boerse am sonntag - headline

Insider geben kaum noch Aktien ab


Noch im vergangenen Jahr zeigten sich die Vorstände und Aufsichtsräte eher pessimistisch. Zwar reagierten sie auf die aktuelle Wirtschaftskrise keinesfalls mit Panikverkäufen, doch lagen die Aktienverkäufe deutlich über dem langfristigen Durchschnitt. Auch die Aktienkäufe spiegelten dieses Bild wider. So riskierten nur wenige Insider einen allzu frühen Einstieg.

Auch zu Zeiten der Tiefstände am deutschen Aktienmarkt zum Jahresanfang 2009 gab es nur sehr wenige Firmenlenker, die die extrem günstigen Notierungen nutzten, um Aktien zu ordern. Im Nachhinein kann man jedoch sagen, dass genau diese Insider den richtigen Einstiegszeitpunkt fanden. Dazu gehörten zum Beispiel die Aktien der Rheinmetall AG, der Lanxess AG und der ProSiebenSat. 1 Media AG. Kursgewinne von 100 bis 500% nach den Insiderkäufen konnten die Vorstände aufgrund ihres mutigen Investments erzielen.

Diese Insider waren jedoch nicht repräsentativ für den Gesamtmarkt. Denn nach der ersten Erholung am Aktienmarkt im zweiten Quartal 2009 stiegen die Verkäufe der deutschen Insider nochmals stark an, bevor ab der zweiten Jahreshälfte 2009 eine deutliche Beruhigung am Insidermarkt zu beobachten war. Die Insiderverkäufe gingen auf Monatsbasis von über 100,0 Mio. Euro im Juli auf 24,3 Mio. Euro zurück. Auch im abgelaufenen Monat August setzte sich dieses Verhalten der Insider fort.

In diesen Wochen konnte der DAX neue Jahreshöchststände markieren. Blickt man nun auf das Verhalten der Insider, so könnte die Tendenz anhalten. Neben dem Verkaufsvolumen ging auch die Anzahl der Insiderverkäufe gegenüber dem Vormonat zurück. Mit Neuinvestitionen sind die Insider jedoch noch sehr vorsichtig. So war in den letzten Wochen lediglich ein leichter Anstieg bei den Insiderkäufen auszumachen.

Fazit: Die Insider lassen ihre Gewinne „laufen“, sind mit Neuinvestitionen hingegen noch vorsichtig.

Die derzeitige Wirtschaftslage hatte auch oft personelle Konsequenzen auf der Führungsebene. Viele der neuen Vorstände übernahmen dabei Unternehmen mit Potenzial und orderten auch Anteilscheine ihrer Gesellschaft. Nachdem zum Amtsantritt unpopuläre Maßnahmen umgesetzt wurden, entwickelten sich die Aktien dieser Gesellschaften zum Teil hervorragend. So konnte die Aktie der Rohwedder AG nach dem Aufstieg von Manfred G. Müller zum Vorstandsvorsitzenden ihren Kurs nahezu verdreifachen. Auch die Aktie der Evotec AG konnte, nachdem Werner Lanthaler den Vorstandsvorsitz übernommen hatte und Aktien orderte, eine ähnliche positive Kursentwicklung verzeichnen. Es gab aber auch Vorstände und Aufsichtsräte, die Aktien in den letzten Wochen an den Markt abgaben. Von Pessimismus hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung der eigenen Gesellschaft zeugten so die Insiderverkäufe bei der AIXTRON AG, der ATOSS Software AG und der GWB Immobilien AG.

Die Insiderkäufe erstreckten sich hingegen über eine große Anzahl von Gesellschaften und waren im Juli und August 2009 keiner bestimmten Branche zuzuordnen. Es war jedoch zu beobachten, dass es vor allem die Insider kleinerer und innovativer Gesellschaften waren, die Aktien orderten. Hier sind die Insider anscheinend so stark in das Unternehmen und das tägliche Geschäft eingebunden, dass sie die Lage ihrer Gesellschaft besonders gut einschätzen können. Eine Vielzahl dieser Aktienwerte ist auch im S-BOX Insider Zertifikat der Deutschen Bank (WKN DB6GWD) enthalten, das mit einem Kursplus von 28% (Entwicklung 02.01.2009 bis 02.09.2009) und einer Outperformance von 17% gegenüber dem DAX überzeugen kann und in genau die richtigen Werte zuletzt investierte. Anlegern bleibt somit nur zu empfehlen, die Aktienverkäufe der Insider kritisch zu verfolgen und auf die Insiderkäufe bei der nächsten Anlageentscheidung vielleicht einmal mit zu achten.

Reyke Schult
D&D Capital GmbH

 

 

29.10.2009 | 00:00

Artikel teilen: