boerse am sonntag - headline

Cyber-Security to the Moon

(Foto: Rawpixel.com / Shutterstock)



Webinar
Webinar

Jobsalle Jobs

Das Geschäft mit IT-Sicherheit erlebt im Zuge sich häufender Cyber-Attacken einen echten Boom. Die Aktienkurse führender Anbieter explodieren nahezu. Die BÖRSE am Sonntag hatte bereits im vergangenen Jahr auf zwei Unternehmen verwiesen. Beide sind heute in etwa doppelt so viel Wert, als damals. Und die jüngsten Zahlen versprechen ein Fortsetzung der Erfolgsstory.

Sind Sie die neuen Tech-Stars? Cybersecurity-Unternehmen sind an der Börse gefragt wie nie. Große Hacker-Attacken und die voranschreitende Digitalisierung der Wirtschaft haben die Branche raus aus der Nische geholt. Ein professioneller Schutz vor Cyber-Kriminalität wird für Unternehmen zum Muss. Auch Staaten müssen aufrüsten, Privatkunden wohl ebenso. Je mehr digitalisiert und miteinander vernetzt wird, desto größer wird auch die Verwundbarkeit von Wertschöpfungsketten und Infrastruktur. Neu ist diese Einsicht nicht, allein sie wurde bislang getreu dem Motto „wird schon nichts schief gehen“ eher stiefmütterlich an der Seitenlinie platziert. Die jüngsten Cyber-Attacken aber zeigen: Es kann eine ganze Menge schief gehen. Und deshalb wird nun weltweit aufgerüstet.

Das bringt auch immer mehr Anleger von Seitenlinie aufs Spielfeld. Cyber-Security ist plötzlich in aller Munde und die Branchenführer verdienen sich bereits ein goldenes Näschen – darunter die beiden kalifornischen Firmen Palo Alto Networks und Fortinet.

Im Dezember hatte die BÖRSE am Sonntag die beiden US-Unternehmen bereits als aussichtsreich eingestuft. Damals kosteten die Titel von Fortinet, bei einer Marktkapitalisierung von 17 Milliarden Euro, rund 111 Euro. Auf Fünfjahressicht kam das bereits einer Vervierfachung gleich. In diesem Jahr hat die Aktie nun erneut den Kursturbo gezündet und ihr Wert hat sich mit 261 Euro noch einmal mehr als verdoppelt. Die Marktkapitalisierung beträgt inzwischen knapp 42 Milliarden Euro.

Jüngst lieferte Fortinet auch die passenden fundamentalen Zahlen dazu. Im zweiten Quartal stiegen die Umsätze um 30 Prozent auf 801 Millionen US-Dollar. Der Gewinn je Aktie kletterte auf 95 Cent und übertraf die Erwartungen der Analysten im Schnitt um acht Cent. Besonders erfreulich aber war die Anhebung der Prognose. Im laufenden, dritten Quartal soll die Umsätze auf bis zu 815 Millionen US-Dollar steigen. Für das Gesamtjahr rechnet Fortinet inzwischen mit 3,21 bis 3,25 Milliarden US-Dollar Umsatz, statt wie bisher mit 3,08 bis 3,13 Milliarden US-Dollar.  

Ähnlich rund läuft es auch bei Konkurrent Palo Alto Networks, dessen Aktie seit Dezember 2020 ebenfalls stark gestiegen ist. Von damals rund 260 Euro ging es in diesem Jahr um über 40 Prozent bergauf. Die Marktkapitalisierung beträgt 36 Milliarden Euro. Innerhalb von fünf Jahren hat sich der Aktienkurs mehr als verdreifacht. Der Weg nach noch weiter oben ist seit dieser Woche frei. Erstklassige Zahlen schickten den Kurs zwischenzeitlich zweistellig in die Höhe auf ein neues Rekordhoch von 376 Euro. Im zweiten Quartal das laufenden Jahres erzielte Palo Alto Networks einen Umsatz von 1,22 Milliarden US-Dollar, 28 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Der Gewinn je Aktie machte einen Sprung auf 1,60 US-Dollar. Analysten hatten hier nur mit 1,44 US-Dollar gerechnet.

Wie schon bei Fortinet, ist es aber vor allem der Ausblick, der Anleger so beherzt zugreifen lies. Für das neue Geschäftsjahr 2022, das für Palo Alto Networks mit dem laufenden Quartal begonnen hat, rechnet man mit einem Gewinn je Aktie von bis zu 7,25 US-Dollar und Umsätze von 5,28 bis 5,33 Milliarden US-Dollar.

Nach den erneuten Kurssteigerungen sind beide Aktien nun hoch bewertet und die starken Prognosen scheinen vollständig eingepreist. Womöglich bietet sich für eine Zeit lang nun wieder die Seitenlinie an, um nicht zu teuer einzusteigen. Langfristig spielt beiden Aktien und Unternehmen der Megatrend Cyber-Security aber voll in die Karten.

OG

Lesen Sie auch: Unterschätzte Giganten

25.08.2021 | 13:05

Artikel teilen: