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Unternehmen > Pharmariese aus den USA

Pfizer: Anleger nach Prognose nervös

| Redaktion Börse am Sonntag

Pfizer-Logo auf Bildschirm vor Medikamenten.
Pfizer in Schwierigkeiten. Wird das noch was mit dem Comeback? (Foto: Ralf Liebhold / Shutterstock)

Pfizer rechnet für 2026 mit einem rückläufigen Gewinn. Ist der Pharmakonzern noch eine Kaufgelegenheit oder signalisiert der Ausblick Tristesse?

Der US-Pharmakonzern Pfizer hat seine Erwartungen für das Geschäftsjahr 2026 nach unten korrigiert. Grund dafür ist vor allem ein deutlicher Rückgang der Erlöse aus Corona-Produkten wie dem Impfstoff Comirnaty und dem Behandlungsmedikament Paxlovid – ein Überbleibsel aus der Pandemiezeit, das 2025 noch einen erheblichen Teil der Einnahmen ausmachte.

In seiner offiziellen Guidance prognostiziert Pfizer einen bereinigten Gewinn je Aktie von 2,80 bis 3,00 US-Dollar für 2026. Diese Spanne liegt unter dem durchschnittlichen Analystenwert von rund 3,05 Dollar und damit unter den Erwartungen vieler Investoren. Gleichzeitig wird ein Umsatz zwischen 59,5 Milliarden und 62,5 Milliarden US-Dollar angepeilt – leicht unter dem Konsens der Markterwartungen.

Rückgang der Corona-Umsätze – und weitere Belastungen

Ein entscheidender Faktor für die schwächere Prognose ist der erwartete Rückgang der Einnahmen aus Corona-Produkten um etwa 1,5 Milliarden Dollar im Vergleich zu 2025. Gleichzeitig gehen rund 1,5 Milliarden Dollar zusätzlicher Umsatz verloren, weil einige Medikamente ihre Patentschutzrechte verlieren, sodass Generika-Konkurrenz entsteht.

Das bedeutet für Pfizer nicht nur geringere Margen im traditionellen Corona-Geschäft, sondern auch zusätzliche Herausforderungen durch den Wettbewerb bei etablierten Produkten. Trotz dieser Belastungen rechnet das Unternehmen für 2026 mit einem zugrunde liegenden operativen Umsatzwachstum von etwa 4 Prozent, sofern man die COVID- und Patent-Einflüsse ausklammert.

Pfizer-Aktie

Vom Pandemie-Gewinner zum Pharma-Langweiler?

Pfizer gehört zu den größten Pharmakonzernen weltweit und wurde während der Corona-Krise vor allem durch den Erfolg des Comirnaty-Impfstoffs bekannt, den das Unternehmen gemeinsam mit BioNTech entwickelte. Seit dem Höhepunkt der Pandemie 2021 trug diese Produktgruppe maßgeblich zu Umsatz und Gewinn bei.

Parallel dazu verfügt Pfizer über ein breites Portfolio an Medikamenten in Bereichen wie Herz-Kreislauf, Onkologie, Immunologie oder seltene Erkrankungen. Produkte wie Eliquis (Herz-Kreislauf), Prevnar (Pneumokokken-Impfstoff) oder Ibrance (Brustkrebsmedikament) zählen zu den umsatzstärksten im Portfolio. Diese klassischen Bereiche sollen helfen, den Rückgang der Corona-Erlöse auszugleichen, stehen aber ebenfalls unter Druck durch Patentabläufe und Generika.

Pfizer hat bereits Kosten-Einsparprogramme gestartet, um Effizienzverluste abzufedern und mittelfristig die Profitabilität zu stabilisieren. Gleichzeitig investiert das Unternehmen weiterhin in Forschung und Entwicklung – etwa in neuartige Therapien im Bereich Onkologie oder Stoffwechselerkrankungen –, um künftige Umsatztreiber zu schaffen.

Die Ankündigung der schwächeren Guidance hatte unmittelbare Auswirkungen auf die Anleger: Die Aktie von Pfizer fiel am Dienstag in Reaktion auf die Prognose um mehrere Prozentpunkte, da viele Marktteilnehmer auf eine stabilere Entwicklung gehofft hatten.

Analysten sehen darin jedoch keinen vollständigen Grund zur Panik: Einige Experten interpretieren die Konsensverfehlung als kurzfristiges Timing-Problem aufgrund des abklingenden Corona-Geschäfts und betonen, dass der Kernumsatz abseits der Pandemie-Produkte weiterhin Wachstum aufweisen könnte.

Chancen, Risiken und die Frage: Ist die Aktie jetzt ein Kauf?

Positiv für Pfizer spricht:

  • Breites Produktportfolio: Neben Corona-Medikamenten verfügt Pfizer über etablierte Umsatzträger in wichtigen Therapiegebieten.

  • R&D-Investitionen: Strategische Investments und Forschung könnten mittelfristig neue Wachstumsimpulse bringen.

  • Operatives Wachstum: Ohne Corona- und Patent-Effekte wird für 2026 ein Umsatzplus erwartet.

Risiken, die Anleger kennen sollten:

  • Rückläufige Corona-Erträge belasten den kurzfristigen Gewinn deutlich.

  • Patentabläufe führen zu Umsatzverlusten, vor allem bei größeren Blockbuster-Medikamenten.

  • Generika-Konkurrenz kann Margen und Marktanteile reduzieren.

Langfristig orientierte Anleger, die Vertrauen in den langfristigen Pharma- und Gesundheitsmarkt haben, könnten den aktuellen Kursrückgang als Einstiegsgelegenheit sehen – gerade wenn sie an das Wachstumspotenzial abseits der Corona-Produkte glauben und die Pipeline von Pfizer als stark einschätzen.

Kurzfristig orientierte Investoren oder risikoaverse Anleger dürften indes abwarten, wie sich Umsatz und Gewinn im kommenden Quartal konkret entwickeln, bevor sie sich entscheiden. Die Aktie könnte sich stabilisieren, wenn neue Produkte im Portfolio signifikante Marktanteile gewinnen oder die Kostenstruktur weiter verbessert wird.

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