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Der DAX ist immer für eine Überraschung gut

Christine Romar (Bild: Citi Group)

Wird dem Stierchen vielleicht schwindelig? (Bild: Deutsche Börse AG, Graphik: WMG)


Der deutsche Leitindex hat im laufenden Jahr viele Investoren positiv überrascht. Zeit, sich auf die eine oder andere Enttäuschung einzustellen.

Von Christine Romar

Unmittelbar vor dem Halbjahreswechsel steht der DAX glänzend da. Gut, von seinem jüngsten Rekordhoch hat sich der deutsche Leitindex wieder ein paar Punkte entfernt. Dennoch fällt das Plus in den ersten sechs Monaten des Jahres mit rund zehn Prozent bereits ansehnlich aus und übertrifft die mageren Zuwächse, die von den meisten Fachleuten für das gesamte Börsenjahr vorausgesagt wurden.

 

Für den Anstieg lassen sich einige gute Gründe finden. Zum einen überzeugen gute Konjunktur- und Unternehmensdaten. So sind die Unternehmensgewinne der DAX-Unternehmen erstmals seit Jahren wieder spürbar gestiegen. Zum anderen sind inzwischen ein paar politische Unsicherheiten vom Tisch, die noch zum Jahreswechsel zur Zurückhaltung bei Anlegern und Analysten beigetragen haben: Weder in den Niederlanden noch in Frankreich konnte sich rechtsradikale oder rechtspopulistische Kandidaten bei den nationalen Wahlen durchsetzen. Die EZB lässt die geldpolitischen Zügel weiterhin locker und zieht sich nur sehr vorsichtig und langsam aus ihrem Anleihekaufprogramm zurück. Und der Brexit hat bisher nicht unmittelbar zu wirtschaftlichen Katastrophen geführt.

Wie der Brexit aber aussehen wird und welche Erwartung man daraus an die wirtschaftliche Entwicklung ableiten kann, wird sich sowieso erst in den nun beginnenden Verhandlungen zeigen. Für welche Überraschungen US-Präsident Trump mit Blick auf seine Wirtschafts- und Geopolitik gut sein wird, wird sich auch erst noch zeigen.
Auch in der zweiten Jahreshälfte dürfte der DAX daher nicht wie an der Schnur gezogen nach oben laufen. Vielmehr ist mit zwischenzeitlichen Korrekturen zu rechnen. Wie prononciert diese ausfallen werden ist ungewiss angesichts weiterhin vorhandener Liquidität und etlicher Investoren, die an der Seitenlinie auf günstige Einstiegsgelegenheiten warten. In diesem Umfeld kann es für Anleger auf jeden Fall ratsam sein, statt eines Direktinvestments Zertifikate auszuwählen, die einen gewissen Schutz vor Kursverlusten bieten.

Klassiker unter den Papieren mit Sicherheitspuffer sind Discountzertifikate. Sie bieten einen Einstieg mit Rabatt, der in einem bestimmten Maß vor Kursverlusten des Basiswerts schützt. Dafür ist die Ertragschance von vornherein begrenzt. Maßgeblich für Puffer und maximal erzielbaren Ertrag sind der jeweilige Discount oder Preisabschlag gegenüber dem Direktinvestment und der Cap. Die kurz Discounter genannten Zertifikate haben eine feste Laufzeit und lassen sich über die Wahl der jeweiligen Parameter sehr zielgerichtet und an den jeweiligen Erwartungen orientiert einsetzen.

Christine Romar ist Director Warrants & Certificates bei der Citigroup Global Markets Deutschland AG.

01.07.2017 | 11:54

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