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Ist die VW-Aktie ein Kauf?

(Foto: VW)



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Das aktuell schwierige Umfeld stellt auch Konzerne wie die Volkswagen AG vor Herausforderungen. Trotz der widrigen Umstände gibt es für den Automobilhersteller positive Entwicklungen, welche Hoffnung geben könnten. Die zuvor gestoppten Produktionen in China laufen wieder an und der Börsengang der Porsche AG könnte dem Konzern eine positive Prognose geben.

Eine Analyse von Vontobel

Die vom Kraftfahrt-Bundesamt veröffentlichten Zahlen für November sorgen für ein Aufatmen im Automobilmarkt. So haben die Neuzulassungen für PKWs, verglichen zum Vorjahresmonat, um 31,4 Prozent stark zugelegt und liegen nun bei 260.512. Verglichen zum Vorjahr befinden sich die Neuzulassungszahlen damit immer noch um 2,4 Prozent im Minus. Die Aussichten für die Automobilkonzerne scheinen sich jedoch allgemein zu verbessern. So stieg der Index des Wirtschaftsforschungsinstitut „ifo“ auf minus 2,2 Punkte im November gegenüber minus 4,3 Punkten im Oktober. Laut dem ifo-Experten Oliver Falck sinke die Wahrscheinlichkeit einer Gasmangellage im Winter, was die Wahrscheinlichkeit einer Rezession verringere. Dies könnte dem Automobilmarkt aufgrund der weniger negativ eingeschätzten wirtschaftlichen Gesamtprognose Auftrieb verleihen.
JP Morgan stuft Volkswagen Aktie auf „overweight“ ein

Die US-Bank JP Morgan hat die Volkswagen Aktie auf „overweight“ eingestuft, was ins Deutsche übersetzt „übergewichten“ bedeutet. Damit empfiehlt das Investmenthaus die Aufstockung einer bereits bestehenden Position in dem Wolfsburger Papier. Das Kursziel beträgt EUR 235. Auftrieb sollen nicht nur stabile Rohstoffkosten, sondern auch stabile Lieferketten im kommenden Jahr geben. Ein weiterer Faktor, den der Analyst Jose Asumendi positiv wertet, sind die globalen Produktionspläne, die die Erträge der Zulieferer beflügeln sollen. Dies wiederum könne sich für die Automobilhersteller positiv auswirken. Insbesondere könnte die Preissetzungsmacht ausschlaggebend sein.

In China wird die Produktion fortgesetzt

Bloomberg-Berichten zufolge hat die Volkswagen AG ihre Produktion in China wieder aufnehmen können, nachdem diese aufgrund von Covid-Lockdowns angehalten worden war. Diese Entscheidung sei unter anderem dadurch getrieben, dass China sich schrittweise von der strikten Covidpolitik verabschiede. VW hatte zuvor in der chinesischen Stadt Chengdu die Produktion für über eine Woche angehalten und in Changchun zwei von fünf Produktionen gestoppt. Zwar könnten weiterhin wenige Produktionsstätten beeinträchtigt sein, allerdings seien aktuell keine Schließungen geplant.

Erfolgreiches IPO spielt dem Konzern in die Karten

Nach dem Rekordjahr 2021, in dem Börsengänge und Unternehmensakquisitionen an der Tagesordnung standen, verhält es sich dieses Jahr verhältnismäßig ruhig (2022). Grund dafür ist das schlechte wirtschaftliche Umfeld hoher Inflation und Zinsen, das sich negativ auf die Unternehmensbewertung auswirkt. Das durch den Verkauf der Aktien eingespielte Kapital könnte geringer ausfallen, weshalb Unternehmen in Zeiten der Geldentwertung mit einem potenziellen Börsengang zögern könnten.

So jedoch nicht die Porsche AG. Die Ausgabe des Papieres der Volkswagen-Tochter stellte Ende September 2022 den zweitgrößten Börsengang in der Geschichte der Frankfurter Börse dar. Nur die Deutsche Telekom konnte das Ganze im Jahre 1996 übertreffen, als sich der Staat von Unternehmensanteilen trennte.

Die Motivation hinter dem Börsendebüt des Konzerns aus Zuffenhausen könnte in der finanziellen Flexibilität liegen, die sich die Volkswagen AG durch das IPO verschafft. Nicht zuletzt ist der Fokus auf die Transformation hin zu E-Mobilität mit hohen Forschungs- und Entwicklungskosten verbunden. Dank der verkauften Aktienanteile der Porsche AG floss dem VW-Konzern nun eine Finanzspritze in Höhe von EUR 9,4 Milliarden zu.

Spannend zu beobachten, dürfte die kurz-bis mittelfristige, geschäftliche Entwicklung des Sportwagenherstellers angesichts der weilenden Rezessionsängste sein. Traditionell reagiert die Produktion der Luxuskarosserien weniger konjunktursensibel und könnte sich in einer volatilen Marktphase besser schlagen.

 

 

09.12.2022 | 13:17

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