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Biogen: Durchbruch bei der Alzheimerforschung?

(Foto: Shutterstock)



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Jedes Jahr erkranken etwa 15 Millionen Menschen an Alzheimer. Ein riesen Markt für Biotechunternehmen, die nach einem Heilmittel forschen. Während viele Versuche vergeblich blieben, macht nun ein neues Medikament von Biogen Hoffnung.

Eine Investmentidee von Vontobel

Dem US-Biotechkonzern Biogen gelang vor kurzem ein erster Durchbruch zur Bekämpfung von Alzheimer. Nachdem die Phase-III Studien erste positive Ergebnisse hervorbrachten, will Biogen nun die Zulassung für das neue Medikament bei der Food and Drug Administration (FDA) beantragen. Die Aktien haben freudig reagiert und konnten nach dieser Neuigkeit Ende Oktober deutlich zulegen.

Das Medikament, das erstmals Hoffnung zur Bekämpfung von Alzheimer aufkommen lässt, heißt Aducanumab. Seinen Ursprung findet es nirgends anders als in der Schweiz. Dort wurde es bereits im Jahr 2007 vom Zürcher Biotechunternehmen Neurimmune entwickelt. Hinter dem Unternehmen steckt ein Schweizer Trio aus zwei Neurowissenschaftlern und einem Psychiater. Nach Jahrelanger Forschungsarbeit im Bereich der Demenzerkrankungen scheint nun endlich ein erster Erfolg gelungen zu sein.

Kann Biogen schon bald mit höheren Umsätzen rechnen?

Mit einer Bewilligung würde der Durchbruch endgültig gelingen, was Biogen erhöhte Umsätze bescheren dürfte, denn ca. 15 Millionen Menschen erkranken jedes Jahr an Alzheimer. Außerdem könnte das Biotechunternehmen seinen Vorsprung in diesem Gebiet weiter ausbauen. Andere Pharmakonzerne mussten in Sachen Demenzforschung bereits zahlreiche Rückschläge verbuchen und gewisse Teile der Alzheimerforschung wurden in der Folge sogar eingestellt. An der positiven Nachricht zum Durchbruch erfreuten sich auch Aktionäre. Der Aktienkurs von Biogen stieg als Reaktion auf die guten Neuigkeiten sprunghaft an.

Biogen-CEO Vounatos verspricht sich viel vom Medikament – und der Neuroforschung. So hat er sich zum Ziel gesetzt, Biogen zum Marktführer im Bereich Neuroscience zu machen, denn er sieht in diesem Bereich noch den größten medizinischen Bedarf. Der Ansatz wird also auf jeden Fall weiterverfolgt – ob die Zulassung erfolgt oder nicht. „Durch die jüngste Erfolgsmeldung mit der Methodik steigt die Zuversicht, dass unsere Antikörper-Strategie auch auf andere Neuroleiden anwendbar ist“, gibt sich Vounatsos zuversichtlich.

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05.12.2019 | 13:59

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