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Donner & Reuschel ernennt Carsten Mumm zum Chefvolkswirt

Carsten Mumm (Bild: Donner & Reuschel)


Der Kapitalmarktexperte Carsten Mumm wurde zum Chefvolkswirt der Privatbank Donner & Reuschel ernannt. In seiner neuen Funktion als steht er sowohl Privatkunden als auch Institutionellen bei allen Fragen der Anlagepolitik ab sofort beratend zur Seite.

Bereits seit Jahren leitet Mumm die Abteilung Kapitalmarktanalyse und ist somit verantwortlich für die Erstellung der Konjunktur- und Kapitalmarktprognosen sowie für alle Fragen rund um das Thema Asset Allokation. Zuvor war der 42-jährige für die Vermögensverwaltung für private und institutionelle Kunden, das Management von Spezial- und Publikumsfonds sowie die hauseigenen Research-Tätigkeiten verantwortlich. In seiner Funktion als Chefvolkswirt steht er Privatkunden als auch Institutionellen bei allen Fragen der Anlagepolitik beratend zur Seite. Nach seiner Ausbildung zum Bankkaufmann studierte er ab 1997 Volkswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Finanzwissenschaft an der Universität Hamburg. Bereits seit 1998 ist Mumm im Bereich Kapitalanlage beschäftigt. 2006 qualifizierte er sich zum Chartered Financial Analyst.

Zentralbanken im Fokus

Der frischgebackene Chefvolkswirt nimmt in dieser Woche die Finanzmärkte ins Visier. Denn am Mittwoch trifft sich die FED und wird mit hoher Wahrscheinlichkeit den Leitzins von 1,25 auf 1,5 Prozent erhöhen. Zudem wird eine Indikation für weitere Zinserhöhungen in 2018 erwartet, wobei die Mehrheit der Analysten von vier Zinserhöhungen ausgeht. Mumm: „Falls dieses Szenario eintritt, hätten die USA einen Leitzins von 2,5 Prozent. Die aktuelle Rendite 10-jähriger Staatsanleihen liegt bei 2,37 Prozent, also fast auf dem gleichen Niveau. Der Arbeitsmarktbericht verdeutlicht das Dilemma: Der Bericht ist robust, aber es gibt kaum Anzeichen für eine Inflation. Die weiterhin moderaten Lohnzuwächse sorgen für das voraussichtliche Zusammenlaufen von Renditen im Anleihemarkt und Leitzinsen in 2018.“

Mumm sieht Anlass, die Anleger zu warnen, denn die EZB zeige aktuell ein anderes Szenario. 2018 werde mit dem Auslaufen der Anleihekäufe nichts zuletzt deswegen ein sehr spannendes Jahr. Der „Alles-Käufer“ Mario Draghi mache einen Schritt zurück. Die Anleihemärkte dürften mit steigenden Zinsen reagieren. Panik ist jedoch unangebracht, da die EZB, laut Mario Draghi, bei Verwerfungen parat steht. Mumm weiter: „Auch wird die aktuell robuste Konjunktur den Prozess des Ausstiegs aus der ultra-expansiven Geldpolitik erleichtern. Die EZB wird zudem sehr langsam agieren, um die wirtschaftliche Entwicklung in der Eurozone nicht abzuwürgen.“

12.12.2017 | 14:28

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