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50 Millionen US-Dollar für eine Bibel

Dieses Gebot hält das Auktionshaus Sotheby’s für möglich, wenn im Mai der Sassoon-Codex unter den Hammer kommt. Das über 1.000 Jahre alte Buch würde damit zu einem der teuersten jemals verkauften Manuskripte.

(Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | John Minchillo)

Dieses Gebot hält das Auktionshaus Sotheby’s für möglich, wenn im Mai der Sassoon-Codex unter den Hammer kommt. Das über 1.000 Jahre alte Buch würde damit zu einem der teuersten jemals verkauften Manuskripte.

Bei Sotheby’s weiß man, wovon man spricht. Das New Yorker Auktionshaus hat Erfahrung mit der Versteigerung von historischen Dokumenten. Erst 2021 ging ein Original der US-Verfassung für sagenhafte 43 Millionen Dollar an Hedgefonds-Milliardär Kenneth Griffin.
Nun also kommt die älteste hebräische Bibel der Welt unter den Hammer. Besser bekannt ist die Schrift womöglich als Sassoon-Codex, benannt nach David Solomon Sassoon, der das Buch einst besaß. Sassoon war ein bekannter Bibliophiler, der um die Welt reiste und hebräische Originalliteratur sammelte. Er starb 1942.

Das Manuskript soll in etwa um 900 nach Christus entstanden sein, womit es über 1.000 Jahre alt ist. Richard Austin, Direktor für alte Bücher und Schriften bei Sotheby’s spricht mit Blick auf die Bibel vom „Gründungstext der Zivilisation“. Kaum ein Text hätte wohl mehr Einfluss in der Geschichte der Menschheit gehabt als die Bibel, so Austin weiter.

Natürlich will Austin im Interesse von Sotheby’s den Preis nach oben reden. Doch Unrecht hat er nicht, weshalb es aufgrund der Einzigartigkeit und Bedeutung der Schrift gut möglich erscheint, dass 50 Millionen US-Dollar tatsächlich dafür aufgerufen werden. Vor allem auch, da sich die Bibel in sehr gutem Zustand befindet und bis auf wenige Seiten fast vollständig erhalten ist.

Ob erneut ein Finanzinvestor zugreift? Für Milliardäre wie Citadel-Chef Griffin scheinen die Auktionen ein guter Deal. Sie sind eine relativ sichere Geldanlage, die eher an Wert gewinnt als verliert. Im Optimalfall wirft die sogar noch Rendite ab, wenn man das bedeutende Sammlerstück an ein Museum verleiht.

Bill Gates zahlte einst 31 Millionen US-Dollar für Codes Leicester

Das Original der US-Verfassung ausgenommen, ist bislang der Codex Leicester das teuerste Buchmanuskript der Welt. Es ist eine Art Tagebuch von Leonardo da Vinci voller wissenschaftlicher Schriften des legendären Genies. 1994 wurde es für fast 31 Millionen Dollar bei einer Christie’s-Auktion an Microsoft-Gründer Bill Gates versteigert. Die Preissteigerungen der vergangenen Jahrzehnte hinzugerechnet, entspricht der Kaufpreis heute wohl rund 55 Millionen Dollar. Ob der Sassoon-Codex sogar diese Marke knacken kann? Unmöglich erscheint es nicht. Es wäre nicht das erste Mal, dass ein Auktionspreis deutlich über der anvisierten Zielspanne liegt.

OG