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RWE steigt ab, Deutsche Annington rückt auf

RWE muss aus dem Euro Stoxx 50 weichen. (Foto: RWE)

RWE muss aus dem Euro Stoxx 50 weichen. (Foto: RWE)


Die Auf- und Absteiger im Dax stehen fest. Wenig überraschend steigt die Deutsche Annington in die erste Börsenliga auf, Lanxess muss weichen. Veränderungen für die deutschen Werte gibt es auch im Euro Stoxx 50, betroffen ist unter anderem RWE.

Erstmals seit drei Jahren gibt es eine Veränderung im Dax. „Die Deutsche Annington steigt in die erste Börsenliga auf“, sagt Daniel Kukalj von der Oddo Seydler Bank. „Lanxess muss den Index verlassen.“ Erstmals ist damit ein Immobilienkonzern im Dax vertreten. Offiziell fällt die Entscheidung zwar erst am Donnerstag, wenn sich der Arbeitskreis Aktienindizes der Deutschen Börse trifft. Doch seit Montagabend steht im Grunde fest, wer auf- und wer absteigt. Denn der 31. August ist der Stichtag für die Dax-Zusammensetzung und Indexspezialisten können die Entscheidung der Börse vorempfinden. Denn die Mitgliedschaft im Dax, in dem die 30 größten börsennotierten Unternehmen Deutschlands gelistet sind, hängt von der Marktkapitalisierung des Streubesitzes und dem Aktienumsatz ab.

Doch nicht nur über die deutschen Indizes wird in dieser Woche entschieden sondern auch über den Euro Stoxx 50. Hier muss mit RWE ein deutsches Unternehmen den Auswahlindex verlassen. „Der Abstieg des Energiekonzerns aus dem Euro Stoxx 50 ist sicher“, “, sagt LBBW-Analyst Uwe Streich. Ein deutscher Medizinkonzern wird wohl nachrücken: „Fresenius dürfte es schaffen“, weiß der Analyst.

Der Wechsel im Dax wird am 21. September wirksam. Für Lanxess ist das Ausscheiden bitter, schließlich gehört der Chemiekonzern erst seit Ende 2012 zum Spitzensegment der Deutschen Börse. Noch einen weiteren Verlierer im Aufstiegs- und Abstiegskampf gibt es: Pro Sieben Sat.1. Der Medienkonzern guckt nach Einschätzung von LBBW-Analyst Uwe Streich erneut in die Röhre; die Deutsche Annington sei durch die Kapitalerhöhungen im Zuge der Übernahmen von Gagfah und Süddeutsche Wohnen an den Fernsehkonzern vorbeigezogen. „Bis dahin war das Medienunternehmen unangefochtener Dax-Favorit“, so Streich. 

Überraschungen sind nicht ausgeschlossen

Noch größere Veränderungen werden im MDax erwartet: Aufsteigen in den Nebenwerteindex dürfte der Scheinwerferhersteller Hella, der erst im November 2014 sein Börsendebüt hinlegte und bislang im SDax notiert ist. „Gerry Weber fliegt aus dem MDax raus“, sagt Kukalj. „Die Aktien des Modekonzerns sind in den vergangenen Wochen kollabiert.“ Seit einer Gewinnwarnung Anfang Juni haben die Aktien rund 35 Prozent an Wert eingebüßt. Aufsteigen wird laut LBBW-Analyst Streich wohl zusätzlich die Deutsche Pfandbriefbank, die erst im Juli an die Börse zurückgekehrt ist.

„Abstiegsgefährdet ist neben Gerry Weber der Autozulieferer Elring-Klinger“, so Streich. Weitere Aufstiegskandidaten wären theoretisch die Büroimmobilenfirma Alstria Office und der Außenwerber Ströer. „Bei den Neben- und Kleinstwerteindizes kann der Arbeitskreis etwas freier entscheiden als beim Dax“, so Streich. „Ein dritter Wechsel ist denkbar, aber ich würde ihn nicht unbedingt erwarten.“ Überraschungen seien aber nicht ausgeschlossen.

Im SDax droht nach Berechungen von Kukalj dem Keramikhersteller Villeroy & Boch sowie der Beteiligungsfirma Gesco das Aus. Ersetzt werden sie durch Sixt Leasing, eine Tochter des Autovermieters Sixt, und durch den Immobilieninvestor WCM. Im TecDax erwartet beide Experten keine Veränderung.

Handelsblatt / Jessica Schwarzer / rtr

01.09.2015 | 08:45

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