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Gegen den Strom – Discount-Zertifikat auf E.on


Geläufige Börsenweisheiten wie „Der Trend ist Dein Freund“ und „Greife niemals in ein fallendes Messer“ sprechen eigentlich gegen ein antizyklisches Investieren. Andererseits versprechen gegen den Trend gerichtete Investments überdurchschnittliche Renditen. Allerdings sollten fundamentale Kriterien, die einen Trendwechsel in die gewünschte Richtung wahrscheinlich machen, genau geprüft werden.

Discount-Zertifikate ermöglichen Investoren im Vergleich zu einem direkten Investment einen Risikopuffer, der bei fallenden Kursen die Risiken minimiert. Mit einem Discount-Zertifikat der HSBC auf E.on (ISIN: DE000TB4G0Q8), können auch Investoren, die nur von einer Seitwärtsbewegung beim Kurs des Versorgers ausgehen, profitieren.

Umstrukturierung im Gang

Bei E.on steht der Schuldenabbau weit vorne auf der Agenda. Das durch politische Vorgaben unrentabel gewordene Geschäft mit den herkömmlichen Energiearten Atom, Kohl und Gas soll im kommenden Jahr in eine eigene Gesellschaft überführt werden. Im Kern will sich der Versorger auf erneuerbare Energien konzentrieren. Die Umstrukturierung ist mit ersten Verkaufserfolgen bereits angelaufen. Der DAX-Konzern hat sich von einem Kohlekraftwerk auf Sardinien und sechs Gaskraftwerken auf dem italienischen Festland getrennt. Sie wurden vom tschechischen Energieversorger EPH übernommen. Laut E.on-Chef Teyssen steht auch das Ökostrom-Geschäft in Italien zur Disposition. Der Rückzug aus Spanien und Portugal wurde im Dezember beschlossen. Damit ist die Strategie des Teyssen-Vorgängers Bernotat, der ca. 11,5 Mrd. Euro für die Expansion in den südeuropäischen Ländern ausgegeben hatte, gescheitert. Die Finanzkrise hat zu deutlichen Verwerfungen in den südeuropäischen Ländern geführt und Bernotat damit einen Strich durch die Rechnung bei der Profitabilität seiner Zukäufe gemacht.
 
Deutliches Erholungs-Potential

Die Experten von Metzler Capital Markets zählen E.on in einer aktuellen Studie zu den deutschen Stantdard-Aktien mit dem höchsten Kurspotential im ersten Quartal des laufenden Jahres. Merrill Lynch hat das Kursziel des Versorgers von 18,70 auf 17,60 Euro gesenkt. Allerdings liegt auch das neue Kursziel liegt deutlich über dem aktuellen Aktienkurs von 12,89 Euro. Die US-amerikanische Investmentbank sieht vor allem durch die Restrukturierung Potential bei der Aktie.

Hohe Schwankung

Seit dem vergangenen Herbst hat die Schwankungsintensität der E.on-Aktien noch einmal zugenommen. Der Kursverlauf der letzten 52 Wochen bildete im Oktober 2014 ein Tief bei 12,23 Euro, das Hoch lag im Dezember bei 15,46 Euro. Bei einem Discount-Zertifikat der HSBC auf E.on (ISIN: liegt die Kursobergrenze (Cap) deutlich unter dem Tief von 12,23 Euro, nämlich bei 11 Euro. Der Discounter wird am 24. Juni 2016 zurückgezahlt. Bewertungstag ist der 17. Juni. Liegt die E.on-Aktie zum Laufzeitende bei 11 Euro oder darüber, erhalten die Investoren den Gegenwert des Caps ausgezahlt. Bei einem Schlusskurs der E.on-Aktie unterhalb von 11 Euro, erhalten Anleger pro Zertifikat eine Aktie ins Depot eingebucht. Aktuell kostet das Zertifikat 10,07 Euro, der Discount zum aktuellen E.on-Kurs von 12,89 Euro liegt bei 21,9 Prozent. Bis Laufzeitende ist mit dem HSBC-Papier ein maximaler Ertrag von 0,97 Euro bzw. 9,2 Prozent möglich.

Discount-Zertifkat auf E.on
ZertifikattypEmittentBasiswertFälligkeitWKN
Discount-ZertifikatHSBCE.on24.06.16TB4G0Q

17.01.2015 | 22:08

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