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Linde Aktienanleihe: Reitzle blickt optimistisch auf 2011

Das vergangene Jahr brachte dem Industriegasehersteller Linde einen Gewinnsprung. Auch 2011 sollen Umsatz und Ergebnis wachsen. Ambitionierte mittelfristige Ziele schoben den Börsenkurs des DAX-Titels an, bis die Erdbebenkatastrophe in Japan massiv auf die Notiz drückte. Allerdings hatten zuvor manche Analysten das Aufwärtspotenzial eher skeptisch gesehen, weil die Linde-Aktie hoch bewertet ist. Mit einer Aktienanleihe setzen Anleger bei begrenztem Risiko und ansehnlichen Renditechancen auf einen soliden Weltkonzern.

BÖRSE am Sonntag

Wenige Tage nach seinem 62. Geburtstag blickt Linde-Vorstandschef Wolfgang Reitzle positiv in die Zukunft: „Für das Geschäftsjahr 2014 streben wir ein operatives Konzernergebnis von mindestens 4 Mrd. Euro an. Bei der Rendite auf das eingesetzte Kapital wollen wir zu diesem Zeitpunkt einen Wert von mindestens 14% erreichen.“ Kein leichtes Ziel, das sich Reitzle vorgenommen hat. 2010 betrug das operative Konzernergebnis nicht einmal 3 Mrd. Euro, die Rendite lag bei 12,5%. Außerdem lief das Geschäft im vergangenen Jahr ungewöhnlich gut, auch die Wechselkurse verdarben dem internationalen Giganten nicht die Bilanz. Das muss keinesfalls so bleiben. Deshalb schränkte Reitzle das Mittelfristziel auch ein: Voraussetzung seien die aktuellen – sprich positiven – Konjunkturprognosen und unveränderte Wechselkurse. Doch die jüngste Dollarschwäche mahnt Investoren zur Vorsicht. Linde wächst zwar rasant und hochprofitabel in den Schwellenländern. Nach der Umrechnung in Euro könnten die Ergebnisse aber weit weniger beeindruckend ausfallen. Kein Wunder, dass der Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr vage blieb. In der Division Gase will der Konzern stärker zulegen als der Markt. Das Ergebnis soll überproportional zum Umsatz steigen. Im Anlagenbau rechnet Reitzle aber nur mit stagnierenden Erlösen. Bei der operativen Marge peilt er mindestens 8% an. 2010 schaffte die Sparte einen Wert von 11%.

Analysten werden allmählich vorsichtig

Beim Abbau der durch die BOC-Akquisition bedingten Verbindlichkeiten kommt der Konzern gut voran. Ende 2010 betrugen die Nettofinanzschulden nur noch 5,5 Mrd. Euro, ein Zehntel weniger als ein Jahr zuvor. Trotzdem bleibt Linde anfällig für eine Zinswende an den Rentenmärkten, die den Überschuss belasten würde. Kritischer für den Ertrag ist jedoch der steigende Erdgaspreis. Denn als Ersatz für die ausgefallenen (Japan) oder abgeschalteten (Deutschland) Kernkraftwerke werden die Energieversorger wohl Gasturbinen errichten. Trotz des exzellenten Zahlenwerks äußerten sich denn auch manche Analysten skeptisch zu den weiteren Kurschancen der Linde-Aktie. Schließlich ist der DAX-Titel mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis für 2011 von 15,4 nicht gerade ein Schnäppchen. Andererseits verfügt der Konzern über eine weltweit führende Marktstellung und ein solides Geschäftsmodell. Das sollte dem Unternehmen auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten eine relative Stabilität gewährleisten, so Johannes Mattner von der Raiffeisen Centrobank aus Österreich. Unter dem Strich dürfte die Linde-Aktie eher seitwärts tendieren. Davon profitieren Anleger mit einer Aktienanleihe: Bei einem Basispreis von 100 Euro errechnet sich eine Maximalrendite auf jährlicher Basis von 6,8%. Um diese zu erzielen, darf der Aktienkurs sogar um ein Zehntel sinken.