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DAX: Auf Richtungssuche

Stefano Angioni (Bild: Société Générale)

(Bild: Ulrike Weinmann)


Nach einem bisher holprig verlaufenden Börsenjahr hofften viele Anleger, dass sich der deutsche Leitindex im zweiten Halbjahr von einer freundlicheren Seite zeigt. Allerdings könnten sich diese Erwartungen als überzogen erweisen, der jüngste heftige August-Rücksetzer gibt zu Befürchtungen Anlaß. Es gibt aber trotzdem noch Möglichkeiten, mit denen Anleger auf der Gewinnerseite stehen können.

Der Start ins Anlegerjahr 2018 verlief zunächst äußerst optimistisch. Infolge positiver Konjunkturdaten markierte der DAX am 23. Januar 2018 bei 13.596,89 Punkten den höchsten Stand in seiner 30-jährigen Geschichte. Doch seither läuft es für den deutschen Leitindex mehr schlecht als recht. Zuerst waren es Zinsängste, dann politische Unsicherheiten wie die Wahl in Italien und schließlich die Angst vor einem Handelskrieg mit den USA, die den DAX immer wieder aus der Bahn geworfen haben. Zwar kam es zu keinem nachhaltigen Absturz, aber zu mehr als einer Seitwärtsbewegung, die den Index in den vergangenen Monaten zwischen 12.000 und 13.000 Punkten auf und ab pendeln ließ, reichte es nicht.

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob der DAX in diesem Jahr noch einmal die Kräfte für einen Trendausbruch bündeln kann. Dafür spricht, dass ein Handelskrieg zwischen den USA und Europa nach dem überraschenden Trump-Juncker-Deal von Ende Juli zumindest vorerst abgewendet zu sein scheint. Endlich – so das Analystencredo – werde über mehr statt über weniger Freihandel gesprochen. Wichtig aus deutscher Sicht: Die angedrohten Strafzölle liegen vorerst auf Eis. Es gibt bisher jedoch nur eine Absichtserklärung und damit ist das Thema noch nicht endgültig vom Tisch.

Desweiteren spricht die abnehmende Wachstumsdynamik bei den Unternehmensgewinnen gegen starke Kursanstiege. So kam es im abgelaufenen Quartal zu einer ganzen Reihe von negativen Gewinnrevisionen seitens der Analysten. Demnach wurden bei 16 von 30 DAX-Titeln die Gewinnprognosen nach unten angepasst. Immerhin: Mittlerweile ist der DAX wieder in den Normalbereich seines langfristigen Bewertungskorridors zurückgekehrt. Aktuell notiert der Index auf Basis der für dieses Jahr erwarteten Gewinne mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 13,9 – und damit in Sichtweite seines zehnjährigen Mittelwerts in Höhe von 12,3. Das sollte den Index zumindest stützen, ebenso wie die relativ hohe Dividendenrendite von 3,07 Prozent.

Chancen im Seitwärtsmarkt

Für Anleger, die beim DAX von einer Fortsetzung des Seitwärtskurses ausgehen, könnte sich eine Produktneuheit von der Société Générale als interessantes Instrument erweisen. Denn bei den seit Kurzem erhältlichen Seitwärts-Stable-Optionsscheinen winken, sofern der DAX während der Laufzeit innerhalb bestimmter Korridormarken bleibt, attraktive Margen. Dazu ein Beispiel: Beim Produkt mit der WKN ST3SQH liegt die untere Maximalbetragsschwelle bei 11.500, die obere bei 14.000 Punkten. Wird weder die untere noch die obere Maximalbetragsschwelle bis zum Laufzeitende im Dezember 2018 berührt oder durchbrochen, erfolgt eine Rückzahlung zum Maximalbetrag von zehn Euro pro Schein. Bei einem Kaufpreis von aktuell 7,62 Euro wäre also eine Rendite von fast 31 Prozent beziehungsweise 89 Prozent p.a. möglich. Aber auch für den Fall, dass sich der DAX zwischenzeitlich außerhalb des Korridors bewegt, erhalten Anleger noch einen Rückzahlungsbetrag, im günstigsten Fall – bei einer Rückkehr in den Korridor bei Fälligkeit – sogar den Maximalbetrag von zehn Euro.Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die zusätzlichen, außerhalb des Korridors liegenden, KO-Schwellen bei 11.250 beziehungsweise 14.250 Punkten während der Laufzeit niemals verletzt wurden. Auch nach dem aktuellen Börsengewitter ist die untere Schwelle recht weit etfernt. Wenn die Barriere allerdings doch verletzt wird, kommt es zum sofortigen Totalverlust.

Um diese Gefahr zu reduzieren, können Papiere mit einer konservativeren Ausstattung gewählt werden. So liegen beim Produkt mit der WKN ST3SQU die beiden Maximalbetragsschwellen bei 9.600 bzw. 14.800 Punkten und die KO-Schwellen bei 9.350 beziehungsweise 15.050 Zählern. Je breiter die Spannen – also je höher die Sicherheit ist – desto geringer fällt die mögliche Rendite aus. Sollte der DAX also weiterhin in einer gewissen Spanne seitwärts laufen wie bisher, können die Seitwärts-Optionsscheine eine neue Möglichkeit für Anleger sein, auch in solchen Märkten überproportional an der Entwicklung zu partizipieren.

Stefano Angioni ist Derivate-Experte bei der Société Générale.

10.08.2018 | 11:28

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