der Kurs des Basiswertes am Bewertungstag ausschlaggebend für die Rückzahlung. Kursschwankungen während der Laufzeit wirken sich damit nicht auf die Rückzahlung aus. Allerdings können sich die Kurse des Discount-Zertifikats im Handel über die Börse mit den Schwankungen des Basiswertes und der erwarteten Volatilität an den Märkten bewegen. Dieser Einfluss der Wertschwankungen des Basiswertes lässt sich mit Deep-Discount-Zertifikaten möglichst gering halten. Die Produkte zeichnen sich dadurch aus, dass ihre Gewinngrenze, und damit auch ihr Kaufpreis, weit unterhalb des aktuellen Kursniveaus liegt. Beispielsweise lässt sich mit einem Deep-Discount-Zertifikat (BC1V6E) bis zur Fälligkeit Mitte 2013 eine jährliche Rendite von knapp 6% erzielen (Stand: 28.11.2011), sofern der DAX dann nicht unter 3.500 Punkten notiert. Die Folge: Anleger können mit den Deep-Discount-Zertifikaten ihr Verlustrisiko wirksam begrenzen und erhalten eine hohe Planungssicherheit für die gewünschte Rendite. Auch wirken sich Kursschwankungen im Basiswert kaum auf die Kurse im Börsenhandel aus. Allerdings verzichten Anleger mit den Produkten auf mögliche Kursgewinne der Basiswerte.

Eine Alternative mit ähnlichen Investment-Eigenschaften sind Aktienanleihen. Sie bieten auch im gegenwärtigen Niedrigzinsumfeld eine attraktive, teilweise zweistellige Verzinsung. Im Unterschied zu Staats- oder Unternehmensanleihen beinhalten sie jedoch ein Aktienkursrisiko. Notieren die Kurse des Basiswertes am Ende der Laufzeit unterhalb des Ausgabekurses, wird den Anlegern die jeweils zugrunde liegende Aktie angedient oder der entsprechende Kurswert ausgezahlt. Der Anleger rutscht jedoch erst ins Minus, wenn der Kursverlust die erhaltene Zinszahlung übersteigt. In seitwärtsgerichteten Märkten profitieren Anleger dagegen von den hohen Couponzahlungen. Die Produkte sind fortlaufend handelbar, sodass Anleger schnell reagieren können, wenn die Produkte die Verlustschwellen erreichen. Zertifikate bieten also viele Möglichkeiten, um auch im aktuellen Marktumfeld statt dem Vor und Zurück der Märkte attraktive Schritte für den Vermögensaufbau zu machen.

29.11.2011 | 00:00

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