Beitrag teilen

Link in die Zwischenablage kopieren

Link kopieren
Suchfunktion schließen
Tops und Flops >

Tops und Flops der Woche u. a. NVIDIA, Carl Zeiss Meditec und Boeing

NVIDIA zeigte sich in der vergangenen Woche sehr stark. Das Technologieschwergewicht legte kräftig zu und markierte neue Kursrekorde. Aufwärts ging es auch für den deutschen Medizintechnikspezialisten Carl Zeiss Meditec, der seinen zuletzt ausgebildeten Aufwärtstrend fortsetzte. Neue Probleme beim Flugzeugmodell 737 Max sorgten hingegen für Abgabedruck bei der Boeing-Aktie.

Kalenderwoche 2

NVIDIA zeigte sich in der vergangenen Woche sehr stark. Das Technologieschwergewicht legte kräftig zu und markierte neue Kursrekorde. Aufwärts ging es auch für den deutschen Medizintechnikspezialisten Carl Zeiss Meditec, der seinen zuletzt ausgebildeten Aufwärtstrend fortsetzte. Neue Probleme beim Flugzeugmodell 737 Max sorgten hingegen für Abgabedruck bei der Boeing-Aktie.

+++ Tops +++

NVIDIA: neue Kursrekorde

Nachdem die Technologiewerte an den US-Börsen in der ersten Handelswoche des Jahres noch etwas korrigiert hatten, präsentierten sie sich in der zweiten sehr stark. Unter den Schwergewichten stach die positive Performance von NVIDIA (WKN: 918422) hervor, deren Aktie neue Rekorde markierte. Aus charttechnischer Sicht überwand der Kurs die Zone um 500 US-Dollar, die seit August letzten Jahres eine Hürde darstellte. Das Unternehmen ist einer der führenden Entwickler von Grafikprozessoren und Chipsätzen für PCs, Server, Spielekonsolen und Hochleistungsrechner. Zudem zählt es zu den weltweit führenden Anbietern im Bereich KI-Computing. In diesem Zusammenhang wurde Anfang der Woche bekannt, dass NVIDIA noch in diesem Jahr mit der Massenproduktion eines KI-Chips für den chinesischen Markt beginnen will. Demnach soll der H20-Chip im zweiten Quartal in die Massenproduktion gehen. Darüber hinaus hat das Unternehmen auf der Technologiemesse CES, die in dieser Woche in Las Vegas stattfand, einige Produktneuheiten vorgestellt, darunter neue Grafikprozessoren (GPUs), die ab dem 17. Januar erhältlich sein werden.

Carl Zeiss Meditec: Aufwärtstrend bestätigt

Die Aktie der Carl Zeiss Meditec (WKN: 531370) befindet sich seit dem markanten Korrekturtief im Oktober 2023 in einer Erholungsbewegung. Dabei hat sich ein Aufwärtstrend herausgebildet, der in der vergangenen Woche mit dem Ausbruch über das letzte Verlaufshoch vom Dezember 2023 bei 102,05 Euro bestätigt wurde. Neben einer positiven Analystenstudie gab es auch Neuigkeiten aus dem Unternehmen. Es hat für seinen Femtosekundenlaser VISUMAX 800 mit SMILE pro Software die Zulassung für die chirurgische Behandlung von Kurzsichtigkeit in den USA erhalten. In Europa und Asien wurden bereits mehr als 8 Millionen Augen mit der SMILE-Technologie behandelt. SMILE ist eine Software für die Augenlaserkorrektur, die über andere gängige Verfahren hinausgeht. Mit der Verfügbarkeit des SMILE-Softwaremoduls können Chirurgen nun auch in den USA die neueste refraktive Technologie anbieten. Carl Zeiss Meditec ist auf Medizintechnik zur Diagnose und Behandlung von Augenerkrankungen sowie auf Visualisierungslösungen für die Mikrochirurgie spezialisiert.

Juniper Networks wird übernommen

Die Aktie von Juniper Networks war in der vergangenen Woche der Top-Performer im NASDAQ-100 und S&P 500. Das amerikanische Unternehmen, das auf Netzwerktechnik (Hard- und Software) spezialisiert ist, wird aufgekauft. Hewlett Packard Enterprise (WKN: A140KD) hat ein entsprechendes Übernahmeangebot vorgelegt und bietet 40 US-Dollar in bar je Juniper-Aktie. Das Management von Juniper unterstützt den Deal. Den Abschluss der knapp 14 Mrd. US-Dollar schweren Transaktion erwarten die Unternehmen für Ende 2024 oder Anfang 2025.

+++ Flops +++

Boeing: wieder Probleme mit der 737 Max

Die Aktie des US-Flugzeugherstellers Boeing (WKN: 850471) hatte seit dem Korrekturtief im Oktober 2023 eine kräftige Erholungsbewegung gezeigt, die bis kurz vor Weihnachten andauerte. Seitdem fällt der Kurs, wobei sich die Abwärtsbewegung in der vergangenen Woche verstärkte. Auslöser waren neue Nachrichten im Zusammenhang mit dem Modell 737 Max. Auf einem Flug der Alaska Airlines war es am vergangenen Wochenende zu einem technischen Defekt gekommen, der zu einem rapiden Druckabfall in der Maschine führte und diese zur Notlandung zwang. Die US-Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration verhängte daraufhin weltweit ein vorübergehendes Flugverbot für 171 Flugzeuge des Typs Boeing 737 Max 9. Die 737 Max ist das meistverkaufte Verkehrsflugzeug von Boeing. Allerdings gab es in den letzten Jahren immer wieder technische Probleme. So kam es 2018 und 2019 bei der 737 Max-8, einer kleineren Version des Flugzeugs, zu zwei Abstürzen.

VERBIO: Abwärtstrend mit neuen Tiefstständen fortgesetzt

Der SDAX- und TecDAX-Wert VERBIO (WKN: A0JL9W) gehörte in der vergangenen Woche zu den schwächsten Werten innerhalb der DAX-Indizes-Familie. Aus charttechnischer Sicht setzte die Aktie ihre übergeordnete Abwärtsbewegung fort, die sich seit dem Allzeithoch von April 2022 bei 88,10 Euro ausgebildet hat. Mit dem Unterschreiten des Tiefs vom Dezember 2023 wurde dabei der übergeordnete Abwärtstrend bestätigt. Unternehmensseitig gab es keine neuen Nachrichten. Allerdings haben die Analysten der Deutschen Bank ihre Einschätzung für den Wert von bisher „Buy“ auf „Sell“ gesenkt. Begründet wurde dies mit kurzfristig starkem Gegenwind für die Geschäftsentwicklung u. a. durch niedrigere Biokraftstoffpreise, aber auch durch sinkende Treibhausgasminderungsquoten (THG-Quoten). VERBIO zählt sich zu den führenden konzernunabhängigen Biokraftstoffherstellern in Europa. Das Unternehmen produziert Biodiesel, Bioethanol und Biomethan im industriellen Maßstab. Darüber hinaus umfasst die Produktpalette Produkte, die als Koppel- oder Nebenprodukte bei der Kraftstoffherstellung anfallen.

New Work setzt Abwärtstrend mit Kurseinbruch fort

Das 2003 gegründete Unternehmen New Work (WKN: NWRK01) betreibt Kontaktnetzwerke für die Arbeitswelt (z. B. XING, Kununu, onlyfy). Der Geschäftserfolg schlug sich lange Zeit in einer positiven Kursentwicklung nieder. Höhepunkt war das im Juli 2019 markierte Allzeithoch von über 380 Euro. Seitdem befindet sich die Aktie (WKN: NWRK01) in einem massiven Abwärtstrend, der sich in der vergangenen Woche mit einem deutlichen Kursrückgang fortsetzte. Aus charttechnischer Sicht wurde damit der übergeordnete Abwärtstrend bestätigt. Das Unternehmen hatte in der vergangenen Woche bekannt gegeben, ein Investitionsprogramm und einen Konzernumbau beschlossen zu haben. Im Rahmen dieser Maßnahmen soll im Wesentlichen die im Jahr 2023 begonnene Repositionierung der XING-Plattform zu einem Jobnetzwerk durch zusätzliche Marketingaufwendungen ab dem laufenden Jahr 2024 beschleunigt werden. Auch in die Arbeitgeber-Bewertungsplattform kununu soll weiter investiert werden, um die Marktposition auszubauen. Neben den Investitionen ist auch ein Personalabbau geplant. Aufgrund der höheren Kosten wird das Ergebnis 2024 voraussichtlich deutlich unter dem des Vorjahres liegen. Daher wird auch die Dividende gekürzt. Nachdem 2023 eine Ausschüttung von 6,72 Euro je Aktie erfolgt war, ist nun eine Dividende von 1,00 Euro je Aktie geplant. Dieses Niveau soll so lange beibehalten werden, bis die Profitabilität aus der Zeit vor dem Konzernumbau wieder erreicht ist. Mittelfristig strebt der Vorstand eine Rückkehr zur bisherigen Dividendenpraxis an.

Thomas Behnke

Lesen Sie auch: 3 Dax-Aktien mit Outperform-Potenzial